Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 11. Oktober 2018

Ohne jeglichen Sachverstand

10. Oktober: Jetzt doch: Hamburg zahlt 950 Millionen Euro für Fernwärmenetz

Ohne Zweifel gehört die Energieversorgung in die Hand des Staates. Der in diesem Fall abgeschlossene Vertrag zeigt mal wieder, dass die Staatsvertreter bar jeglichen kaufmännischen Sachverstandes waren. Typisch! Der Schaden für den Steuerzahler ist immens.

Bernd Lange, Kattendorf

Dem Volk aufs Maul schauen

Der Rückkauf des Fernwärmenetzes ist durch Weitsicht geprägt, die offenbar bei Ole von Beust nicht vorhanden war, als er das HGW HH gegen den Willen der Hamburger Bürger an Vattenfall verscherbelte. Es gibt sie also doch noch, die demokratische Gerechtigkeit, dass Bürger auch außerhalb des Wahlfensters auf falsche politische Entscheidungen Einfluss nehmen können. Warum es dazu immer eines komplizierten Volksentscheides bedarf, ist allerdings unerklärlich. Warum nicht vorher nach Martin Luther dem Volk aufs Maul schauen?

Dr. Dietger Heitele, Hamburg

Da brummt und summt es

10. Oktober: 100 Millionen Euro für Insekten

Ich wohne in einem kleinen Ort im nördlichen Niedersachsen. An vielen Stellen des Ortes sind schon spezielle Blumenwiesen für Insekten angelegt worden. Auch an Straßenrändern auf dem Grünstreifen. Wenn man daran vorbei geht, summt und brummt es ganz fantastisch. In meinem Garten habe ich überwiegend Pflanzen gesetzt, die insektenfreundlich sind. Da gibt es diverse zur Auswahl. Man muss sich nur dafür interessieren. So könnten auch die Stadtbewohner mit Balkons und Blumenkästen für eine größere Vielfalt der Insekten sorgen, indem sie keine 0815-Geranien pflanzen, sondern Blumensamen für Schmetterlinge & Co. Die Umwelt wird es ihnen danken.

Danica Hubrich, per E-Mail

Nutzen wir unsere Möglichkeiten!

9. Oktober: Eine letzte Warnung der Forscher. Der Weltklimarat befürchtet in einem Sonderbericht dramatische Folgen, wenn die Erderwärmung nicht begrenzt wird. Die Bundesregierung ist alarmiert

Der Bericht des Weltklimarats IPCC hat einmal mehr auf die Dringlichkeit einer Änderung der Lebensweise unserer Gesellschaft hingewiesen. Die Zeit drängt und die Politik tut – in ihrem unerschütterlichen Glauben, schon genug zu tun – nicht viel. Prof. Dr. Volker Quaschning von der HTW Berlin erklärt in zahlreichen „Youtube-Videos“ und auf seiner gleichnamigen Homepage, wie die Energiewende technisch funktionieren und was jeder Einzelne dafür tun kann. Die Werkzeuge des Bürgers heißen neben Energiesparsamkeit unter anderem Photovoltaik, Elektroauto und Beteiligung an regenerativer Energieerzeugung. Während Photovoltaik und Elek-troauto nicht immer in die aktuellen Lebensumstände passen, kann jeder ohne großen Aufwand eines tun: Zu einem Stromlieferanten von ausschließlich regenerativer Energie wechseln. Denn das ist neben der eigenen dezentralen Energieerzeugung der massentauglichste Weg, um den deutschen Strom-Mix positiv zu beeinflussen. So wird mit unserem Schwarmkapital in saubere Energie investiert und nicht mehr in Kohle. Selten hatte der einzelne Bürger so viel Macht, ein System zu verändern. Nutzen wir unsere Möglichkeiten und beschreiten wir diesen so existenziell wichtigen Weg.

Martin Oster, per E-Mail

Eine vernünftige Entscheidung

9. Oktober: Fernwärmestreit vor der Lösung

Endlich mal eine vernünftige und zukunftsgewandte Entscheidung in Hamburg. Der Vorschlag der FDP, Fernwärmeversorgung auf Basis des Kohlekraftwerks Moorburg lässt die Frage aufkommen, ob diese Partei nicht mitbekommen hat, dass die Kohleverstromung bald beendet wird. Die CDU sollte sich zurückhalten, da sie es mit Volksentscheiden ja nicht so genau nimmt. Die Mitarbeiter und Patienten in den privatisierten Krankenhäusern leiden noch immer unter diesem nicht zu entschuldigendem Fauxpas.

Matthias Christen, per E-Mail

Mehr Geld als Anreiz

9. Oktober: Hamburgs Baustellen Chaos

Warum dauert es so lange, bis eine Baustelle abgearbeitet ist? Das es anders geht, zeigt die Sanierung der Autobahn vom Horner Kreisel zum Autobahnkreuz. Innerhalb weniger Wochen war die Sanierung fertig. An der Baustelle am Dammtor wird, so meine Wahrnehmung, ab 16 Uhr nicht mehr gearbeitet. Ich meine, dass bis 20 Uhr ohne die wenigen Anlieger zu belästigen, gearbeitet werden könnte. Auch ist zu erwähnen, dass z. B. in Frankreich Aufträge in etwa so vergeben werden: Ein realistisches Datum zu Fertigstellung wird vereinbart. Wird der Auftragnehmer früher fertig, erhält er mehr Geld. Das könnte auch hier ein Anreiz sein.

Lutz Jaffé, per E-Mail

Da fängt der Umweltfrevel an

9. Oktober: Rote Touristenbusse sollen mit E-Motor fahren

Es wäre dringend notwendig, dass diese roten Doppeldeckerbusse – oft nur mit wenigen Touristen besetzt – in Zukunft emissionsfrei durch die Stadt fahren. Am Rathausmarkt habe ich vor einiger Zeit an einer Bushaltehaltestelle gewartet. Der Fahrer eines solchen Touristenbusses ließ den Motor minutenlang ohne erkennbaren Grund laufen; es stiegen weder Touristen ein oder aus, noch war es kalt. Der Dieselgestank war nicht auszuhalten. Als ich den Fahrer darauf ansprach, erntete ich nur eine unfreundliche bzw. keine Antwort. Der Motor lief dann noch weiter minutenlang im Leerlauf. Beim gedankenlosen Motorlaufenlassen fängt m. E. der Umweltfrevel an und geht aber auch damit weiter, sich das gefallen zu lassen!

Norbert Schäfer, per E-Mail

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