Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 23. August 2018

Radwegenetz ausbauen

22. August: Wo Hamburg zur Staufalle wird

Nach Jahrzehnten der Bevorzugung des Automobils und des Straßenbaus ist allmählich die Kapazitätsgrenze in den Städten für den individuellen Autoverkehrs erreicht. Fast jede Baustelle und fast jeder Unfall verursachen einen Kollaps. Also welche Wahl haben wir? Mehr Straßenbau geht nicht und mehr Autos auch nicht. Es besteht akuter Handlungsbedarf an dem Ausbau des ÖPNV und massiven Ausbau den Radwegnetzes. Ich bin jetzt auf E-Bike umgestiegen und fahre je 14 Kilometer in die City rein und raus. Direkt in der Innenstadt gibt es relativ gute Möglichkeiten Fahrrad zu fahren, aber in der Peripherie von Hamburg gibt es Fahrradwege, die den Namen nicht verdienen und gefährlich sind. Hier sollte schnell und gut Geld verbaut werden, damit wir Bürger nicht mehr vom Verkehr reden, sondern einfach gut und gerne in Hamburg leben und arbeiten.

Till Westphalen, Bönningstedt

Mangelhafte Planung

Es liegt an mangelhafter Planung und nicht vorhandener Koordination. Anstatt die Baustellen zeitlich und räumlich vernünftig zu planen, wird völlig willkürlich alles gleichzeitig aufgerissen. Hinzu kommt, dass je nach Aufgabe ein und dieselbe Stelle mehrfach hintereinander aufgerissen wird: Erst kommt die Telekom, dann kommt eine Stromleitung, dann kommt eine Wasserleitung… Was machen die in der Verkehrsbehörde eigentlich den ganzen Tag?

Jörg Ökonomou, Hamburg

Hüfthohes Unkraut am Wegesrand

21. August: Be­schwer­den über Hamburgs Spiel­plätze auf Re­kord­niveau

Es sind nicht nur die Spielplätze, die in Hamburg immer mehr verwahrlosen. Hamburg vergammelt und „verunkrautet“ zusehends. Egal ob Haupt- oder Nebenstraßen, am Wegesrand und zwischen den Gehwegplatten steht das Unkraut teilweise schon hüfthoch, dazwischen liegen Unrat, leere Bierflaschen, gebrauchte Papiertaschentücher, Zigarettenschachteln und Kippen. Und das soll sich im Zuge der neuen Säuberungsaktion ändern? Das schöne, saubere und gepflegte Hamburg war einmal, hier vergammelt alles mehr und mehr.

Renate Hohnhold, per E-Mail

Kleine Betriebe kommen zu kurz

22. August: Bund ent­schei­det über Hilfe für Landwirt

Futtermittelhilfen für Betriebe mit Tieren sind sicherlich hilfreich, aber leider hat die Vergangenheit und gerade die derzeitige Praxis der Subventionen gezeigt, dass gerade Großbetriebe von solchen Ankündigungen profitieren. Doch ist ein Betrieb, der von EU-Subventionen mit hunderttausend und mehr Euro wirklich in Not, oder wird hier auf hohem Niveau geklagt? Kleine Betriebe, Betriebe im Nebenerwerb haben Probleme mit dem Wetter und erhalten darüber hinaus wenig Subventionen. Da Subventionen und Zahlungen im Bereich Landwirtschaft nicht offengelegt werden, ist auch nun zu befürchten, dass gerade die Betriebe gefördert werden, die auch bisher vom großen Subventionskuchen am meisten erhalten, also Monokulturen, Massentierhaltungen, intensive Landwirtschaft, die das Land massiv ausbeutet. Es ist zu hoffen, dass dieses Jahr tatsächlich zu einem Umdenken in der Landwirtschaft hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft und weg von einer Ausnutzung mit Hilfe der chemischen Industrie. Das Umdenken ist auch zu hoffen hinsichtlich dem Rest der Bevölkerung, der durch das Sterben der Insekten, der Monokulturen in der Landwirtschaft, der Nitratbelastung im Trinkwasser immer mehr belastet wird.

Rüdiger Ramm, per E-Mail

Ausverkauf des Tafelsilbers

21. August: Kampf um die Con­tai­ner­ter­mi­nals im Hafen

Es stellt sich doch vor allem auch die Frage, was verstehen die Reeder unter einer Terminalbeteiligung? Werden die Reeder hohe Millionenbeträge auf den Tisch der HHLA und damit der Stadt legen? Oder werden die Reeder ihre bisherigen Umschlagsmengen an den entsprechenden Terminals drastisch erhöhen? Wohl kaum, die Reeder werden es als „Beteiligung“ werten, dass sie bisher bekannte Mengen, weiterhin in Hamburg an dem entsprechenden Terminal umschlagen. Hier sollte weder Herr Kopp noch die Hamburger Politik sich nennenswerte Erhöhungen der Umschlagsmengen versprechen. Ein Blick, in Richtung Wilhelmshaven hilft. Dort ist der weltgrößte Reeder beteiligt. Die Umschlagsmengen dort, sind im eher überschaubaren Bereich. Das Einzige was die Politik plant, ist ein weiterer Ausverkauf des Hamburger Tafelsilbers.

Thomas Nahr, Hamburg

Die CDU macht es kaum besser

18./19. August: Die SPD und die Angst vor dem offenen Wort

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass es in der CDU nicht viel anders aussieht. Eine Mehrheit der AfD wird in Zukunft kaum noch zu vermeiden sein. Warum sich die großen Volksparteien vorwiegend mit Menschenliebe schmücken wollen, bar jeder Vernunft, bleibt mir ein Rätsel. Die Ansprüche einer Volkswirtschaft können auch sehr maßlos sein. Viele Arbeitsplätze, für die vor ungefähr 60 Jahren viele türkische Gastarbeiter ins Land geholt wurden, gibt es schon lange nicht mehr. Letztlich haben dann die Sozialsysteme für den weiteren Unterhalt gesorgt. Frau Merkel wird sich daran nicht erinnern, sie lebte eben in einer anderen Welt. Ältere Bundesbürger erinnern sich aber noch gut an diese Zeit und auch daran, wie schwierig die Einbürgerung verlaufen ist, nicht zuletzt wegen des muslimischen Glaubens, bzw. wegen der vielschichtigen Koran-Auslegung. Da Frau Merkel sich gern und oft mit Herrn Putin trifft, sieht es heute eher so aus, als wolle sie auch noch auf Gerhard Schröders Pfaden wandern. Fehlende politische Ethik ist das Letzte, was Wähler wollen.

Siegfried Meyn, Hamburg

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