Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 21. Juli 2018

Gefahr am Zebrastreifen

19. Juli: Handys weg! Warum Eltern auf ihre Kinder gucken sollten – und nicht aufs Smartphone

Vielen Dank für Ihren Leitartikel. Auch ich beobachte ständig, dass junge Frauen mit Kinderwagen am Zebrastreifen, sich mit ihrem Handy beschäftigend, einfach auf die Straße gehen, ohne vorher zu schauen, ob ein Auto naht. Oftmals haben sie noch ein kleines Kind mit Fahrrad oder Laufrad neben sich, dass einfach vor der Mutter schon losfährt. Manchmal bleibt mir fast das Herz stehen, wenn dadurch brenzlige Situationen entstehen.

Gerda Horn, per E-Mail

Veraltetes Familienrecht

18. Juli: Alleinerziehende benachteiligt. Ehepaare werden steuerlich bevorzugt – warum sie nicht?

Wirklich „allein“ erziehende Elternteile benötigen weiterhin noch mehr Unterstützung, das steht außer Frage. Doch warum erziehen hierzulande so wenige getrennt lebende Eltern gemeinsam? Die Ursache für den Umstand, dass mit 90 Prozent fast nur Mütter diese doppelte Last von Erziehung und Beruf weitgehend allein tragen, liegt im veralteten Familienrecht und einer Rechtsprechung, die Väter noch immer vielfach aus der Erziehungsverantwortung drängt. Wir beraten unablässig erziehungswillige Väter, deren aktive Mitwirkung massiv boykottiert wird – nur ihr Geld ist erwünscht. Dabei sind viele Väter nicht „zahlungsunwillig“, sondern zahlungsunfähig, was in der Diskussion verschwiegen wird. In Skandinavien betreuen vielfach beide Eltern nach Trennung ihre Kinder zu gleichen Teilen. Diese profitieren optimal von den Ressourcen beider Eltern, die ihrerseits beide für die Alterssicherung sorgen können. Eine Win-win-Situation ohne die vielen Nachteile des Alleinerziehens.

Johannes Zink, Interessenverband Unterhalt und Familienrecht e.V.

Trump: Vertreter der freien Welt?

18. Juli: Hat Trump die USA verraten? Nach dem Gipfeltreffen mit Russlands Staatschef Putin wird der US-Präsident in seiner Heimat mit heftigen Vorwürfen empfangen

Man muss sich die Aussagen dieses mächtigen Mannes einmal vor Augen führen: Dies ist eine Person, die die USA und die Werte der freien Welt vertreten soll. Ist so etwas möglich, wenn man innerhalb von Stunden und manchmal Tagen die gesagten Worte widerruft und dann die Presse dafür verantwortlich macht, die Aussagen als Fake News verbreitet zu haben? Darf man viele der Äußerungen Donald Trumps auch als Lügen bezeichnen oder ist dies das falsche Wort? Haben die Wähler in den USA einen Mann zum Präsidenten gemacht, den nur sein eigenes Ego interessiert und glaubt, der Größte zu sein? Das Treffen der beiden egoman veranlagten Präsidenten Russlands und der USA hat einen Gewinner: den russischen Präsidenten Putin. Wann wacht die USA auf ?

Fritz Timm, Sülfeld

Zweifel an Rechtsstaatlichkeit

18. Juli: Sami A. erhebt schwere Vorwürfe. Menschenrechtler sprechen von Folter bei Verhören in Tunesien

Wenn ein Gericht die Ausweisung mit sofortigem Vollzug anordnet und dasselbe Gericht innerhalb einer Woche dieses für grob rechtswidrig erklärt, dann kann man schon mal an unserer Rechtsstaatlichkeit zweifeln. Man hat vielmehr den Eindruck, da wollen Richter ihre persönliche Weltsicht mit juristischen Tricks durchdrücken. Wo gibt es denn „diplomatische Noten“ mit der Aussage „wir foltern aber nicht“? Diese würden wir auch nicht von den USA bekommen. Der Gipfel ist die Anordnung, den Terroristen auf Staatskosten zurückzuholen. Eine bessere Wahlkampfhilfe kann sich die AfD gar nicht vorstellen.

Jürgen Jeschke, Norderstedt

Hamburg hat eine Chance vertan

18. Juli: City-Hof: Unesco schickt Experten. Vor geplantem Abriss – Komitee prüft Folgen für Weltkulturerbe Kontorhausviertel

Man darf auf das Urteil des ICOMOS-Experten gespannt sein. Was Abbruch und Neubau zwischen Kloster- und Johanniswall der Welterbestätte nimmt, ist dies: Das unterschiedliche Erleben und Vergleichen der Kontorhaus-Bebauung aus den 1920er- und 1930er-Jahren mit den neuen städtebaulichen Parametern der Nachkriegszeit, für die das Denkmal City-Hof steht. August Priens sehr hamburgisch anmutender KPW-Neubau setzt den Baustil des traditionellen Viertels fort, aber Hamburg verliert eine bedeutende Facette seiner Baugeschichte. Volkwin Margs aus dem Verfahren gekickter Entwurf hätte das vermieden und viel Energie und Rohstoffe eingespart. Hamburg hat damit eine Chance der Nachhaltigkeit vertan.

Frank P. Hesse, Berlin

Auch die neue Beluga macht Lärm

20. Juli: Höher, länger, breiter – neue Beluga hebt ab

Unglaublich, dass erst gebaut wird und man dann Tests macht, um festzustellen wie hoch der Geräuschpegel ist. Hier sieht man klar, welchen Stellenwert der Lärmpegel und damit das Wohlbefinden von vielen Hamburger Bürgern hat!

Lars Bollerson, per E-Mail

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