Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 23.Juni 2018

Wertvoller Lebensraum zerstört

21. Juni: Hamburger Gericht: Hausbau hat Vorrang vor Baum­schutz

Mir kamen die Tränen als ich sah, dass die gesunde 100-jährige Buche gefällt wurde. Dieser prächtige Sauerstoffspender wurde in wenigen Stunden getötet und unzähligen Lebewesen wurde ein wertvoller Lebensraum genommen. Erschreckend finde ich, das Herr und Frau Cleve nicht ein Wort des Bedauerns zum Ausdruck bringen. Der Begriff „Naturdefizit-Störung“ scheint mir hier passend. Das trifft in diesem Fall auch auf das Verwaltungsgericht zu.

Angela Dreyer, per E-Mail

Alle Baumfrevler hingehört

Richtig! Lasst uns nur alle Bäume fällen, wenn sie uns im Weg sind. 100 Jahre stand die Rotbuche in friedlicher Nachbarschaft mit einem Haus. Nun, da der neue Grundstücksbesitzer, obwohl er die Situation auf dem Gelände kannte, jetzt zwei Häuser bauen will, muss der Baum natürlich weichen. Wo kämen wir da auch sonst hin? Schön, dass es diese Meldung – alle Baumfrevler hingehört – auf die erste Seite des Abendblattes geschafft hat.

Gabriele Schwartzkopff, per E-Mail

Der Bürger darf für Fehler bezahlen

22. Juni: Nitrat – Urteil gegen Deutsch­land

Schon wieder macht die Politik den gleichen Fehler: Sie glaubt den Lobbyverbänden der Industrie bzw. hier der Agrarindustrie und der Landwirtschaft und verschließt die Augen vor den Tatsachen: Trinkwasserbrunnen, die geschlossen wurden oder vor der Schließung stehen; Trinkwasserverbände, die vor höheren Kosten wegen des Nitratgehalts im Trinkwasser warnen und immer wieder umkippenden Flüssen und Seen, weil der Nährstoffeintrag zu hoch ist. Doch auch hier wird den Hauptverursachern geglaubt, dass alles doch gut sei und man auf einem guten Wege sei. Doch die neue Düngemittelverordnung bedeutet Bürokratie und Papier, ändert aber nichts am Problem, dass durch die immer industrialisiertere Landwirtschaft hervorgerufen wurde und wird. Im Gegenteil: Kleinere Betriebe, die nicht überdüngen, weil sie weniger Tiere auf ihrer Fläche haben, geben aufgrund des bürokratischen Aufwandes auf. Großbetriebe, die das Problem verursacht haben, werden größer. Die Politik und die Wirtschaft schaffen es wieder, dass der Bürger für ihre Fehler bezahlen darf.

Rüdiger Ramm, per E-Mail

Europa-Passage zur Belebung

21. Juni: Alster – das Hei­lig­tum der Ham­bur­ger

Nach meiner Kenntnis (und auch den dokumentierten Tatsachen) war der damalige Erste Bürgermeister Ortwin Runde, einer der maßgeblichen Befürworter und Unterstützer des Baus eines Einkaufszentrums („Europa-Passage“) und des damit verbundenen Abrisses zahlreicher Altbauten. Er wollte damit einen wesentlichen Beitrag zur Belebung der Innenstadt leisten. Das war Ende der 90er-Jahre, also noch zu Zeiten einer rot-grünen Rathauskoalition. Insofern sind die Sozialdemokraten keineswegs die „Konservativen an der Alster“ gewesen, sondern auch hier die treibende Kraft bei der Unterstützung von Abriss und Zerstörung denkmalgeschützter oder zumindest denkmalschützenswerter Bausubstanz.

Wolfgang Kirmse, Hamburg

Aber die Kinder mögen das so gern

21. Juni: Altes Brot ver­füt­tert – sechs Jung­schwäne sterben

Normalerweise bin ich keine radikale Tierschützerin; an Teichen jedoch werde ich manchmal eine – wenn neben dem „Füttern verboten“- Schild seelenruhig altes Brot verfüttert wird. Eine typische Antwort auf meinen Hinweis auf das Schild: Aber die Kinder mögen das so gerne. Und das bisschen Brot ist nicht schlimm. Den Gipfel erlebte eine Freundin: Ein Vater fischte zwei Entenküken aus dem Wasser, um sie mit nach Hause zu nehmen, weil sein Nachwuchs sie so niedlich fand.

Antonia Tackenberg; per E-Mail

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