Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 25. Juli 2018

Häufung von Ungeschicklichkeiten

24. Juli: Wie ras­sis­tisch ist Deutsch­land?

Natürlich gibt es in Deutschland, wie in jedem anderen Land Rassismus – leider. Dass aber dieses heute ein Thema ist, liegt an einer Aneinanderhäufung von Ungeschicklichkeiten, die zuletzt auf emotionaler Ebene gelandet sind. Özil ist von seinen Beratern, im Wesentlichen wohl von seinem Vater, schlecht betreut worden. Es fängt mit dem Foto an und endet mit dem Rücktritt. Der DFB hat sich von den Medien treiben lassen und dumme Äußerungen von sich gegeben, anstatt rational zu handeln. Die Presse wittert wohl mit dem Thema Rassismus einen Dauerbrenner, ohne darüber nachzudenken, wie es Populisten mit der Pressefreiheit halten. Und jetzt macht die Politik auch noch ein Grundsatzproblem daraus. Die Rechten wird das alles freuen. Nicht Deutschland hat ein Integrationsproblem sondern einige Deutsche, einige zugewanderte Deutsche eingeschlossen.

Hartmut Heinrich, Hamburg

Lasst ihn endlich zufrieden!

Gern würde ich Mesut Özil empfehlen, sich von seinen derzeitigen Beratern schleunigst zu trennen. Die Freunde und „Brüder“, die sich jetzt, auch aus politischen Kreisen aus der Türkei melden um ihm zu gratulieren, sind sicherlich nicht der Umgang, den sich Mesut immer gewünscht hat. Ich befürchte, das Mesut ein in sich zerrissener, sensibler Mensch ist, der zu leicht zu beeinflussen scheint. Lasst ihn endlich zufrieden! Die Bemerkungen von Ulli Hoeneß zu diesem Thema finde ich übrigens völlig daneben.

Veit Ringel, Hamburg

Genervt von diesem Theater

DFB-Boss Grindel sollte sich jetzt schnellstens persönlich äußern, damit diese unendliche Geschichte mit dem als Wahlkampfhilfe gedachten Besuch Özils bei dem Diktator der Türkei ein Ende findet. Die meisten Deutschen sind von diesem Theater schon genervt und wollen nichts mehr davon hören. Wir sollten dem in England lebenden Multimillionär Özil, der in der Nationalmannschaft zuletzt keine messbare Leistung mehr gezeigt hat, seine Ruhe gönnen und dieses für alle Seiten unrühmliche Kapitel begraben.

Helmut Jung, Hamburg

Vorn sitzt einer, der sich kümmert

23. Juli: Vom Flughafen zum Jung­fern­stieg – drei Minuten, 35 Euro

Anstatt endlich mal eine Verkehrsplanung mit Hand und Fuß zu liefern, sprich ordentliche Hausaufgaben erledigen, wird wieder kritiklos der „Fortschritts-“ oder lieber „Innovations-“ Gaul geritten. Mit ein paar Coptern in der Luft wird die Blechlawine nicht wirklich weniger, nur ein paar „wichtige“ Leute sind dann schneller am Ziel (nach all der Zeit, die vorher in den diversen Sicherheitschecks abgesessen wurde). Die Route dürfte über Eppendorf, Winterhude, Harvestehude führen, bisher schön abseits von den Einflugschneisen, die Leute da werden sich bedanken, wenn ihnen andauernd ein noch so leiser Brummer über die Köpfe wuselt. Genauso die tolle Idee mit den automatischen Zügen, zugleich will man mehr Leute in die Bahn locken, aber ob die sich freiwillig in so einen Roboter setzen, wird nicht gefragt. Wie oft kommt es zu Störungen bei der S-Bahn, da ist es doch immer noch beruhigender, wenn vorne noch einer sitzt, der sich kümmern kann und wenigstens Bescheid sagt. Wie soll das mit den Robotern gehen, wenn der womöglich nicht mehr die Türen aufmacht?

Claus Linhart, per E-Mail

Bitte die Kirche im Dorf lassen

24. Juli: Peinliche Po­li­zei­wer­bung. Die Macho-Kampagne wirkt wie aus der Zeit gefallen

Warum denn bitte wird in dieses Plakat so viel hinein interpretiert? Es soll wach machen, auf den Polizeidienst aufmerksam machen. Natürlich kommen wieder die unsäglichen Interpretationen dazu: „Frauenfeindlich“, „nicht gut für Jugendliche“ usw. Wer möchte denn ernsthaft noch so eine Werbeanzeige wie ich sie 1972 lesen musste: „Der Zoll, sucht....“. Nach nunmehr über 45 Jahren beim Zoll freue ich mich, dass eine Werbung auch mal aufrührt, zum Nachdenken anregt. Nichts „Frauenfeindliches“ ist auf dem Bild zu sehen. Es sei denn, man interpretiert etwas hinein. Das muss nicht sein. Und Jeder, auch Jugendliche wissen, dass der Einsatz einer Waffe „das letzte Mittel“ ist, was nur im Notfall, bei einem persönlichen Angriff „auf Leib und Leben von sich oder einer anderen Person“, angewendet werden darf und wird. Bitte also die „Kirche im Dorf lassen“ und den ohnehin schon extrem schwierigen Dienst der Polizei nicht noch bei einer Werbekampagne über Gebühr kritisieren. Eine Polizistin, ein Polizist am Schreibtisch möchte niemand in einer Werbung sehen. Ein nachbarschaftliches Streitgespräch wo die KollegeInnen der Polizei oft genug „Schlichter“ spielen müssen, sowie unzählige Verkehrsunfallaufnahmen auch nicht.

Detlef Riedel, Hamburg

Intelligente Ampelschaltungen?

21. Juli: Wenn die Ampel mit Ih­rem Auto kom­mu­ni­ziert

Der Inhalt Ihres Artikels ist ganz sicher zu begrüßen. Nur bevor so eine App eingerichtet wird, wäre es wesentlich sinnvoller, die jetzigen Ampelschaltungen vorher zu optimieren. Ringe wurden eingerichtet, um den Verkehr flüssiger zu gestalten und somit auch durch weniger Abgase für bessere Luft zu sorgen. Ich benutze relativ häufig Ring 2 und 3. Hier muss ich seit Jahren beobachten, dass nicht nur fast jede zweite Ampel, egal bei welcher Geschwindigkeit, den Verkehrsfluss unterbricht, sondern auch völlig untergeordnete Straßen auf Rot umschalten. Hierzu hatte ich vor Jahren schon eine Anfrage beim ADAC gestartet mit der Antwort, dass die Stadt Hamburg dabei sei, intelligente Ampelschaltungen zu verwirklichen. Wenn jedoch nicht einmal die einfachsten Schaltungen optimiert werden können, kann eine App auch nicht weiter helfen. Hat diesen Unsinn noch keiner in den Behörden gemerkt?

Jürgen Brodrecht, Hamburg

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