Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 24. September 2018

Auch Maaßen hat eine Würde

22./23. September: SPD will den Fall Maaßen neu ver­han­deln – ,Haben uns geirrt‘

Denkt eigentlich keiner der Agierenden daran, dass Herr Maaßen auch eine Würde hat, die nach unserer Verfassung unantastbar sein soll? Der Mann hatte nur gewagt, die Regierungsmeinung zu hinterfragen und schon ist er der Öffentlichkeit zum medialen Fraß vorgeworfen worden und kommt als Mensch nicht mehr zur Geltung. Seine unstrittigen Verdienste um Deutschland spielen keine Rolle? Man spricht über ihn wie über eine lästige Sache. Das ist eine schlimme Verrohung im Stil.

Mathias Pregartbauer, per E-Mail

Angst vor der nächsten Wahl

Die Rolle rückwärts der drei Pateivorsitzenden ist nicht der besseren Einsicht geschuldet, sondern der Angst vor den Folgen bei den nächsten Wahlen. Diesen drei Parteien laufen die Wähler davon und es ist zu befürchten, dass es schon bald zum Showdown kommt. Wir sind dann von Weimarer Verhältnissen nicht mehr weit entfernt! Das ist dann zwar nicht Deutschlands Untergang, aber Anlass darüber nachzudenken und gegenzusteuern, ist schon nötig.

Horst Ruppert, per E-Mail

Keine Ahnung von der Pflege

21. September: Können Pfle­ge­kräf­te ­mehr arbeiten?

Dieser Vorschlag zeigt, wie viel Herr Spahn von der Pflege versteht. Ich war selbst Krankenschwester und habe die letzten Jahre vor der Rente in Teilzeit gearbeitet. Die Kollegen, die in Teilzeit arbeiten, haben zum größten Teil einen triftigen Grund dafür. Sie können nicht Vollzeit arbeiten, weil sie sich um die Kinder kümmern müssen oder sie können aus physischen oder psychischen Gründen nicht mehr Stunden arbeiten. Trotzdem machen sie viele Überstunden, weil sonst die Stationen nicht mehr besetzt werden könnten. Dienstpläne sind nur noch Empfehlungen, aber keine Richtlinien mehr. Aus diesem Grund wollen die Arbeitgeber die Anzahl der Teilzeitarbeit gar nicht ändern. Herr Spahn kann sich nicht vorstellen, wie schwierig es für junge Mütter ist, die Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Herr Spahn sollte sich um Kita- und Schulhortplätze kümmern mit Öffnungszeiten, die mit Schichtplänen in der Pflege kompatibel sind. Wie kann es sein, das Kitas Schließzeiten von vier Wochen haben und die Mütter nicht wissen, wo die Kinder betreut werden? Viele Krankenschwestern sind nach Jahren physisch und psychisch so kaputt, dass sie sich nicht mehr in der Lage sehen, Vollzeit zu arbeiten. Rehabilitationen werden von der Rentenversicherung abgelehnt. Und zu guter Letzt geht man dann mit einer mickrigen Rente in den Ruhestand, weil die Löhne zu gering sind. Betriebsrenten gibt es nicht und von der privaten Vorsorge werden Krankenkassenbeiträge auch noch für den Arbeitgeber abgezogen und mindern damit erheblich die Höhe des Gewinns. Herr Spahn, fragen Sie doch bitte die Betroffenen, was man ändern müsste, damit sie länger in ihrem Beruf arbeiten können.

Sonja Starke, per E-Mail

...sozialen Brennpunkt gebastelt

19. September: Scheitert In­te­gra­tion in Hamburgs größtem Flücht­lings­dorf? Warum der geplante Einzug von deutschen Mietern stockt

Die Frage, ob die Siedlung scheitert, wird sich nicht stellen, denn sie wird ganz sicher scheitern. Die Verantwortlichen mit ihrem Gutmenschentum und ihrer grenzenlosen Naivität haben sich den nächsten sozialen Brennpunkt gebastelt, der uns wohl sehr lange erhalten bleibt. Bei der Wohnungssituation in Hamburg werden die 2500 Asylanten da bleiben, wo sie sind und es werden mit Sicherheit noch mehr werden. Die französischen Vorstädte lassen grüßen.

Andreas Stiegert, per E-Mail

Denkpause durch traurigen Anlass

21. September: Denkpause im Hambacher Forst. Nach dem Todessturz eines Journalisten sind die Baumhaus-Räumungen gestoppt

Es macht betroffen, dass erst der Tod eines Menschen die Räumung vorläufig gestoppt hat. Die Denkpause muss zu einer Umkehr der Politik der Landesregierung führen. Das heißt nicht räumen und roden, sondern Erhalt des Waldes, auch gegen den Willen von RWE. Und auf Bundesebene muss ein zügiger und konsequenter Austritt aus der Kohleverbrennung vorangetrieben werden.

Ilona Wilhelm, per E-Mail

Entscheidung am Bürger vorbei

20. September: Diebs­teich – Bahn­hofs­halle ohne Schienen? Baustopp verzögert vorerst nur die Verlegung der Gleise. SPD und CDU kritisieren Bundesamt

Die Entscheidung des ehemaligen Scholz-Senats zur Verlegung des Altonaer Bahnhofs war vorschnell, unausgereift und am Bürger vorbei. Für die Bürger Altonas und des Hamburger Westens ist die derzeitige Situation der Anbindung S-Bahn/Fernbahn seit über 120 Jahren optimal und wäre es auch in Zukunft. Statt Altona weiter zu verdichten, wäre es sinnvoller gewesen, den notwendigen Wohnungsbau in Rothenburgsort zu forcieren, wo derzeit noch Flächen in bester Lage an der Bille von Gewerbebetrieben genutzt werden.

Stefan Bick, per E-Mail

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