Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. September 2018

Früherer Rückzug aus Berufsleben

26. September: Stürzt Merkel über diesen Mann? Unions-Fraktion wählt Ralph Brinkhaus zum neuen Vorsitzenden

Als politisch interessierter Mensch habe ich mich über Ralph Brinkhaus Sieg gefreut. Sehr bemerkenswert finde ich dabei die Tatsache, dass Männer aus Politik und Wirtschaft einfach nicht Platz machen können. Volker Kauder, Horst Seehofer, Michael Kühne, Albert Darboven, Eugen Block und viele mehr. Warum zieht man sich nicht irgendwann aus der Arbeit zurück und genießt sein Leben mit seiner Familie? Auch ist es doch wichtig, junge Menschen ans Ruder zu lassen. Gerade in der Politik befinden wir uns derzeit in einer Situation, die zeigt, dass es irgendwann Zeit ist loszulassen. Übrigens ist Herr Kauder mit 69 Jahren der jüngste der aufgezählten Personen.

Thomas Grabe, per E-Mail

CDU-Fraktion wurde abgestraft

26. September: End­zeit­stim­mung in Berlin. Mit Volker Kauder verliert die Bundeskanzlerin ihre politische Lebensversicherung

Jahrelang hat Frau Merkel über ihren Frontmann Volker Kauder die CDU-Fraktion im Bundestag hart an der Kandare geführt, sie zu ihrem Akklamationsgremium erzogen, mithin zu ihrem Bettvorleger erniedrigt. Und diese hat sich dazu bis zur politischen Unkenntlichkeit erniedrigen lassen mit den bekannten Folgen: einem eklatanten Wirklichkeitsverlust und dem Verlust der Bindung zur Stammwählerschaft. Dafür wurde sie mit der Wahl von Brinkhaus zum neuen Fraktionsvorsitzenden nun abgestraft. Und damit wird nun hoffentlich auch endlich Schluss sein mit dem „alternativlosen“ Merkelschen Politikstil einsamer Entscheidungen. Den „Rebellen“ der CDU ist zu wünschen, dass sie unter Brinkhaus zu neuem Selbstbewusstsein finden und über eine auflebende Debatte auf Augenhöhe mit der Regierung den Kontakt zum Wähler wieder herstellen, der seit Jahren mehr und mehr verloren ging.

Norbert Richter, Henstedt-Ulzburg

Freiwillige Selbstkontrolle

Es gäbe eine einfache Möglichkeit, die Bürger wieder von der Politik zu überzeugen. Freiwillige Selbstkontrolle. Nachdem die Kontrollinstitutionen, versagt haben, gibt es nur einen Weg: Die CDU-Fraktion beantragt selbst einen Untersuchungsausschuss zum Regierungshandeln in der Flüchtlingsfrage. Die Vorwürfe über Fehlverhalten und Rechtsbrüche sind hinlänglich bekannt und wurden oft genug erhoben. Jedoch haben sich die Verantwortlichen bis heute den Konsequenzen entzogen. Ich halte die juristische und parlamentarische Aufarbeitung für dringend erforderlich, um die Volksseele zu befrieden.

Udo Kellermann, Pinneberg

Entschuldigung reicht nicht aus

26. September: ,Wir haben zu lange weg­ge­schaut‘. Kardinal Marx entschuldigt sich bei den Missbrauchsopfern

Wenn man nicht mal mehr der Kirche vertrauen kann, wem dann? Eine Entschuldigung von Kardinal Marx reicht bei weitem nicht mehr aus, er sollte endlich alles dafür tun, dass die Täter ermittelt werden und vor Gericht gestellt werden. Auch Priester müssen ins Gefängnis. Nachdem so viele Fälle bekannt geworden sind, beteiligt sich die katholische Kirche ja immer noch nicht an der Aufklärung dieser vielen Fälle, ja behindert sie sogar noch. Ein Skandal, über 3600 Opfer, deren Leben zerstört wurde.

Gitta Uther, Seevetal

Der erste Eindruck ist wichtig

25. September: Deutschstunde: Richtiges tadeln und Falsches Falsch stehen lassen. Wann werden unsere Kinder endlich wieder korrekt schreiben dürfen? Neue Studie bestätigt die Fi­­bel-Me­thode

Die Grundschüler sind so lange zu Opfern irgendwelcher dubiosen Reformen geworden, dass sie als Erwachsene Probleme im Beruf und im Privatleben bekommen. Diese wohlgemeinten Experimente richten letztlich einen anhaltenden Schaden an. Die Kinder werden als Jugendliche oder Erwachsene Demütigungen und Ablehnungen ausgesetzt. Gerade bei Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz ist der erste Eindruck, also der richtige Gebrauch der deutschen Rechtschreibung, wichtig. Wer das nicht beherrscht, landet schnell im Abseits. Danke für diesen Artikel.

Christiane Mielck-Retzdorff, per E-Mail

Die Grenzen der Stadt verändern

19. September: Was nützt mir die schönste Stadt der Welt, wenn ich sie mir nicht leisten kann? Die Attraktivität der Metropole hat einen sehr hohen Preis

Wedel, Norderstedt, Pinneberg und andere Stadtteile am Stadtrand sind auch Hamburg. Nur haben es die Hamburger noch nicht so richtig gemerkt. Freuen wir uns darüber, dass Hamburg und sein Umland in den letzten Jahrzehnten eine derartige Wachstumskraft entwickelt hat, so dass so viele Menschen hier Arbeit finden und gerne auch hier wohnen möchten. Bei all dem Wachstum können wir doch kaum erwarten, dass Hamburgs Entwicklung an den Stadtgrenzen, die seit den 30er-Jahren bestehen, Halt macht. Die Probleme, die dieses Wachstum mit sich bringt, insbesondere der absurde Preisauftrieb bei Wohnraum, den Sie, lieber Herr Haider so treffend in Ihrem Beitrag beschreiben, können in den Grenzen der Stadt nicht gelöst werden. Was ist die logische Konsequenz daraus? Die Grenzen der Stadt müssen verändert werden. Mit einem Seitenblick auf aktuelle politische Entwicklungen: Die Menschen erwarten, dass die Demokratie auch die Kraft findet, solche Probleme zu lösen, nämlich Grenzen zu verändern, wenn es notwendig ist. Tut sie es nicht, verlieren viele Menschen das Vertrauen in die Problemlösungskraft der Demokratie. Die letzte Neugestaltung der Stadtgrenzen Hamburgs geschah übrigens in einer Diktatur. Unsere heutige Demokratie muss besser sein, damit es keiner Diktatur bedarf, um solche strukturellen Problem zu lösen.

Peter Ruland, per E-Mail

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