Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 13. Juli 2018

Zu viel Raum für Zschäpe-Foto

12. Juli: ,Be­son­dere Schwere der Schuld‘. Nach fünf Jahren Prozess ist die Hauptangeklagte Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft verurteilt worden

Die heutige Aufmachung der Titelseite hat mich sehr verärgert. Sie zeigt ein großes Foto der Verbrecherin Zschäpe und auf Seite drei folgt ein weiteres. Ich frage mich, wie viel Raum sie dieser Person noch geben wollen.

Peter Wehde, per E-Mail

Chance für die Tourist Information

11. Juli: Haspa schließt weitere fünf Filialen – auch am Rathaus

Die geplante Schließung der Haspa-Filiale am Rathausmarkt eröffnet die einmalige Möglichkeit, an zentraler Stelle endlich die Hamburg Information anzusiedeln. In jeder Kleinstadt findet sich ein Tourismusbüro am Marktplatz. Nur in Hamburg muss man in eine versteckte Ecke des Hauptbahnhofs, zum Flughafen oder zum Hafen laufen, um sich Informationen zu holen. Die Wirtschaftsbehörde und die Tourismuszentrale sollten rasch zugreifen und die Gelegenheit nutzen, die freiwerdenden Räume zu mieten. Und ein Geldautomat der Haspa lässt sich sicher auch unterbringen.

Helmuth Barth, Borsfleth

Online-Service wird schlechter

Ein Ausufern des Online-Bankings kann an der Schließung der Filialen nicht schuld sein, denn mit heutiger Wirkung hat die Haspa das modernste und mit Abstand komfortabelste elektronische Verfahren (hbci mit Schlüsselfile) endgültig abgeschaltet. 2004 gab es schon einen Versuch, der dann nicht umgesetzt wurde. Die Einbuße an Service ist also nicht nur am Schalter zu bemerken, sondern auch am Computer.

Dr. Rolf Dietrich Claus, Hamburg-Rahlstedt

Günstige Eintrittskarten für Fans

12. Juli: ,Deutsch­land nur noch die Nummer fünf‘. Ronaldos Wechsel bringt Italien im Vergleich mit Deutschland Vorteile

Mir will nicht einleuchten, warum Deutschland und die Bundesliga einen Nachteil erleiden sollten, wenn sie es nach wie vor ablehnen, für Fußballstars exorbitante Millionensummen zu zahlen. Nur der warnende Marketing-Experte und die sonstigen finanziell am Fußball interessierten Kreise haben Nachteile in Kauf zu nehmen, können sie ihr ohnehin schon profitables Geschäftsfeld nicht noch weiter beliebig ausweiten. Frankreich, England, Spanien und Italien sind dabei, den Fußball endgültig kaputt zu machen. Der hart arbeitende Fußballfan weiß doch schon längst, dass die Summen, die in diesem „Geschäftsfeld“ gezahlt werden, nicht gerechtfertigt sind und seine eigene Arbeitsleistung faktisch herabwürdigen. Der Streikaufruf der Gewerkschaft ist insoweit nur konsequent, haben doch letztendlich die Fiat-Mitarbeiter dafür gesorgt, dass Ronaldo nicht am „Hungertuch“ nagen muss. Um die deutsche Bundesliga mache ich mir keine Sorgen, denn solides Finanzgebaren wird von den wahren Fußballfans immer honoriert, auch wenn der deutsche Fußball womöglich international nicht mehr die Rolle spielen wird, wie in der Vergangenheit. Möge die 50+1-Regel noch lange Bestand haben und mögen sich die Fans bei erschwinglichen Eintrittspreisen an den Spielen von St. Pauli, Union Berlin und anderen, dass Gemeinschaftsgefühl fördernden Fußballvereinen erfreuen.

Dieter Buchholz, Hamburg

Sprachbanausen im Amt

11. Juli: Mehr städ­ti­sche Daten für Bürger

Was für „Sprachbanausen“ sitzen eigentlich in der Behörde für Stadtentwicklung? Es ist ja lobenswert, dass den Bürgern Geoinformationen zur Verfügung gestellt werden sollen, aber warum denn dafür das englische „Urban Data Hub“ als Begriff dafür verwenden? Es wäre doch sinnvoll, unsere eigene Sprache zu benutzen, wie zum Beispiel „Städtisches Datenzentrum“ oder meinetwegen auch „Urbanes Datenzentrum“. Mittlerweile geht es mir auf die Nerven, wenn durch die Benutzung der englischen Sprache unsere „Internationalität“ zum Ausdruck gebracht werden soll. Kein Franzose „verhunzt“ seine eigene Sprache wie wir, und es wäre zu wünschen, dass die Deutschen ihre Sprache und deren Schönheit wieder zu schätzen lernten.

Renate von Appen, per E-Mail

Familienplanung wie in China

11. Juli: Weltbevölkerung wächst auf 7,6 Milliarden Menschen

Die Weltbevölkerung wächst auf 7,6 Milliarden. Für 2050 wird eine Verdoppelung der Bevölkerung in Afrika erwartet. Wann wird endlich erkannt, dass hier der Hebel liegt, um die zentralen Probleme dieser Welt zu lösen. Jede Entwicklungshilfe sollte mit der Forderung nach Einführung von Familienplanung verknüpft werden. Spendenaufrufe der Welthungerhilfe sind ohne gleichzeitige Verwendung der Spenden zur Familienplanung ein Fass ohne Boden. Leider sind fast alle Religionen in diesem Punkt eine Hemmschwelle. China, das einzige Land, das in dieser für die Menschheit überlebenswichtigen Frage erfolgreich agiert hat, wird dafür an den Pranger gestellt. Die Hoffnung auf Vernunft schwindet immer mehr.

Jürgen Schmidt, per E-Mail

Medien tragen Mitschuld

7./8. Juli: Es­ka­la­tion für Anfänger

Die Kunst des Forderns durch die Eskalation in drei Schritten funktioniert nur mit der Öffentlichkeit der Medien. Jedenfalls bei Trump und Seehofer. Bei den Kindern sind die Eltern und die Großeltern die Öffentlichkeit. Der Erfolg ist abhängig von der Weisheit der Großeltern. Was ist, wenn sich das Opfer nicht mehr auf Belastbarkeit testen lässt und sich verweigert? Dann gilt in Abwandlung des Antikriegs-Slogans: Stell Dir vor, Politiker halten Reden, und keiner berichtet. Wo bleibt die Altersweisheit der Medien?

Uwe Holler, Wedel

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