Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 30. Juni 2018

Lösungen suchen, Chancen sehen

28. Juni: Rettung der Schulen vor dem Aus. Katholische Gremien lehnen Kooperation mit Schulgenossenschaft ab

Wo waren eigentlich diese Gremien, als das katholische Schulwesen in Hamburg in die finanzielle Katastrophe manövriert wurde? Was qualifiziert diese also, heute ihr Veto einzulegen und damit hinzunehmen, dass ein katholisches Schulangebot für einen Hamburger Bezirk komplett an die Wand gefahren wird? Ich stelle nicht in Frage, dass das, was die Initiative Hamburger Schulgenossenschaft (HSG) vorgelegt hat, noch nicht perfekt, widerspruchsfrei und ohne Risiken ist. Aber das ist zu erwarten, wenn man neue Wege gehen muss und will. Oder ist es im Kern nur Selbstherrlichkeit dieser Gremien, sich nicht von Laien reinreden zu lassen? Heute gehört Bildung – und ich meine dabei ganz besonders Persönlichkeitsbildung – zu den größten Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Ich weiß, wovon ich rede. Meine Familie und ich haben alle zumindest einen Teil unseres schulischen Weges an katholischen Schulen zurückgelegt, ich bin in der kirchlichen Jugendarbeit groß geworden, und wir alle sind daran gewachsen. Ich habe auf diesem Weg gelernt, in Krisen nach alternativen Lösungen zu suchen, erst die Chancen zu sehen, ohne dabei die Risiken aus den Augen zu verlieren und stets Verantwortung für Menschen und nicht nur für Institutionen zu übernehmen. Letztere haben lediglich eine dienende Funktion für die Menschen und sind nicht Selbstzweck.

Jörg Barandat, Hamburg

Den Weg ins Leben ermöglichen

27. Juni: Hamburger Kinder sollen wieder besser schreiben lernen

Die Diskussion, dass im Deutschunterricht wieder mehr Wert auf Rechtschreibung gelegt wird, ist so überflüssig wie ein Kropf und stößt bei mir auf völliges Unverständnis. Rechtschreibung ist die Grundbedingung einer Sprache. Von Beginn der schulischen Lehrtätigkeit müsste der größte Wert auf eine klare und deutliche Rechtschreibung, sowie auf eine ebenso deutliche Lesefähigkeit gelegt werden. In Bezug auf die Grundformen der Sprache und dem Vermitteln von Grundrechenarten scheinen wir uns, warum auch immer, zurück zu entwickeln. Es wird Zeit, dass wir uns wieder mindestens auf eine schulische Grundausbildung besinnen, um Schulabgängern den Weg ins Leben zu ermöglichen und nicht eine erfolglose und perspektivlose Jugend zu fördern.

Jürgen Stauff , per E-Mail

Verbindliche Standards schaffen

Zwei verschiedene Grundschulen haben meine Kinder besucht, an beiden Schulen durften die Kinder in der ersten Klasse so schreiben wie gehört. Das Abenteuerliches dabei herausgekommen ist, können sicher viele Eltern bestätigen. Allein dadurch geht den Kindern ein ganzes Schuljahr an Schreibpraxis verloren. Leider wird auch nur noch die vereinfachte Schreibschrift gelehrt, diese unterstützt eben gerade nicht ein flüssiges Schreibenlernen. Hier müsste angesetzt und verbindliche Standards geschaffen werden. Das insgesamt zu wenig geschrieben wird, hat der Senator ja immerhin schon erkannt.

Annette Sager, per E-Mail

...nicht genug für Jedermanns Gier

28. Juni: In Deutsch­land fehlen 1,1 Millionen Wohnungen

Und wie viele der neu gebauten Luxuswohnungen dienen den Besitzern als Zweit- oder gar Drittwohnung? Wie viele sind reine Anlageobjekte (Betongold)? Nicht zu vergessen die zunehmende Zahl an Wohnungen, die für kommerzielle/touristische Zwecke missbraucht werden. Ich sags mal mit den Worten von Ghandi: „Die Welt hat genug für Jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für Jedermanns Gier!“

Edith Aufdembrinke, Hamburg

Lustlos in Stein gemeißelt

29. Juni: Dänen entwerfen neuen Bahnhof

Die Aufgabenstellung des (vorherigen) Oberbaudirektors war wohl: Versuchen Sie mal, das Wort „lustlos“ in Stein zu meißeln. Das ist hier mit diesen seltsam disproportionierten zwei Klötzen nebst hilflos schwingendem Vordach sehr gut gelungen.

Thorsten Schima, per E-Mail

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