Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 5. September 2018

Ausnahmen rigoros beschränken

4. September: Rot-Grün­ will Nacht­flug­ver­bot in Fuhls­büt­tel ver­schär­fen

Die Betriebsgenehmigung des Flughafens sollte nicht eingeschränkt werden. Da einige Fluggesellschaften aber alle gebotenen Möglichkeiten weiterhin maximal ausnutzen werden, sollte die Regulierung verschärft werden. Ab 23 Uhr sollen Starts und Landungen heute schon die „Ausnahme“ sein. Also muss die Anzahl dieser Ausnahmen beschränkt werden. Zum Beispiel auf 20 Prozent der zwischen 22 und 23 Uhr geplanten Starts und Landungen im Quartal. Bei Überschreitungen dieser Zahl können dann in einem rollierenden System der betreffenden Gesellschaft im Folgequartal weniger Verspätungen erlaubt werden, um sie so wieder auf die maximale Zahl der vorgesehenen Ausnahmen zurückzuführen. Einige werden nur auf solchen Druck hin ihre An- und Abflüge realistisch planen.

Tim Würfel, Pilot, Hamburg

Fluglärm wird immer intensiver

Der Flughafen Hamburg liegt mitten in der Stadt und der Lärm wird von Jahr zu Jahr intensiver. Alle Versprechungen, die Flugbelastungen erträglich zu machen, sind bisher im Sande verlaufen, das Gegenteil ist eingetroffen. Ich bin vom Fluglärm nicht betroffen, aber wenn ca. 250.000 Menschen vom Dauerlärm und von den Kerosinabgasen krank werden, ist eine Korrektur der Betriebsgenehmigung überfällig. Um 22 Uhr beginnt die gesetzliche Nachtruhe, warum nicht auch für die Menschen am Airport? Handelskammer-Präses Tobias, der gegen eine erweiterte Nachtruhe am Flughafen ist, wohnt übrigens absolut frei vom Fluglärm. Diese Situation findet man immer wieder bei Gegnern der Betriebszeitreduzierung.

Uwe Kahnert, Hamburg-Öevelgönne

Lieber mehr Sportunterricht

3. September: Hamburg bundesweit Spitzenreiter beim digitalen Unterricht. Nur fünf Schüler teilen sich einen Computer

Das für den digitalen Unterricht zur Verfügung gestellte Geld sollte lieber für qualifizierten und mehr Sportunterricht, kleinere Klassen und praxisnahe Fächer (Werken, systematisches Lernen, Ernährung, Umgangsformen) ausgegeben werden. Es können später nicht alle in der IT-Branche arbeiten. Ganz zu schweigen von der Graphomotorik (die Fertigkeit, handschriftlich etwas zu Papier zu bringen), die immer mehr „den Bach runtergeht“. Dies hat dann wieder Auswirkungen auf die Feinmotorik und so weiter. Da Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit und auch für ihre Hausaufgaben sowieso hauptsächlich das Internet/PC/Smartphone benutzen, ist es meines Erachtens die Aufgabe der Schule, das Schreiben (mit der Hand), das Rechnen (mit dem Kopf), das Lesen (in einem Buch) weiter zu fördern. Zu Hause findet dies nämlich kaum noch statt.

Babette Geißler, per E-Mail

Protest gemäßigter Bürger

3. September: Der rechte Schulterschluss

Pegida und die 15 Prozent AfD-Anhänger sind nur die Spitze des Eisbergs. Die heimlichen Sympathisanten zeigen sich demnächst im anonymen Wahllokal. In der „Lachnummer“ Deutschland protestieren eben viele, an sich gemäßigte Bürger, heimlich gegen die inkonsequente und hilflose Asylpolitik, durch die sich in Sachen Sami A. der Staat lächerlich gemacht hat und auch dagegen, dass hierzulande nationales Denken gleich als rechtsradikal angesehen wird.

Dr. med. Dietger Heitele, Hamburg

Arme Millionenstadt Hamburg

1./2. September: Elb­ver­tie­fung – Rech­nungs­hof soll Mehr­kos­ten prüfen

Kein Wunder, dass seit 2004 die Kosten gestiegen und die Prognose für den Umschlag niedriger geworden ist – schließlich haben BUND, andere Umweltverbände und sonstige Gegner der Elbvertiefung mit ihren Einspruchsverfahren dafür gesorgt, dass 14 Jahre vergangen sind, in denen nichts geschehen konnte und stattdessen Rotterdam und Antwerpen einen Teil der Ladungen schon vor Hamburg „abgefischt“ haben. Dieses nun zum Anlass zu nehmen, um die Elbvertiefung weiter zu verzögern, ist perfide. Auf diese Weise kann man dafür sorgen, dass Hamburg eines Tages ein kleiner Binnenhafen wird, Tausende von Arbeitsplätzen in der Hansestadt und Umland verloren gehen, das Hamburger Steueraufkommen sinkt und Hamburg zu einer armen Millionenstadt verkommt. Die heutigen Umweltverbände bedauern doch nicht einmal den großen Schaden, den sie mit einer drohenden Bedeutungslosigkeit Hamburgs anrichten.

Joachim Senk, Seester

Unseriöse Klimadiskussion

25./26. August: Unser ver­rä­te­rischer Fuß­ab­druck. Der Sommer war nicht nur sehr groß, er war zugleich eine große Warnung: Die Erde heizt sich auf

Die Frage nach einem Klimawandel durch Erzeugung und Einleitung von Kohlendioxid in die Atmosphäre ist für all jene nicht relevant, denen physikalisches Grundwissen noch gegenwärtig ist: Danach besteht unsere Atmosphäre im Wesentlichen aus ungefähr 78 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Sauerstoff, 0,93 Prozent Argon, derzeit 0,04 Prozent Kohlendioxid (CO2) etc. Dem stehen 13.000 Milliarden Tonnen Wasserdampf als das wohl bedeutendste Treibhausgas gegenüber. Ohne diesen wärmenden Mantel würde die Erde in Eiseskälte erstarren. Vor diesem Hintergrund wirkt die von Medien, Politikern und Atom-Lobbyisten befeuerte CO2-Klimadiskussion eher unseriös. Und mittendrin im CO2-Medienspektakel Politiker und Schauspieler aller Couleur, die sich zu profilieren suchten. Da störten die wissenschaftlichen Erkenntnisse der dänischen Astrophysiker Lassen und Friis-Christiansen wenig, die 1990 eine 95-prozentige Übereinstimmung der Erderwärmung durch die Sonne in Abhängigkeit von der Periodizität der Sonnenfleckenmaxima und -minima seit 1860 nachwiesen. Die wurden medial einfach ignoriert.

Horst Balzen, Hamburg

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.