Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 25. September 2018

Thema Maaßen endlich erledigt?

24. September: Fall Maaßen: Ist das jetzt die Lösung?

Hoffentlich ist dieses unsägliche Thema jetzt endlich erledigt. Was für ein Trauerspiel und viel zu viele Akten. Wie unsensibel muss man eigentlich sein, um Herrn Maaßen auch noch befördern zu wollen? Hoffentlich bekommt Herr Seehofer bei der Bayernwahl die Quittung und tritt endlich ab. Und Herr Maaßen? Mit etwas Anstand wäre er freiwillig gegangen...

Gerhard Maack, Hamburg

Würdloses Gezeter um Lappalie

Geht es bei den Querelen im Kanzleramt etwa um die Einführung der Todesstrafe in diesem Land, eine Kriegserklärung gegen einen europäischen Staat, oder um die Beseitigung von Altersarmut? Nein, es wird um überhaupt nichts Wichtiges gestritten, getagt und wieder gezankt, sondern lediglich um einen einzigen Nebensatz, den ein bislang durchaus angesehener Mann in einem Interview von sich gegeben hat. Und das hat zu einem abstoßend würdelosen Gezeter geführt, bei dem es entlarvend ausschließlich um pure Eitelkeiten gepaart mit grenzenloser Selbstüberschätzung geht.

Gerhard Klußmeier, Rosengarten

Kehrtwende hilft nicht weiter

Den Beteiligten ist die Nähe zum Bürger abhandengekommen. Wie sonst kann jemand einer solchen Entscheidung zustimmen? Weil ich meinen Posten halten will, meiner Partei Stimmen sichern oder hoffen, dass auch mir mal geholfen wird? Den Wunsch der Bürger nach guter Politik zum Wohle des Volkes sollte ich als Politiker kennen. Vor dem Sturm der Entrüstung hätten alle Beteiligten sich nur mal in unsere kleine Steuerzahlerseele versetzen müssen. Für mich hat leider besonders die Politikverdrossenheit gewonnen. Da hilft auch die Kehrtwende nicht mehr.

Günter Bock, Barsbüttel

Ein Gefühl der Geborgenheit fehlt

22./23. September: Die Zahl der Krank­schrei­bun­gen nimmt deutlich zu

Die Zunahme der Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme ist nicht allein auf die gestiegene Belastung am Arbeitsplatz zurückzuführen. Mindestens genauso belastend ist für viele Menschen in Deutschland das Gefühl, sich nicht mehr auf Politiker verlassen zu können. Zukunfts- und Existenzängste und das Gefühl, allen Entscheidungen ausgeliefert zu sein, die „von oben“ getroffen werden, sind nicht gerade gesundheitsfördernd. Um den häufig stressigen Alltag gesund meistern zu können, benötigt man ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit.

Petra Isermann, per E-Mail

Diskriminierendes Foto

21. September: Einsatz gegen Dealer: CDU-Po­li­ti­ker stellt Kampfs­port­ler-Truppe auf

Dealer aufzuspüren und das Dealen zu bestrafen, ist sinnvoll. Aber auf dem Foto sind nur dunkelhäutige Männer zu erkennen, die zusammenstehen oder -sitzen. Die Aufnahme zeigt aber keine Dealer-Szene mit „Päckchen-Verkauf“. Von daher ist das Bild diskriminierend. „Im Zweifelsfall für den Angeklagten“ möchte ich dagegenstellen. Man kann nicht grundlos, also ohne Beweismaterial, Menschen ganz gleich welcher Hautfarbe vorverurteilen. Das ist menschenunwürdig. Vorurteile und Ungerechtigkeit schüren nur Unmut und Hass. Wir brauchen stattdessen respektvollen Umgang miteinander.

Franziska Spitta-Hanpft, Hamburg

Abstruses Rechtsverständnis

Wie abstrus muss das Rechtsverständnis eines Rechtsanwaltes sein, wenn er die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols fordert. Wer private „Kampfsportler“ gegen Drogendealer einsetzen will, hat jeden Respekt und jedes Verständnis für die elementaren Zusammenhänge unseres demokratischen Zusammenlebens verloren. Wahrscheinlich versucht hier ein vermeintlicher Kandidat für die nächste Bezirksversammlungswahl im Mai 2019 auf sich aufmerksam zu machen, um bei der rechtspopulistischen Wählerklientel Stimmen zu sammeln.

Kai Voet van Vormizeele, Hamburg

Hat der Rechtsstaat aufgegeben?

21. September: Aufgabe des Rechts­staats. Drogenkontrollen sind Sache der Polizei, nicht die von Bürgern und Kampfsportlern

Wenn ich lese, dass im Schanzenpark mehr oder weniger offen mit Haschisch, Marihuana und härteren Drogen gehandelt wird, dann schleicht sich bei mir der Gedanke ein, dass der Rechtsstaat womöglich aufgegeben hat oder nicht mehr in der Lage ist, Recht und Ordnung durchzusetzen. „Aus Angst vor Ärger mit der linken Szene“? Hier hat Herr Iken sicherlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Hamburger Senat hat es aufgegeben, der linken und linksradikalen Szene entschiedener entgegenzutreten. Weil der Rechtsstaat oder Rechtssenat sich offensichtlich aufgegeben hat, dürfen wir uns über „private Zivilstreifen“ doch gar nicht wundern.

Veit Ringel, Hamburg

Sicherheit läuft aus dem Ruder

Sie haben natürlich Recht, Herr Iken, Drogenkontrollen sind Sache der Polizei. In letzter Zeit hat man nur immer öfter den Eindruck, dass in Deutschland sicherheitstechnisch einiges aus dem Ruder läuft. Wenn im Schanzenpark offen gedealt werden kann, ist das eine Katastrophe für jedes Rechtsempfinden. Zu befürchten haben diese Dealer allerdings wenig, im Gegenteil, wenn es Leute mit Migrationshintergrund sind, wird die Rassismuskeule herausgeholt. Ihren letzten Satz „...sollte der CDU-Politiker mal mit der Kanzlerin Tacheles reden“, finde ich toll. Gibt es denn überhaupt jemanden, der sich das traut? Und wenn, würde es etwas nützen? Unsere Politiker sind doch alle nur noch mit sich selbst beschäftigt.

Ingrid Kallbach, per E-Mail

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