Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 11. Juli 2018

Begrüßenswerte Idee des Senats

9. Juli: Neue Lokale, k­eine Bus­se ­mehr:­Was Hamburg auf dem Rat­haus­markt plant

Die Idee des rot-grünen Senats, den Rathausmarkt neu zu gestalten, ist mehr als zu begrüßen. In diesem Kontext war es allerdings schon in der Vergangenheit ein großer Fehler, dass am Rathausmarkt ein Drogeriemarkt einziehen durfte, der so gar nicht zur städtischen Aufwertung dieses Platzes beiträgt. Man stelle sich diese Nutzung nur einmal an namhaften Plätzen wie dem Markusplatz in Venedig vor? Leider sind auch die grünen Pavillons denkmalgeschützt, so dass diese keiner attraktiven Neubebauung weichen können. Eine Sanierung bleibt halbherzig und wird nicht dazu führen, dass der Platz ein seiner Lage würdiges Gesamtbild erhält. Immerhin wird die Verlegung der HHA-Bushaltstellen geprüft, was hoffen lässt, dass die Aufenthaltsqualität auf dem Rathausmarkt unter dem Aspekt des Verkehrslärms erheblich verbessert wird.

Günter Dorigoni, Hamburg

Zentrale Plätze neu gestalten

9. Juli: Grüne Fassaden für Park­häu­ser in der City

Zu Recht weisen Sie auf die zunehmende Versiegelung der Stadt hin. Die grüne „Dekoration“ eines Parkhauses in der Innenstadt wird aber das Stadtklima kaum verbessern und Sickerungsfläche für den zunehmenden Starkregen bieten. Wie wäre es, wenn stattdessen ein Teil des Rathausmarktes zu einer Grünanlage umgestaltet wird? Vielleicht sogar mit Wasserspielen? Die Gestaltung des Vorplatzes des Reichstagsgebäudes in Berlin zeigt doch, dass grün statt einer eintönigen Steinwüste auf einem prominenten öffentlichen Platz möglich ist. Damit würde gleichzeitig die zunehmende Kommerzialisierung in Form von Weinfesten und Weihnachtsmärkten auf dem Rathausmarkt eingeschränkt. Ähnliches sollte auch mit den anderen Plätzen der Stadt geschehen.

Jürgen Vieth, per E-Mail

Auf Englisch schmeckt es besser

10. Juli: Poké Bowls – der Trend aus der Schüssel

After work sitze ich down town in meinem Loungesessel im Mercedes me Concept Store in der Event Location und genieße meine Poké Bowl mit tuna, chicken und topping. Anschließend chill ich noch eine Weile, und dann geht’s über den Dammtor Boulevard nach Hause. Nächstes Mal besuche ich den Food-Sky oder das Urban Foodie. Auf Deutsch kann ich solche tollen Sachen nicht machen...

Doris Wolff, per E-Mail

Seehofer in Rente schicken

9. Juli: Seehofer erklärt Streit mit Merkel für beendet

In einem normalen Unternehmen wäre Seehofer als Führungskraft bereits fristlos entlassen worden. Grund: Geschäftsschädigung, öffentlicher Alleingang gegen die Geschäftsleitung, persönliches Unvermögen auf seiner Position. Kein Arbeitsgericht hätte bei diesen Eskapaden einer Klage auf Wiedereinstellung stattgegeben. Seehofer schadet – von seinen Asyltätigkeiten bis hin zum Brexit-Schreiben – der Europäischen Bevölkerung, er schwächt die Position der Deutschen Bundesregierung und schadet damit allen deutschen Bürgerinnen und Bürgern, ja ich prophezeie ihm sogar eine schallende Ohrfeige bei der Bayernwahl im Oktober. Doch für den „lieben“ Horst tragen dann Söder – und natürlich Frau Merkel – die Verantwortung. Schickt diesen Polit-Egomanen endlich in Rente. Wir haben einen derartigen Innenminister nicht verdient.

Klaus Köpke, Reinbek

Spannend wie ein Krimi

7./8. Juli: Drei Tage im Juli. Was geschah wirklich während des G20-Gipfels?

Ich bedanke mich herzlich für Ihr Dossier, das die Ereignisse rund um den G-20-Gipfel sehr anschaulich rückwirkend aus Sicht friedlicher Demonstranten, rücksichtsloser Gewalttäter, zum Teil überforderter Einsatzleiter und wahrlich bemitleidenswerter Polizeibeamter, sowie ortsansässiger Unternehmer, Pressevertreter und arg in Mitleidenschaft gezogener Anwohner betrachtet. Großartig recherchiert und aufgeschrieben. Besser und spannender als so mancher Krimi. Unbedingt lesenswert.

Robert Ortmann, Norderstedt

Kirche muss selbst entscheiden

6. Juli: Gegen die Wand. Erz­bi­schof Heße er­schüt­tert mit seiner Politik das Bistum

Mich empört der respektlose Ton und die Argumentation, mit der über die katholische Kirche und den Erzbischof geurteilt wird. Plötzlich gibt es im sonst durchaus kirchenfernen Hamburg so viele Menschen, die meinen, beurteilen zu können, wofür die Kirche die schwindenden Einnahmen ausgeben soll. Die Kirche muss doch wohl selbst eine sorgfältig abgewogene und verantwortungsvolle Entscheidung treffen, welchen Schwerpunkt sie in der Diaspora setzt. Vielleicht gibt es andere Projekte, die auch wichtig für ihre Mitglieder sind. Aus meiner Erfahrung schicken Eltern, oft auch Nicht-Katholiken, ihre Kinder zur katholischen Schule, weil dort Leistung an oberster Stelle steht. Die schwierigen Kinder werden schnell an die staatlichen Schulen abgeschoben und Inklusion steckt in den Kinderschuhen. Mich empört auch die immer wieder durchscheinende Unterstellung, dass an den staatlichen Schulen auf Werte und soziales Miteinander nicht geachtet werde. An der Inklusion auch für die Schwächsten, die keine Lobby haben, wird an den staatlichen Schulen mit großem Engagement gearbeitet. Ohne soziales Miteinander wäre das nicht denkbar. Die Kirche tut gut daran, sich verantwortungsvoll zu beschränken, die Bausubstanz der Schulen zu sanieren und mit guten inklusiven Konzepten zu überzeugen. Denn die Kirche muss am Ende allein für Finanzierung und Personal geradestehen. Ich bin sicher, dass sich der Bischof und die Verantwortlichen diese Entscheidung nicht leicht machen.

Monika Schaefer, per E-Mail

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