Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. Oktober 2018

Massives Parkplatzproblem

26. Oktober: CDU will Stellplatzpflicht im Wohnungsbau zurück. 2014 abgeschaffte Regelung soll wieder eingeführt werden

Endlich mal eine Partei, die diesem Irrsinn entgegen tritt. Wenn ich in meine Heimat Langenhorn komme, bin ich immer wieder erstaunt, zu welchen Lösungen der Senat kommt, um den Wohnungsnotstand zu beheben. Nicht nur, dass jeder Fitzel Grünfläche mit Wohnblocks bebaut wird. Es gibt hierfür auch keine Tiefgaragen oder ausreichend Parkplätze. Proteste der Anwohner blieben ungehört. Konkret meine ich die obere „Tangstedter Landstraße“. Dort steht ein Krankenhaus und ein großes Schulzentrum. Bereits ohne die Neubauten gibt es hier ein massives Parkplatzproblem. Die „flexiblere und differenzierte Lösung“ scheint wohl zu sein, nur an diejenigen zu vermieten, die nachweisbar keinen Führerschein besitzen. Nervig sind übrigens auch die vielen Baufahrzeuge, die ständig die Querverbindung „Hohe Liedt“ befahren, die für diese Art von Verkehr wahrlich nicht geeignet ist. Liebe Senatoren, kommen Sie doch einfach mal gucken. Gern im Alltagsbetrieb eines Wochentages. Oder besser noch, ziehen Sie einfach mal für eine kurze Zeit in die Neubauten.

Susanne Klischat, Norderstedt

Was soll das Gerede?

26. Oktober: Lässt Hessen die große Koalition zerbrechen? Bei der Landtagswahl am Sonntag stehen die Karrieren von Kanzlerin Merkel und SPD-Chefin Nahles auf dem Spiel. CDU-Generalsekretärin spricht schon von Neuwahlen

Was soll eigentlich dieses ganze Gerde um Neuwahlen im Bund? Die große Koalition ist für vier Jahre gewählt.

Gitta Uther

Orte der Begegnung

24. Oktober: Schönheitskur für 13 Plätze in Hamburg. Senat stellt zehn Millionen Euro zur Verfügung, damit die Flächen attraktiver werden und mehr Aufenthaltsqualität bekommen

Plätze sind Ereignisse, sie zeigen wie wir miteinander umgehen und was uns das wert ist. Wir freuen uns in Volksdorf, dass nach zehn Jahren des Forderns nun im kommenden Jahr unser in die Jahre gekommener Marktplatz rundum erneuert wird. Eine engagierte öffentliche Bestandspflege sollte eingebunden sein in eine konzeptionell nachhaltige Entwicklung. Sie wird jeden Hamburger Stadtteil auf seine Weise lebenswert machen. Das hat man schon vor über 20 Jahren stadtplanerisch in Barcelona erkannt und die öffentlichen Plätze zum Ausgangspunkt dafür genommen. Es gilt in Hamburg unsere Stadtteile als Aufenthaltsräume, Orte der Begegnung auch konzeptionell zu stärken. Erst wenn wir den Wert des Lokalen ökologisch, sozial, ökonomisch und kommunikativ in anspruchsvolle Taten umsetzen, können wir Mensch in unserem Kiez werden und sein.

Siegfried Stockhecke

Paternoster mit Geschichte

24. Oktober: Student entdeckt historischen Paternoster

Mit Interesse und schmunzelnd habe ich den Artikel über den Paternoster im Flüggerhaus am Rödingsmarkt gelesen. Ich habe 1951 eine kaufmännische Lehre bei der Fa. H.A. & Gustav Küchler begonnen, die Büroräume im obersten Stock des Flüggerhauses hatte und diesen Fahrstuhl täglich benutzte. Als besondere Mutprobe galt es, durch den Keller und über den Boden zu fahren. Meinen Mann habe ich in der Firma kennengelernt und unser erster Kuss war in diesem Paternoster. Heute sind wir 62 Jahre verheiratet. Ich wollte mir im letzten Jahr das Treppenhaus nochmal ansehen, leider ist ja alles abgesperrt.

Erica Klöhn

Länger gemeinsam Lernen

24. Oktober: Erfolgreiche Eltern, erfolgreiche Kinder. Seit dem Pisa-Schock vor 17 Jahren verbessern sich die Bildungschancen für sozial benachteiligte Schüler in Deutschland nur langsam

Die mangelnde Chancengerechtigkeit und die Abhängigkeit der Schülerleistungen vom sozioökonomischen Hintergrund des Elternhauses sind ein typisch deutsches Phänomen. Solange die soziale Herkunft maßgeblich über den Besuch der weiterführenden Schule entscheidet, wird keine signifikante Verbesserung eintreten – vermutlich vor allem aus einem Grund: Deutschland ist im internationalen Vergleich zusammen mit Österreich das einzige Land, in dem Schüler mehrheitlich nach der 4. Klasse selektiert werden. Die meisten PISA-Gewinner setzen entweder auf integrative (z. B. Finnland und Kanada) oder auf gegliederte Schulsysteme mit längerem gemeinsamem Lernen, und auch Deutschland sollte sich daran ein Beispiel nehmen.

Myriam Christ

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