Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 10. Juli 2018

Auf deutsche Pfiffigkeit verzichten

9. Juli: Özils Vater fordert Rücktritt aus DFB-Elf – Grindels Ultimatum

Mir reicht es. Der DFB und auch die Medien sollten endlich aufhören, Mesut Özil mit irgendwelchen Forderungen, sich zu demokratischen Werten, gar zu unserem Vaterland zu bekennen, in die Enge zu treiben. Ein Foto mit Erdogan macht aus ihm doch noch keinen Sympathisanten für Terror und Willkür. Sein Vater hat Recht: Abschied vom DFB und Verzicht auf die deutsche, penetrante Pfiffigkeit wäre konsequent und erleichtert ihm – hoffentlich – das Leben.

Veit Ringel, Hamburg

Verachtete Demokratie

7./8. Juli: Gewalt lohnt sich doch! Ein Jahr nach dem G20-Gipfel ist die Geschichte umgeschrieben – und der Senat hilft mit

In der Sache teile ich die Position des Autors. Mit ihrer neuen Sympathie für Gewalt und Revolutionsdiktaturen – plus Verklärung der SED – befördern nicht wenige Akteure und Medienvertreter eine Verachtung der parlamentarischen Demokratie, Größenwahn und eine kalte Rücksichtslosigkeit. Diese Sympathie ist meines Erachtens nicht links, sie ist das Gegenteil.

Markus Erich-Delattre, Hamburg-Altona

Von der CSU befreien

7./8. Juli: Es­ka­la­tion mit Nach­wir­kun­gen

Wir brauchen einen deutlichen Wandel in der deutschen Politik. Einen Wandel, der den Erhalt unserer Lebensgrundlage in den Mittelpunkt stellt, der sich für ein Europa ohne Grenzen einsetzt und der die Europäischen Grundwerte betont. Ein erster Schritt hierfür wäre, dass die CDU sich endlich frei macht von der CSU. Von einer Partei, die im Alleingang für die Freigabe von Unkrautvernichtungsmitteln stimmt, die Gesamtdeutschland für ihren Landeswahlkampf missbraucht, ohne Rücksicht auf Hilfe suchende Menschen, und deren Innenminister den Verhandlern im Brexitabkommen in den Rücken fällt. Die CDU sollte sich endlich frei machen von einer Partei, deren Vertreter schon lange keine Christlichen und Sozialen Werte mehr vertreten, wie es der Parteinamen erwarten lassen sollte.

Jörg Behrschmidt, Hamburg

Schritt in die richtige Richtung

7./8. Juli: Deut­sche-Kon­kur­renz für die Su­per­char­ger von Tesla. Erste ultraschnelle Ladesäule ist am Netz. Weitere sollen folgen

Mobile Fahrzeuge können nur eine begrenzte Menge an Energie mit sich führen und müssen deshalb in Abständen neue Energie aufnehmen. Dafür gab es im Mittelalter Poststationen und in der Neuzeit wurde ein flächendeckendes und gut funktionierendes Netz von Tankstellen geschaffen. Ich finde es begrüßenswert, dass die deutschen Autohersteller diese Ressource für ihre geplanten Schnellladesäulen nutzen wollen. Damit wird auch der Weg frei für weitere Innovationen in der Elektromobilität, wie Tausch-Akkus oder Wasserstoff für Brennstoffzellen. Es ist nur zu hoffen, dass die von übereifrigen Politikern aufgestellten „Stromtankstellen“ in Wohngebieten bald wieder verschwinden und der dafür verbrauchte Parkraum wieder nutzbar wird.

Hans-Joachim Behnke, Hamburg-Lokstedt

Warum wird nicht gehandelt?

7./8. Juli: Immer mehr Landungen nach 23 Uhr. BUND spricht von bewusster Ausweitung des Flugplans und falscher Information

Es macht wütend, wenn man die Aussagen der Politiker und zuständigen Behörden zu den ständig wachsenden Lärmbelästigungen der Fluggesellschaften hört. Politiker haben für das Wohl der Bürger zu sorgen, dafür wurden sie gewählt, stattdessen werden die profitsüchtigen Fluggesellschaften unterstützt, das grenzt an Lobbyhörigkeit. Das Gleiche erleben wir bei der Luftverschmutzung, auch hier haben Umweltverbände das Handeln übernommen und nicht die Parteien. Lärm und Luftverschmutzung rufen Krankheiten bei der Bevölkerung hervor, dass muss doch auch Politikern bewusst sein, warum handeln sie nicht?

Bernd Mucksfelde, per E-Mail

Schlechte Sicht durch Wohnmobile

6. Juli: Seht zu, dass ihr wegkommt

Der Artikel über dauerparkende Wohnmobile, beschreibt leider eine traurige Realität. Die Wohnmobile vernichten nicht nur jeweils zwei bis drei Parkplätze der Anwohner, sondern verdecken durch ihre Größe oft auch Verkehrsschilder oder mögliche Ausfahrten. Leider müssen die Wohnmobile gesetzlich nicht nach zwei Wochen entfernt werden, das gilt bisher nur für Anhänger ohne Antrieb (Wohnwagen). Hier ist also dringender Handlungsbedarf in der Politik gefragt, um das Abstellen von Wohnmobilen in Wohnstraßen wenigstens auf eine vernünftige Zeit zu beschränken.

Harald Meyer, Hamburg

Toleranz für Wohnmobilbesitzer

Die Bewohner der Stadt müssen auch eine Möglichkeit haben, ihr Hobby zu leben. Wohnmobile sind Sonderfahrzeuge, die wie Pkw nur zugelassen auf der Straße parken dürfen mit den gleichen Rechten und Pflichten. Die meisten Wohnmobile liegen allerdings über 2,8 Tonnen Gesamtgewicht und dürfen nicht auf Pkw-Parkplätzen parken. Die meisten Wohnmobile sind nicht länger als sechs bis sieben Metern und nur wenig länger als so mancher SUV. Die Wohnmobile konzentrieren sich dort, wo für sie das Parken erlaubt ist und natürlich auch freier Parkraum zur Verfügung steht. Das ist, wie in dem Artikel angeführt, zum Beispiel in der Kellinghusenstraße der Fall. Hier werden die Parkplätze eher am Tage von den Berufstätigen genutzt und weniger von den Anwohnern, die oft Garagen oder private Parkplätze haben. Ich bitte also um eine differenzierte Beurteilung der Wohnmobilbesitzer und mehr Toleranz für ihr wirklich sehr schönes Hobby.

Jürgen Volkmer, Hamburg-Rotherbaum

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