Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 2. Oktober 2018

Entwicklungshilfe vor Ort leisten

1. Oktober: Zehntausende protestieren gegen Rassismus

Es ist sicher erforderlich, rassistische Diskriminierungen anzuprangern. Ich halte es aber für falsch, dieses Thema mit dem Flüchtlingsthema zu vermengen. Das geltende Recht sieht Abschiebungen vor, wenn es sich weder um einen Flüchtling nach der Genfer Konvention noch um einen anerkannten Asylanten handelt. Dieses geltende Recht durch Forderungen nach offenen Grenzen und einem Abschiebungsstopp außer Kraft setzten zu wollen, ist lediglich Wahlhilfe für die AfD. Darüberhinaus vermisse ich es sehr, dass diejenigen, die sich so vehement für Flüchtlinge einsetzen, mit der gleichen Energie für die vielen Menschen kämpfen, die unter schwierigsten Bedingungen z. B. in Afrika leben und die dringend Vor-Ort-Unterstützung brauchen, wie durch geänderte Handelsverträge zugunsten der Entwicklungsländer.

Beate Hille, Hamburg

Doppelte Belastung für Kinder

1. Oktober: Gymnasium: Jeder Achte muss gehen

Warum legt man nicht bestimmte Voraussetzungen für den Besuch des Gymnasiums zugrunde? Nur wer einen bestimmten Notendurchschnitt hat, kann aufs Gymnasium. Ich halte es auch für sehr fragwürdig, wenn Eltern ihre Kinder entgegen der von der Schule ausgesprochenen Empfehlung auf eine Schule schicken, deren Anforderungen sie nicht gewachsen sind, das ist eine doppelte Belastung für diese Kinder. Die fühlen sich doch als Versager, wenn sie die Schule wieder verlassen müssen.

Gitta Uther, Seevetal

Das Zauberwort heißt Empathie

29. September: Kolumne: Einladung zur Bürgerverdrossenheit. Die Deutschen sind nach dem Koalitionstheater politikverdrossen – aber drehen wir den Spieß doch einmal um

Wir Bürger haben ein überzogenes Anspruchsdenken und die Politik bestärkt uns noch darin. Wahlgeschenke sind immer nur ein Strohfeuer, schaffen nur weitere Unzufriedenheit und wecken erneute Begehrlichkeiten. Statt beide Parteien auf die Couch zu schicken, wäre ein wenig mehr Bescheidenheit und Rücksichtnahme füreinander wünschenswert. Das Zauberwort Empathie im Umgang miteinander scheint in unserer augenblicklichen Gesellschaft abhanden gekommen zu sein. Mögen die Medien nicht müde werden, uns weiterhin wach zu rütteln.

Eggert Oldenburg, Hollenstedt

...bis man persönlich betroffen ist

Die Anspruchshaltung vieler Mitbürger findet man nicht nur in der Politik, sondern auch in Sport- und anderen Vereinen. Immer meckern, aber selbst keine Verantwortung übernehmen. Aus der zweiten Reihe schießen, ist ja viel angenehmer. Ein befreundeter Bürgermeister aus Bayern brachte es auf den Punkt: Betroffenheitsdemokratie. Also sich um nichts kümmern, bis man persönlich betroffen ist. Liebe Mitbürger, wenn man sich persönlich einbringt, lässt sich vieles bewegen und man bekommt ein Gefühl dafür, wie viel Arbeit unsere Ehrenämtler in Sport, Politik etc. aufbringen müssen, damit der Laden läuft.

Henning Heinen, Itzstedt

Auswirkungen nur für wenige

Das „Wirtschaftswunder“ von dem Sie schreiben, findet leider nur Auswirkungen für sehr wenige Menschen. Hörgeräteakustiker, Handwerker, Arbeiter und angestellte Kaufleute haben dadurch nur mehr Stress und Arbeit, weil natürlich nicht mehr Menschen angestellt werden, sondern es eine Arbeitsverdichtung gibt. Schauen Sie sich dazu auch mal die Studien zu Krankheiten und Fehlzeiten an und die massiven Erhöhungen der arbeitsbedingten Probleme. Die üppigen Rentenerhöhungen werden locker von den Steuern, die diese Regierung nun auch auf Renten nimmt und der Inflation aufgefressen, zumal die versteckte Erhöhung durch zwei Jahre längeres Einzahlen noch gar nicht eingerechnet ist. Das Niveau wird weiter sinken, da sich diese tolle Regierung ja nicht darauf festlegen konnte, die Rentenhöhe über das Jahr 2025 festzulegen. Wohnungsbau gibt es nur für Menschen, die sich eine Kaltmiete von 17 Euro leisten können oder wo sind die vielen Sozialwohnungen? Von einem Gehalt, das bei 1440 Euro netto (seit 15 Jahren ohne Gehaltsanpassung) für einen 54 Jahre alten Handwerker im Bereich Medizin liegt, kann man sich weder den SUV, noch regelmäßige Flüge in den Süden leisten. Hier ist es schon unmöglich, eine angemessene Wohnung zu finden.

Reiner Wagner, per E-Mail

Gegen den Menschenverstand

1. Oktober: Engpässe bei Fluglotsen nehmen zu

Wenn man heute schon weiß, dass es massive Engpässe gibt und zukünftig noch größere Engpässe zu erwarten sind, dann muss man doch den Flugbetrieb entsprechend anpassen. Schon aus Gründen der Sicherheit muss die Anzahl der Flüge reduziert werden. Es liegen jahrelange Erfahrungen vor, wie sich die Probleme der DFS auf die Verspätungen am innerstädtischen Flughafen Hamburg auswirken. Die Verspätungen nach 23 Uhr haben sich innerhalb weniger Jahre verdoppelt. Also muss man mit diesem Wissen agieren und die Flugbewegungen entsprechend reduzieren. Besonderes Augenmerk muss dabei die völlig überplante Tagesrandzeit haben. Bereits in den Morgenstunden sind Starts im Minutentakt geplant und wenn es dann Verzögerungen gibt, werden die bis Mitternacht mitgeschleppt. Die Anzahl der Starts in den ersten zwei Stunden am Tag muss reduziert werden. Wenn man zusätzlich ab 22 Uhr keine Flüge mehr plant, dann kann auch eine nachhaltige Reduzierung der verspäteten Flüge nach 23 Uhr gelingen. Alle Probleme bezüglich der Verspätungen in Richtung DFS zu verschieben und gleichzeitig immer mehr Flüge ab/an Hamburg zu planen, ist ja wohl eindeutig gegen den Menschenverstand.

Antje Harms, per E-Mail

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.