Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 26. Juli 2018

Wir stehen vor einem Dilemma

23. Juli: Das dreckige Kalkül – Krise im Mittelmeer: Die europäische Flüchtlingspolitik steht vor einem Kollaps

Ein bekanntes Sprichwort heißt: Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Jetzt stehen wir vor einem Dilemma. Wirklich Verfolgte und Kriegsopfer aus gewissen Krisenregionen etwa in Afrika wären oder würden auch gern zu uns flüchten, schaffen aber den langen und mühsamen Weg an die nordafrikanische Küste nicht. Jeder zu uns kommende Afrikaner ohne Asylanspruch ist ein Schlag ins Gesicht derer, die wirklich unter Verfolgung, Genozid, sexueller brutaler Gewalt und Massakrierungen leiden!

Erwin Chudaska, Leer/Ostfriesland

Warum fragt man die Ärzte nicht?

25. Juli: Ärzte lehnen Spahns Pläne ab

Wer Arzt wird, hat (hoffentlich) ein dringendes Interesse daran, dass Menschen geholfen wird. Es kann also nicht im Interesse der Ärzte sein, dass so viele Patienten abgewiesen werden und unterversorgt sind. Warum aber fragt man die Ärzte nicht, welche Vorschläge sie haben, die Versorgungssituation für alle verträglich zu gestalten?

Mark Gudow, per E-Mail

Discounterware unter EU-Standard

24. Juli: Han­dels­ex­perte warnt vor Sterben der Bioläden

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass es beim Discounter Biolebensmittel zu erschwinglichen Preisen gibt. Allerdings sollte man einen Aspekt nicht außer Acht lassen: Die Discounterware ist überwiegend unter EU-Standard produziert worden. Das bedeutet Bioproduktion auf unterstem Niveau. Natürlich ist auch das besser für die Natur als der konventionelle Anbau. Aber wer hochwertigere Lebensmittel möchte, muss auf Demeter, Bioland und andere zurückgreifen, und diese Produkte findet man dann doch eher im Bioladen.

Hans-Joachim Bull, per E-Mail

Jetzt erst recht!

24. Juli: Wirbt die Polizei zu mar­tia­lisch?

Da kann man dem Leserbriefschreiber Detlef Riedel vom 25. Juli nur zustimmen. Wo kommen wir eigentlich hin, bzw. wo sind wir schon gelandet, wenn die Polizei sich nicht mehr mit einer Waffe abbilden darf? Es ist unglaublich, was die linke Szene hier gern hereininterpretiert haben möchte. Passend dazu finde ich den Bericht vom 25. Juli auf Seite 4, wo das Innenministerium mehr als 126.000 Verfassungsfeinde mit radikalen Einzeltätern feststellt und wo es weiter heißt: „Auch Angriffe auf Polizisten nehmen zu.“ Soll dann der Polizist sich lieber abstechen lassen, als selbst zur Waffe greifen zu dürfen? Und das, wo heutzutage ohnehin bereits bei jeder Kleinigkeit ein Messer gezückt wird.

Holger Karstens, Ottensen

Mehr Kante zeigen

25. Juli: Sehr viele werden von Rassismus bedroht. Außenminister Heiko Maas (SPD) über Mesut Özils Rücktritt und dessen Vorwürfe

Wenn Heiko Maas bestätigt, dass in Deutschland sehr viele Menschen bedauerlicherweise in ihrem Alltag vom Rassismus bedroht werden, dann wird der Eindruck erweckt, dass Deutschland

fremdenfeindlich und antisemitisch sei. Das trifft nicht zu, und das sollte uns auch nicht eingeredet werden. Jeder Übergriff auf andersdenkende Mitbürger ist ein Angriff zu viel. Darüber gibt es bei der großen Mehrzahl der Deutschen keine zwei Meinungen. Unsere freiheitliche demokratische Staatsform gibt allerdings allen die Plattform, rechts- oder linksradikal und fremdenfeindlich zu agieren. Recht hat Heiko Maas mit seiner

Aufforderung, im Falle von Diskriminierung dagegenzuhalten, aber da sollten Politik und Richter mehr dazu beitragen und statt Multikulti-Kuschelkurs mehr Kante zeigen. Gefährder oder Extremisten dürfen nicht auf Grundrechte pochen, die sie selbst mit Füßen treten. Wenn Bürger wieder das Gefühl bekommen, dass Täter nicht liberaler behandelt werden als die Opfer, dann wäre das eine Stärkung der Demokratie.

Dietmar Johnen-Kluge, per E-Mail

Rücktritt war längst überfällig

24. Juli: Wie rassistisch ist Deutschland?

Wer sich mit einem Despoten, der Menschenrechte mit den Füßen tritt, ablichten lässt, hat in der Nationalmannschaft Deutschlands nichts zu suchen. Der Rücktritt Özils war längst überfällig.

Jürgen Hempel, Lüneburg

Besonders beschämend

24. Juli: Özils Abschied

Herr Özil hat dem Integrationsgedanken mit seinem Statement sehr geschadet. Offenbar ist er nicht kritikfähig, haut ein paar Anschuldigungen heraus und geht einfach. Damit macht er es sich sehr einfach. Das Ganze dann noch auf Englisch! Will er damit beweisen, dass er nach Jahren des Spielens in der englischen Liga der englischen Sprache mächtig ist, oder will er ein möglichst breites Spektrum erreichen? Letztendlich ist er von Herrn Erdogan für dessen eigene politische Ziele missbraucht worden, ob bewusst oder unbewusst. Besonders beschämend ist, dass sich Herr Özil mit keinem Wort bei seinen türkischen und deutschen Fans für jahrelange Treue bedankt hat. Entweder hat er es vergessen, oder er hat als Multimillionär die Bodenhaftung verloren. Allerdings sind es gerade die Fans, die ihm durch Eintrittsgelder dieses reiche Leben erst ermöglicht haben.

Ingrid Kallbach, per Mail

Armes Deutschland

Ein junger Fußballer aus der deutschen Nationalmannschaft mit türkischen Wurzeln wird auf schäbige Art und Weise fallengelassen. Durch den deutschen Außenminister Maas, Herrn Rummenigge und den vorbestraften Herrn Hoeneß. Was ist noch mal der Anlass? Ein Foto, das politisiert wird! Armes Deutschland.

Anke Elfert, Hamburg

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