Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. September 2018

Emil hat recht

5. September: Handys weg! Emil ruft zur Demo

Du hast ja so recht, Emil, und sprichst mir (75 Jahre) aus der Seele. Eigentlich ist es traurig, dass sich sogar Kinder heute dagegen wehren müssen. Egal, wo man sich aufhält, überall kann man dieses Smartphone-Verhalten beobachten. Es ist eine Unsitte geworden. Ich erlebe es genau anders herum, denn mein 15 Jahre altes Handy ist nur eingeschaltet, wenn ich verabredet bin und wird beim Eintreffen sofort ausgeschaltet. Und das wird auch nicht immer verstanden. Vielleicht schaffst Du es ja, mit der Kinderdemonstration die Menschen wach zu rütteln. Das wünsche ich Dir.

Hannelore Moldenhauer, per E-Mail

Innovative Firmen für Hamburg

5. September: CDU-Wirt­schafts­rat warnt vor Nacht­flug-Ein­schrän­kun­gen

Wenn jetzt auch aus der CDU die Lärmprobleme des Flughafens kleingeredet werden, fragt man sich, wer eigentlich noch für die gesundheitlichen Belange der Stadtbevölkerung eintritt? Wir wohnen seit gut acht Jahren an der Grenze zwischen Lokstedt und Eimsbüttel und stellen fest, dass die Lebensqualität in diesem Viertel nicht besser wird. Der Großkonzern Beiersdorf will die Kleingärten auflösen, die Flughafengesellschaft belastet die Umwelt zunehmend mit Lärm und Kerosingeruch. Könnte Wirtschaftsförderung nicht auch heißen, verstärkt kleinere, nachhaltig arbeitende Firmen an Hamburg zu binden und innovative Zukunftsunternehmen zu fördern?

Matthias Beimel, per E-Mail

Kinder brauchen gesunden Schlaf

Beim Thema Fluglärm werden immer sehr schnell die wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens bemüht. Es ist aber auch ein wirtschaftliches Interesse unserer gesamten Gesellschaft, wenn Kinder morgens ausgeruht und ausgeschlafen in der Schulbank sitzen. Der stark wachsende Stadtteil Lurup hat einen der höchsten Anteile an Familien mit Kindern in dieser Stadt, darauf nimmt man allerdings keine Rücksicht, wenn man bis Mitternacht in den Schlafrhythmus dieser kleinen Menschen eingreift. Gut ausgebildete junge Menschen sind auch ein wirtschaftlicher Faktor, den man in seiner Kalkulation einmal berücksichtigen muss.

Christiane Dornecker, per E-Mail

Mit Engagement gegen Lärm

3. September: Post von der Chefredaktion

Im Newsletter schreiben Sie, die Anwohner vom Hamburger Flughafen würden die Tatsache leicht übersehen, dass es den Flughafen seit 1911 geben würde. Ich wohne in einem Haus, welches seit 1928 im Besitz der Familie meiner Frau ist. Wenn der Fluglärm, bzw. die Anzahl der Flugbewegungen derselbe wie 1928 oder 1960 oder 1990 wäre, gäbe es nicht die Probleme, wie sie sich aktuell darstellen. In den letzten Jahren hat Dank der Billigflieger die Anzahl der Starts und Landungen über unser Haus und damit der Lärm drastisch zugenommen. Meine Familie und ich fliegen nicht und müssen dennoch die Kosten für den Rest einer Gesellschaft tragen, die ohne Nachzudenken für ein paar Euro in jede beliebige europäische Großstadt fliegt. Es ist einfach, auf die Opfer des Fluglärms draufzuhauen. Die sind ja selber schuld, wenn sie dort wohnen. Das entpflichtet auch, über sein eigenes Verhalten nachzudenken. Man könnte aber auch darüber nachdenken, was für einen Flughafen man in der Stadt haben möchte. Einen, den man bis an die Kapazitätsgrenzen ausbauen will ohne Rücksicht auf die Stadtbewohner? Oder einen, der die Grenze des Wachstums kennt und sein Umfeld berücksichtigt. Zurzeit scheint die Mentalität zu herrschen, dass der Flughafen keine Rücksicht nehmen muss, die Anzahl der Flüge nimmt zu und der „Nachbar“ Flughafen tut wenig, um mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen, um die Situation auf Augenhöhe zu klären. Der einzige Weg ist, sich gegen den Fluglärm zu wehren, auch wenn man dann im Abendblatt als etwas inkonsequenter Trottel dargestellt wird.

Ole Roel, per E-Mail

Hilfe für das Weltklima

Meine Familie wohnt zwar „erst“ seit 1928 in diesem Haus in der Hamburger Einflugschneise. Trotzdem wage ich es, über die wahnwitzige Vielfliegerei an diesem Stadtflughafen zu klagen, an der übrigens auch viele Nicht-Hamburger beteiligt sind. Ich würde sehr gern den Flugbetrieb aus dem Jahr 1911 oder 1928 wiederhaben. Von mir aus auch den von vor zwanzig Jahren. Heute haben wir Flugbewegungen im Minutentakt zwischen sechs Uhr morgens bis nach 23 Uhr. Das ist für Anwohner und für Umwelt eine Zumutung. Es wäre ganz leicht, wieder auf ein vertretbares Maß zurückzukommen, indem Fliegen durch angemessene Steuererhebung und CO2-Abgaben teurer wird. Das würde den Anwohnern helfen und dem Weltklima.

Ulrike Berndt, Hamburg-Langenhorn

Willkommen in Teufelsbrück

4. September: Ärger mit Pariser Flair

Ähnliches passierte uns in einem Restaurant an der Elbchaussee, mit Elbblick und großer Terrasse. Freitags 18 Uhr, die Terrasse war mit acht Gästen nicht gerade voll besetzt. Meine Freundin und ich nahmen an einem Tisch Platz. Die Bedienung rauschte heran mit Speisekarten in der Hand. Wir orderten zwei Grauburgunder (Glas immerhin zu 8,50 Euro). „Sie möchten nichts essen?“, fragte die Bedienung, „dann muss ich Sie auf die Bank am Haus bitten. Das ist die Anweisung vom Chef.“ Auf die Strafbank am Katzentisch? Um uns herum war doch alles frei? Wir waren verblüfft und zeigten unsere Überraschung und unser Unverständnis. Um uns wurden weiter eifrig Speisen und Getränke serviert, unser Wein nicht. Auf unsere Nachfrage erklärte die Bedienung, sie bekäme keine Getränke für uns. Das reichte uns. In Teufelsbrück waren wir trotz gut besetzter Außenanlage an der Elbe herzlich Willkommen. So gastfreundlich ist Hamburgs Gastronomie.

Ellen Hosbach, per E-Mail

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