Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 16. August 2018

Ungerechte Regelung

15. August: Hauskauf soll billiger werden: Makler­ge­bühr im Visier

Es ist höchste Zeit, dass diese Regelung geändert wird und der Auftraggeber die Courtage zu zahlen hat. Wieso ist es überhaupt zu dieser Regelung gekommen? Makler sind wie Pilze aus dem Boden geschossen und profitieren – auf dem Rücken der Käufer – von dieser lukrativen Regelung und haben auch zu den

gestiegenen Immobilienpreisen beigetragen. Die derzeitige Regelung verstößt doch gegen jedes Rechtsempfinden. Wer etwas bestellt, muss auch dafür bezahlen und nicht andersherum.

Bernd Mucksfelde, per E-Mail

Macht eine Arbeitsgruppe Sinn?

15. August: Klarere Regeln für Abschiebungen

Der Justizsenator will eine Arbeitsgruppe einführen, um eine „gemeinsame Haltung“ zwischen Ausländerbehörde und Staatsanwaltschaft zu entwickeln. Man bekommt den Eindruck, dass den Politikern die Probleme erst seit heute bekannt sind. Früher hieß es und der Spruch gilt noch heute: Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann bilde ich einen Arbeitskreis.

Matthias Müller, Hohenhorn

Verfahren abkürzen

Vielleicht sollte einmal die aktuelle Strafprozessordnung thematisiert werden, denn sie ist es, die es den Anwälten – selbst in einfachen und eindeutigen Strafsachen – ermöglicht, das Verfahren durch jede Instanz als Berufung oder Revision zu verlängern. Dabei wird jedes Verfahren durch ein neues Gericht quasi neu aufgerollt und letztlich häufig genug ohne neue Erkenntnisse nur wiederholt. Es bringt also nichts in der Sache, aber genau dieser Vorgang multipliziert die zeitliche Belastung der Gerichte immer mehr und führt zur Multiplikation der Gerichtskosten zu Lasten der Steuerzahler. Es sollte einmal vorgerechnet werden, was Staatsanwaltschaft und Gerichte kosten, dazu die vielen Schöffen, Anwälte, Übersetzer, Zeugen und Sachverständige. Asylbewerber sind in der Regel mittellos, also zahlt die Staatskasse und im Fall der Straftäter ist auch nach dem Schuldspruch mit Verteilung der Prozesskosten nichts zu holen. Für eindeutige Strafsachen brauchen wir eine konsequentere Strafprozessordnung, die der inflatorischen Praxis der Verfahren Grenzen setzt. Das entlastet die Gerichte und ermöglicht durch schnelle und abschließende Urteile auch das konsequentere Abschieben der Straftäter.

Christian Heuer per E-Mail

Schwimmen lernen und Lakritz

11./12. August: Der wun­der­same Duft des Sommers – und Lust auf Eis am Stiel

Hajo Schumacher hat mit seiner Schilderung mein Herz höher schlagen lassen. Ich selbst habe im Freibad Stapelskotten vor mehr als 65 Jahren schwimmen gelernt. Nicht mit Bademeister und Schwimmflügeln, sondern mit Hilfe von Freundinnen, die schon „etwas“ schwimmen konnten, an den Holzbanken entlang, die den Nichtschwimmerteil vom Schwimmer abteilten. Das Bad war zu der Zeit ein Naturbad im Fluss „Werse“. Der Bademeister war eine große Respektsperson! Unser Proviant für den Nachmittag bestand aus von der Mutter geschmierten Marmeladenbroten, Brausepulver, was mit Trinkwasser aufgefüllt wurde und manchmal eine Süßigkeit (Nappoblock oder Lakritzen). Den Weg ins Stapelskotten, etwa sechs Kilometer von meinem Zuhause entfernt, legte ich mit einem geliehenen Fahrrad meiner Tante zurück. Ein eigenes Rad besaß ich zu der Zeit noch nicht. Es waren herrliche Sommertage.

Erika Schmidt, Hamburg

Bildungseliten sind normal

13. August: Die Erfolge der Stadt­teil­schu­len

Im Namen der Gleichheit und Gerechtigkeit will die Linke jetzt auch die Gymnasien mit Inklusion bestrafen. Weil doch nicht sein kann, was nicht sein darf, dass Schüler bestimmter Schularten und -bezirke bessere Leistungen vorweisen als andere. Unreflektiert gilt offenbar: Alle sind gleich auf die Welt gekommen und müssen folglich gleiche Bildungsziele erreichen. Dafür hat gefälligst die Gesellschaft zu sorgen: mittels Inklusion, ungeachtet des Aufwandes. Geflissentlich ignoriert man die Begabung als Grundvoraussetzung – oder bestreitet überhaupt deren Existenz oder gar Erblichkeit. Lieber lamentiert man über die ungleiche Verteilung schulischer Erfolge je nach sozialem Status der Eltern, statt sich mit den Erkenntnissen der Zwillingsforschung zu befassen. Denn die ungleiche Verteilung intellektueller Begabungen hat sich im Laufe vieler Generation quasi herausgemendelt – infolge der seit langem herrschenden Durchlässigkeit zwischen sozialen Schichten, auch und gerade in Deutschland. Die Effizienz unseres Bildungssystems spiegelt sich wider in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolgen. Das Entstehen von Bildungseliten ist eine natürliche Folge – und wichtig für die Gesellschaft. Aber die Linke ergeht sich ja lieber in geistigem Sozialneid.

Hans-Joachim Bress, Lüneburg

Beachvolleyball am Strand spielen

14. August: 1600 Tonnen Sand für den Ro­then­baum

Da will man doch tatsächlich 1600 Tonnen gesiebten Sand, das sind etwa 57 Lkw-Ladungen, quer durch die Hansestadt kutschieren, nur um dann an fünf Tagen am Rothenbaum Beachvolleyball spielen zu können. Und das zum Teil auch noch mit Flutlicht am Abend. Danach bleibt der Sand nicht etwa liegen, sondern man fährt ihn wieder mit gewaltigem Aufwand irgendwohin zurück. Fahren die Diesel-Lkw etwa durch die Diesel-Fahrverbotszonen oder umgehen sie diese auf Wohnstraßen? Das ist Umweltverschmutzung und Energieverschwendung in Perfektion. Wie soll der Bürger diesen Unfug verstehen? Ich habe nichts gegen Beachvolleyball, aber doch bitte am Strand und nicht mitten in der Stadt.

Klaus Risser, Hamburg

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