Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 26. Oktober 2018

Kraftstoffverbrauch bleibt gleich

25. Oktober: Ersatz für Köhlbrandbrücke: Alles spricht für einen Tunnel. Eigene Ebene für Radfahrer geplant. Heute berät der Hafen-Aufsichtsrat

Den in dem Beitrag angeführten verkehrsökologischen Pluspunkt zugunsten eines Tunnels halte ich für eine Milchmädchenrechnung. Sicherlich verbraucht der Motor weniger Kraftstoff beim Hineinfahren in den Tunnel, – da geht es bergab – aber auf der anderen Seite geht es bergauf, also mehr Kraftstoffverbrauch. Bei einer Brücke ist es umgekehrt, beim Bergauffahren auf die Brücke größerer Kraftstoffverbrauch, aber am Ende der Brücke geht es ja auch wieder bergab, also weniger Kraftstoffverbrauch. Wo soll da ein ökologischer Pluspunkt für den Tunnel zu erkennen sein?

Gerhard Dämel, Hamburg

Gütertransport statt Fahrrad

Nun soll unsere schöne Köhlbrandbrücke durch den Neubau eines Hafentunnels ersetzt werden. Dieses Vorhaben ist sicherlich gut durchdacht und praktisch für den Auto- und Lkw-Verkehr. Die Krönung dieser Idee ist jedoch, eine Röhrenebene für den Fahrradverkehr zu nutzen. Hier setzt sich wieder der grün verblendete Idealismus durch. Nur welcher Fahrradfahrer möchte durch eine dunkle und stickige Röhre fahren, ohne die Aussicht auf den schönen Hafen zu genießen? Wohl kaum jemand. Mein Vorschlag wäre: Die angedachte (Fahrrad-)Ebene wird mit Schienen ausgelegt und der Gütertransport erfolgt darüber. Die Köhlbrandbrücke wird erhalten und als Fußgänger- und Fahrradbrücke genutzt. Falls dann im Hafentunnel ein Unfall passiert, kann die Köhlbrandbrücke immer noch durch Rettungsfahrzeuge genutzt werden. Und wegen etwaiger Selbsttötungsgefährdeter könnte mit wenig Aufwand ein Zaun am Brückengeländer erstellt werden, was die Aussicht auf den Hafen bestimmt nicht mindern sollte.

Willibald Müller

Mülltrennung auf Malta

25. Oktober: Die EU will Einwegplastik verbieten. Parlament stimmt Richtlinie für Produkte aus Kunststoff zu. Verbraucher sollen besser informiert werden

Das Problem der richtigen Entsorgung ist viel wichtiger. In unserem EU-Partnerland Malta z. B. gibt es noch eine freiwillige Mülltrennung. In aller Regel wird das von den stark besiedelten Gebieten an den Küsten nicht beachtet. Ich habe mehrfach die Insel bereist und Fakt ist, dass der Müll täglich in Plastiksäcken bis neun Uhr an die Straße gestellt wird um abgeholt zu werden. Da weder Trennung noch Pfandsystem auf Plastik existieren wird alles in diesen Abfallplastikbeutel gepackt. Wenn es denn Regen gibt, wird der Plastikmüllbeutel teilweise mit dem Regenwasser durch die Straßen ins Meer gespült (ein Sielsystem ist in den meisten Gebieten nicht vorhanden). So schön und sehenswert Malta auch ist, in den Teilen, in denen ich mich zu Fuß bewegte, lagen an jeder Ecke, auf der Straße und in den wenigen Grünanlagen Plastikflaschen. Solange das so ist, brauchen wir in Hamburg nicht auf den Strohhalm verzichten, der bei uns sowieso im gelben Sack landet.

Klaus Axmann

Bahnsystem ausbauen

23. Oktober: A1 nach Lübeck wird zur Strom-Autobahn. Jetzt startet der Bau des E-Highways für Lastwagen

Autobahnen sind für Pkw. Lkw und deren Güter gehören auf die Eisenbahn. Warum haben wir eigentlich die überwiegend Stromgetriebene Eisenbahn, wenn jetzt sogar die Autobahn elektrifiziert wird? Besser ist es, das Geld für die Strom-Autobahn in den Ausbau der Bahnen und deren Elektrifizierung zu investieren.

Dr. Thomas Palaschewski, Pinneberg

Viel Aufwand, unsicheres Ergebnis

Die Kosten für Masten, Oberleitungen, Schutzplanken werden zurzeit auf 19,1 Mio. Euro geschätzt. Die zwei Fahrspuren der E-Highways sind für andere Fahrzeuge nicht nutzbar. Autofahrer müssen sich monatelang auf stockenden Verkehr einstellen. Der Lkw-Logistiker Bode zahlt pro Elektro-Lkw ca. 250.000 Euro (das dreifache des Preises einer herkömmlichen Zugmaschine) und kann trotzdem noch nicht sagen, wie viel Diesel oder CO² seine E-Lkw wirklich einsparen werden. Bei solchem Aufwand mit ungewissem Ergebnis ist auch ungewiss, ob der von Verkehrsminister Buchholz erwartete klimaneutrale Güterverkehr auf der Straße wirklich erreicht werden kann. Deshalb sollte das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel auch eine Alternative untersuchen: Wieviel kostet, wieviel nutzt, wieviel Fläche benötigt der Transport dieser Güter auf der Eisenbahn, einschließlich erforderlicher zusätzlicher Gleise?

Dr. Franz Hubert Timmermann

Geringere Ernte durch Kerosin?

19. Oktober: Neues Terminal – wird der Flughafen heimlich erweitert? Fluglärm-Initiative und Politiker üben scharfe Kritik

Wann werden die Flugbewegungen über unserem Land endlich drastisch gekürzt? Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erwartet für das laufende Jahr 2018 3,5 Millionen Flugbewegungen. Unser Himmel ist durch Kerosinabgase und Funkwellen verseucht, die sich bei Regen und Gewitter auf dem Land allmählich absetzen und unmittelbare Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben: Die Landwirte werden bundesweit voraussichtlich 80 Prozent weniger Ernte einfahren als im Vorjahr.

Rolf Roggenbuck

Aufs Fliegen verzichten

Muss eigentlich jede Person so viel und so weit fliegen, wie es ihr in den Sinn kommt? Wenn jeder sich klar darüber ist, wieviel Lärm, wieviel Platz, wie viel Verschmutzung dadurch hervorgerufen wird, wird das Fliegen vielleicht nicht zur Alltagsangelegenheit. Wir bräuchten über einen dritten Terminal gar nicht nachzudenken und die Anwohner könnten wieder besser schlafen.

Christiane Röhling, Hamburg

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