Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 18. August 2018

Nachmittags ist es zappenduster

15. August: Nie mehr Winter? Sie haben die Wahl. Ewig Sommerzeit, ohne an der Uhr zu drehen: EU-Abstimmung macht’s möglich

Die Gegner der Zeitumstellung sind nicht zu begreifen. Diese eine Stunde! Dann können die ja auch weder nach Malle fliegen noch gar auf die Kanaren. Und wieder zurück. Doch wenn schon eine einheitliche Zeit, dann bitte durchgehend die Sommerzeit. Sonst ist es nach der Umstellung, wie jedes Jahr, plötzlich nachmittags zappenduster.

Dr. Gunter und Ilse Alfke, Hamburg

Kinder verboten, Hunde erlaubt?

17. August: Sollten Re­stau­rants Kinder aus­sper­ren? Gaststätte auf Rügen bedient abends nur Gäste ab 14 Jahren. In Hamburg gibt es bislang keine Nachahmer

Es sind doch nur Einzelfälle werden viele sagen. Aber, ab wann beginnt die Ausgrenzung? Bei einem Restaurant noch nicht, bei 20 Prozent der Hotels vielleicht schon. Heute heißt es „kinderfrei“ – das sei doch in Ordnung. Morgen prangt dort das Schild: „Senioren nicht erwünscht“. Denn wer möchte beim Genuss seines Essens schon auf alte Menschen, auf Rollatoren oder gar Rollstühle schauen und die Vergänglichkeit des Lebens so deutlich vor Augen geführt bekommen? Nein, das ist kein Weg. Unsere Gesellschaft ist vielschichtig, und das sollte sich auch im gesellschaftlichen Leben widerspiegeln. Einige Restaurants zeigen einen besseren Weg auf: Familienbereiche mit Spielecken. Vielleicht hilft es, Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen. Denn sonst wird es auch bei weiteren Hotels und Restaurants heißen: Kinder verboten, Hunde erlaubt. Armes Deutschland.

Jan Hummel, Schenefeld

Gute Entscheidung des Inhabers

Ich finde die Entscheidung des Inhabers sehr gut. Es gibt heute leider zu viele Eltern, die ihre Kinder machen lassen, was sie wollen. Das können sie gerne zu Hause so machen, aber nicht in einem Restaurant, wo man in Ruhe essen möchte. Es passiert oft genug, dass Kleinkinder im Kinderstuhl sitzen und mit einem Löffel oder ähnlichem auf dem Tisch oder auf dem Teller herumhauen und die Eltern dem keine Beachtung schenken. Oder dass Kinder im Lokal herumlaufen und die Gäste an anderen Tischen nerven. Ganz zu schweigen davon, dass auch Kellner mit vollen Tellern über diese Kinder stolpern könnten. Deshalb verbringe ich meinen Urlaub gerne in einem Erwachsenen-Hotel auf Fuerteventura. Das ist Erholung pur. Übrigens bin ich auch Mutter und Oma.

Danica Hubrich, per E-Mail

Laubbläser machen auch Lärm

10. August: Mo­tor­rä­der nerven viele Hamburger

Und was ist mit den Laubbläsern? Offensichtlich wurde nach ihnen in der Umfrage nicht gefragt, da man nur Rückenwind für seine Verkehrspolitik erhalten wollte? Doch der zunehmende und völlig unnötige Lärm in den Gärten, aber auch vor Krankenhausambulanzen und in Parks, häufig auch in reinen Wohngebieten bedarf dringend der Regulierung. Es gibt schon lange eine EU-Norm (Blauer Engel), für deren Umsetzung der grün-mitregierte Senat in keiner Weise sorgt. Rasenmäher, Laubbläser, Kantenschneider, Heckenscheren usw. alle Benzinbetrieben, stinkend und extrem laut treiben ihr Unwesen. Die Argumentation der Firmen überzeugt nicht: Elektrogeräte seien zu teuer: Wenn man sieht, wie schnell aus einem „Ein-Mann-Betrieb“ Unternehmen mit mehreren Angestellten werden, mehreren Autos und ganz vielen (extrem lauten) Geräten, darf die Gewinnspanne vielleicht doch etwas kleiner sein? Laubbläser seien gesünder als das alternative Rechen und Fegen: Wohl kaum. Laubbläser werden zumeist einseitig getragen: Das ist schlecht für die Wirbelsäule. Die Anstrengung ist statisch, nicht dynamisch: dito. Häufig, besonders bei Wärme, werden keine Schallschützer getragen: schlimm. Und, die Arbeiter atmen den ganzen Tag die Abgase ein: Schlimmer geht es nicht! Ich hoffe, unser Umweltsenator übernimmt endlich Verantwortung für lärmgestresste Mitbürger, vor allem aber arbeitsmedizinisch gesehen für die Menschen, die keine Lobby haben.

Dr. Ursula Augener, per E-Mail

Froh über das Urteil

17. August: Tunesien will den Fall Sami A. selbst klären

Ich bin sehr froh über das OVG-Urteil. Es zeigt, dass die Gewaltenteilung noch funktioniert und die Richter sich an die Gesetze halten und nicht an ein „gesundes Volksempfinden“.

Hans- Volker Domjahn, per E-Mail

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