Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 3. November 2018

Absurde Zeitplanung

2. November: Weihnachten droht Bahn-Chaos in Hamburg. Bahnhöfe Dammtor und Altona wegen Bauarbeiten gesperrt

Ja, da serviert uns die Bundesbahn eine schöne Bescherung! Warum – und sei es auch nur im Interesse der Bauarbeiter – solche umfangreichen Arbeiten nicht ein wenig später außerhalb der wichtigsten Feiertage des Jahres und nach einer Hauptreisesaison durchgeführt werden können, muss ein Geheimnis der Bahndirektion bleiben. Die Sinnhaftigkeit einer solchen absurden Zeitplanung ist jedenfalls den Kunden nicht zu vermitteln. Die Bahn erwähnt zu Recht, dass eine Bündelung der großen Instandhaltungsarbeiten sinnvoll ist, aber hat das Kundenmanagement der Bahn die Feiertage nicht in ihrem Kalender stehen? Bewusst das vorauszusehende Chaos in Kauf zu nehmen, ist nicht sehr intelligent.

Herbert Nölting, Hamburg

Nie wieder Bahnfahren

Eigentlich dachte ich, die Bahn könnte mich nicht noch sprachloser machen, aber sie hat es geschafft. Wie kann man eine solche Großbaustelle über den Zeitraum mit dem höchsten Fahrgastaufkommen einrichten? Aber noch viel schlimmer: Die Bahn hat das sicherlich bereits gewusst, als am 16. Oktober der Run auf die Fahrkarten für die Weihnachtszeit losging. Wie viele andere auch, habe ich sofort zugeschlagen, um ein günstiges Ticket für die Fahrt von Kiel nach Stuttgart zu kriegen. Hätte ich von der Baustelle vorher gewusst, wäre ich geflogen. Danke, liebe Bahn, das war es jetzt endgültig für mich mit dem Zugfahren.

Christine Schaal, Kiel

Sofort das Spiel unterbrechen

1. November: Ultras leben in eigener Welt. Dialog mit den Pyromanen in den Fanblocks sind vergebens

Meiner Meinung nach gibt es hier nur eine Lösung: Sobald Bengalos abgefackelt werden, erfolgt ein Spielabbruch und die Wertung für das gegnerische Team. Sollte von beiden Fan-Lagern gezündelt werden, gehen beide Mannschaften ohne Punkte aus der Partie. Dann wird sich zeigen, wie sehr diese Brandstifter Fans ihres Vereins sind. Ist das radikal? Selbstverständlich. Eine andere Möglichkeit sehe ich aber nicht.

Thomas Horn, Hamburg-Wandsbek

Den Nazis die Stirn bieten

1. November: Punk-Band findet Bauhaus-Statement ,erbärmlich‘

Die Meldung über die Absage der Bauhausstiftung an die progressive Punkband Feine Sahne Fischfilet erschien mir zunächst wie eine normale Randnotiz auf der Kulturseite, doch ließ sie mich in Gedanken nicht mehr los. Ausgerechnet in dieser Zeit, in der zigtausende gegen extrem Rechts und gegen zunehmenden Rassismus demonstrieren und auch im Kleinen Zivilcourage gefordert wird um gegen das Schweigen aufzustehen, knickt die Bauhausstiftung in Dessau vor den Drohungen der Nazis ein, anstatt ihnen die Stirn zu bieten. Immerhin hätte das auch weltweit große Beachtung finden können angesichts der Reputation, die das Bauhaus genießt und angesichts seines bevorstehenden 100jährigen Bestehens. Es hätte also wenig bedurft, um weit über unsere Grenzen hinaus ein Zeichen zu setzen!

Horst Mahl, Wedel

Langweilige Bebauung

30./31. Oktober: Baakenhafen: Alle Generationen unter einem Dach

Das Bild der geplanten Bebauung ist ja erschreckend: Kein Farbakzent, kein Höhepunkt, einfach langweilig. Da waren die alten Hafenschuppen interessanter.

Dietrich Pauly, Hamburg

Sicherheit für jeden Einzelnen

29. Oktober: Helm oder kein Helm – die große Debatte. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sieht das Tragen als ,falsches Signal‘

Meiner Meinung nach sollte der Fahrradclub ADFC für jede Art von Sicherheit beim Radfahren werben. Die Begründung, dass ein Helm nur bei einem „kleinen Teil der Gesamtunfälle“ schützt, passt nicht in unsere Gesellschaft. Denn es geht nicht um die Mehrheit, sondern gerade beim Thema Sicherheit um jeden Einzelnen. Ich selbst hatte mit zwölf Jahren einen Fahrradunfall, ich wurde am Vorderreifen von einem Auto erwischt und mir wurde später gesagt, dass ich ohne Helm tot gewesen wäre. So viel zu den Belegen, die für ein „Plus an Sicherheit“ sprechen. Ich möchte damit nicht sagen, dass eine Helmpflicht für alle eingeführt werden soll – nachher hält es die Hamburger nur davon ab, mit dem Fahrrad zu fahren, um den lästigen Helm nicht dabei haben zu müssen – aber es sollte auf gar keinen Fall gesagt werden, dass Helme nicht sinnvoll seien oder gar „ein falsches Signal senden“ würden.

Laura Obier, Hamburg

Carsharing bringt keine Entlastung

30./31. Oktober: Carsharing: Miles startet in Hamburg mit Hybridflotte

Diese Free-Floating-Carsharing-Fahrzeuge sind keine Entlastung für den Hamburger Verkehr. Im Gegenteil. Hybridmodelle von Miles und anderen sowie die BMW-Elektroautos von DriveNow blockieren die Elektroladesäulen für batteriebetriebene E-Autos, denn sie werden als Parkplätze missbraucht. Wie erste Untersuchungen ergeben haben, ist der umweltentlastende und verkehrsvermeidende Nutzen dieser neuen Carsharing-Fahrzeuge zweifelhaft, denn die Mieter ersetzen meistens nicht ihr eigenes Auto, sondern das Taxi und den ÖPNV. Diese Autos verknappen damit zusätzlich den ohnehin schon geringer werdenden Parkraum. Hoffentlich machen die Anbieter dieser Autovermietungen noch lange keinen Gewinn, so dass diese Fahrzeuge bald wieder aus Hamburg verschwinden.

Peter Meyer, per E-Mail

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