Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 20. Oktober 2018

Flughafen nicht erweitern

19. Oktober: Neues Terminal – wird der Flughafen heimlich erweitert?

Ein drittes Terminal zu schaffen und 500 Millionen Euro in den nächsten Jahren zu investieren, ist der Gipfel des Irrsinns und eine gigantische Geldverschwendung. Wann zieht der Senat endlich die Notbremse? Der Flughafen darf nicht erweitert, sondern muss aus Lärmschutzgründen reduziert werden. Hamburg braucht dringend einen Flughafen außerhalb der Stadt. Warum wird nicht das Projekt in Kaltenkirchen realisiert, das schon zu Zeiten von Helmut Schmidt geplant wurde? Kurzfristige Abhilfe für den Flughafenengpass bringt der verkehrsgünstig gelegene Flughafen in Lübeck, der (wieder) die Billig-Airlines aufnehmen kann.

Rolf Reisinger, Hamburg

Beim Parken Motor ausstellen

19. Oktober: Luft am Hafenrand bundesweit am schmutzigsten

Direkt am Anleger der Landungsbrücken ist die Luft am schlechtesten. Eine spürbare Erleichterung auch für die Beschäftigten und Besucher lässt sich sofort herstellen: Im Straßenverkehr ist es selbstverständlich, dass beim Parken der Motor abgestellt werden muss. Die Schiffe der HADAG aber werden oft über sehr lange Zeit mit starker Motorlast gegen den Anleger gedrückt, weil sie nur einen Menschen als Besatzung haben. Stellt die HADAG einen Festmacher an den Landungsbrücken an, kann er die „parkenden“ Fähren vertäuen und sie verursachen weder Gestank noch Lärm. So viel muss der HADAG die Gesundheit und Umwelt wert sein.

Michael Rothschuh, Hamburg

Den Nagel auf den Kopf getroffen

13./14. Oktober: ,Gebote und Verbote nur noch für die Dummen, Braven und Schwa­chen‘. Hans-Jürgen Papier, langjähriger Präsident des Bundesverfassungsgerichts vor einer Erosion des Rechtsstaats

Es war sicher kein Zufall, dass Sie den früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes am Samstag vor der Wahl mit der Diagnose zu Wort kommen ließen, dass die Politik verbindliche Abgas-Grenzwerte festsetzt, aber nicht willens oder in der Lage ist, für deren Einhaltung zu sorgen. Das trifft den Nagel auf den Kopf: Das Kontrollversagen der Politik ist mindestens so skandalös wie es die Tricks der Autoindustrie waren und man fragt sich, ob hier nicht in Wahrheit stillschweigend zusammengewirkt wurde – hier liegt einer der Kernpunkte des Vertrauensverlustes, der sich bei allen kommenden Wahlen wieder zeigen wird und den die Bundeskanzlerin nicht durch das Versprechen weg beten wird, sich nun vertrauenswürdig zu zeigen. Akzeptiert man den Gedanken des stillschweigenden Zusammenwirkens, ist die Lösung leicht: Den Automobilherstellern wird von Gesetzes wegen Ersatz des Schadens auferlegt, was angesichts der moralischen Rechtfertigung dieses Vorgehens wohl auch verfassungskonform sein wird. Aus den zwangsläufig entstehenden Insolvenzmassen heraus können die Fertigungsanlagen der Autoindustrie arbeitsplatzerhaltend über einen Gang an die Börse an einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu fairen Preisen verkauft werden. Aus ihren Schadensersatzansprüchen oder auch aus dem, was sie privat zurückgelegt hat, kann die Bevölkerung dann Beteiligungen an Produktivvermögen kaufen und endlich wieder Erträge für ihr Erspartes erwirtschaften.

Dr. Uwe J. Petersen, Hamburg

Nicht immer nur ärgern...

13./14. Oktober: Bau­stel­len-Är­ger in der City: Autofahrer und Geschäftsleute von vielen Sperrungen genervt. Mitte November sollen die Arbeiten enden

Statt sich nur immer zu ärgern und die ,,Baustellenkeule“ zu schwingen, sei doch bedacht, dass hier besorgte Anwohner ihre Nachbarschaft für viel Geld verschönern. Stufe um Stufe des Bauablaufs wurde sorgfältig geplant mit Fachbehörden und der Handelskammer. Erfahrenes Personal kümmert sich um umsichtige Koordination zwischen der erfahrenen Projektführung und den Eigentümern/Geschäften. Zu der erwähnten ,,Blume Fresh“ sei noch gesagt, auch sie wird bald wieder noch schöner aufblühen. Verdient haben es die freundlichen ,,Blumenmädchen“, weil sie schon vor Jahren halfen, die vielen verwaisten Pflanzkübel am Großen Burstah und Kleinen Johannisstraße zu schmücken. Bei der Erneuerung des Straßenpflasters in der Straße Neue Burg kam ein archäologisch sehr bedeutsamer Fund an das Tageslicht. Er brachte u.a. wichtige Erkenntnisse über die damalige Raumaufteilung und Lebensweise der Burgbewohner zum Wasser hinunter, wo heute der Laeisz-Hof steht, nur etwa 200 m von der Abendblatt-Nachrichtenwerkstatt entfernt. Diese Art Baustellenverzögerung wird bestimmt überall Verständnis finden.

Herbert W. Goy, Hamburg-Wohldorf

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