Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 20. Juli 2018

Tote Hose nach Geschäftsschluss

18. Juli: Mönckebergstraße und Spitalerstraße verlieren Kunden

Es muss nicht erst ein Institut untersuchen, warum in Hamburgs Einkaufsstraßen immer weniger Passanten anzutreffen sind. Es liegt daran, dass die Hamburger Einkaufsstraßen nicht attraktiv gestaltet sind, es fehlen gastronomische Betriebe, wie Restaurants, Cafés, Bistros, die zum Verweilen einladen und im Straßenbereich zu finden sind, so wie es im Ausland, zum Beispiel in Italien und in Spanien, üblich ist. Nach Geschäftsschluss ist doch in den Hamburger Einkaufsstraßen total tote Hose. Es ist nicht immer der Online-Handel schuld und es müssen auch nicht immer neue Geschäfte hinzukommen. Man sollte sich einmal darauf konzentrieren, den Gastronomiebereich zu beleben, dann kommen auch wieder mehr Leute zum Einkaufen.

Stefan und Helga Lux, Seevetal

Flüchtlinge steigern Armutsrate

18. Juli: Nelson Mandela – die um­strit­tene Legende. Der Politiker wäre heute 100 Jahre alt geworden. Vielen Schwarzen in Südafrika geht es schlechter als zur Zeit der Apartheid

Vielen Schwarzen geht es schlechter als früher – selbst bei völlig unreflektierter Betrachtung sollte jedem, zumindest der formulierte Gedanke kommen, dass die Abschaffung von staatlich angeordnetem Rassismus schon eine immense Verbesserung für jeden Menschen in Südafrika ist. Gründe für anhaltende Armut muss man nicht kennen, aber Millionen von Flüchtlingen aus anderen afrikanischen Staaten haben sicher nicht zu einer einfacheren Situation geführt, allein Kapstadt hat über eine Million zusätzliche Bevölkerung aufgenommen.

Oliver Schuppart, Hamburg

Südafrika ohne Mandelas Ideale

Das heutige Südafrika hat leider sehr wenig mit den Idealen Nelson Mandelas zu tun. Das Geld, das in den letzten 24 Jahren durch Missmanagement, Korruption und Bereicherung einzelner Herren ausgegeben wurde, fehlt heute an allen Ecken. 90 Prozent der Stadtverwaltungen sind pleite. Das Land ist in den Jahren nach der Unabhängigkeit heruntergewirtschaftet. Der Staat hat kein Geld mehr und treibt die Enteignung ohne Entschädigung voran. Und das betrifft nicht nur die Farmen der Weißen. Somit wird Unrecht mit Unrecht abgegolten. Und das ist und war nicht im Sinne Mandelas.

Michael von Mallinckrodt, per E-Mail

S-Bahn nach Schenefeld

18. Juli: Der große Streit: Wer bezahlt neue Linie S4?

Herzlichen Glückwunsch, lieber Hamburger Senat und liebe Bürgerschaft, da werden sich die in Hamburg volle Steuern zahlenden Anwohner vom Osdorfer Born, Lurup, Bahrenfeld und die zu und von den Volkspark Sport- und Kultstätten fahrenden Fans aber freuen, dass die Einpendler aus dem Kreis Stormarn, die dort in Schleswig-Holstein auch ihre Steuern zahlen, bald mit Hamburger Finanzhilfe mit einer Schnellbahn bedient werden. Die Hamburger warten selber auf eine solche Wohltat schon seit Einstellung der Straßenbahn Richtung Schenefelder Platz – 50 lange Jahre. Und dürfen nun laut der Planung der U5 auch noch weitere 25 Jahre darauf hoffen und warten.

Helmut von Binzer, Bahrenfeld

Flughafenpersonal ohne Mitleid

18. Juli: Die Kümmerer am Hamburger Flughafen. Der Airport setzt Mobile Ser­vice­teams ein

Mit Infos über Wickeltische oder Ladestationen wird nur viel Geld für Verzichtbares verschwendet. Echter Service wäre, was in London oder Paris längst Standard ist. Flughafenpersonal geht bei Hochbetrieb systematisch die Warteschlangen vor den Passagier- und Passkontrollen ab und fragt aktiv nach Personen, deren Gate in den nächsten 20 bis 30 Minuten schließt. Diese werden dann vorrangig durchgeschleust. In Hamburg sind zeitraubende Warteschlangen viel häufiger und viel länger. Trotzdem, wer hier in Zeitnot versucht, auf sich aufmerksam zu machen und vorgelassen zu werden, erntet manchmal mit Glück Mitleid von Wartenden, vom Flughafenpersonal heißt es nur pampig: „Ob Sie Ihren Flug verpassen, ist mir doch egal“.

Dirk Emmermann, Hamburg

Vor Aufnahme auf Keime testen

17. Juli: Keimgefahr – Kliniken wehren sich. Nach Kritik von Rechtsmediziner: Betreiber und Senatorin loben Warnsystem

Patienten sollten vor Aufnahme in eine Klinik auf Keime untersucht werden, wenn der Patient später eine Infektion erleidet, gilt sie als in der Klinik erworben und somit als Behandlungsfehler. Daraus ließen sich juristische Ansprüche ableiten, wenn die Betroffenen darüber informiert wären. Vielleicht würde das helfen, die Kliniken zum Umdenken zu bewegen und dem Problem der knappen Personalressourcen entschiedener entgegenzutreten.

Ute Groß, per E-Mail

Wartezeit für Niere ist länger

14./15. Juli: Doppelt so viele Or­gan­spen­der in Hamburg

Ich begrüße die hoffentlich eingetretene Trendwende bei den Organspenden. Allerdings muss ich als Familienangehöriger in einem Punkt leider eine Richtigstellung vornehmen: Die Wartezeit für eine Nierentransplantation beträgt derzeit leider nicht sechs Jahre sondern liegt bei zehn bis elf Jahren. Wie die betroffenen Patienten diese Zeit überleben müssen, ist kaum zu beschreiben. Aber solange sich die Politik nicht zu der Widerspruchslösung durchringt, wird sich an dieser Situation auch leider nichts Grundlegendes ändern. Wenn ich mir dazu die politische Landschaft anschaue, bin ich leider nicht sehr optimistisch, dass sich hier etwas Entscheidendes ändert. Es gibt bei den politischen Entscheidern wohl zu wenig persönlich betroffene Personen. Leider!

Günther Strohbach, Appen

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