Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 20. Juni 2018

Toller Vorschlag für Innenstadt

19. Juni: Spek­ta­ku­läre Pläne für die Alster. CDU will auf dem Wasser zwei neue Promenaden mit Platz zum Flanieren und für Gastronomie errichten

Gratulation an Herrn Trepoll. Toller Vorschlag, die Innenstadt abends zu beleben. Vom Kostenmanagement sicherlich vertretbar z. B. durch Einnahmen aus Verpachtung von Flächen für Gastronomie und Einzelhandel. Von diesem Projekt hat bestimmt die Mehrzahl der Bevölkerung und der Hamburger Touristen mehr als von der durch Steuergelder finanzierten Elbphilharmonie.

Michael Kaul, per E-Mail

Öffentliche Stellplätze vernichtet

19. Juni: Rückkauf des Strom­net­zes war richtig

Gut versteckt in dem Jubelartikel über unseren Umweltsenator wurde auch berichtet, dass Hamburg 20 Prozent aller öffentlichen Elektro-Tankstellen Deutschlands bereitstellt. Bezahlt natürlich von den Nutzern des Hamburgnetzes. Tatsächlich handelt es um eine massive Verknappung öffentlichen Parkraums. Hamburg stellt etwa vier Prozent der in Deutschland zugelassenen Pkw. Das zum einen. In Hamburg liegt der Anteil der E-Fahrzeuge bei zwischen ein und zwei Prozent. Damit beträgt die Überversorgung an öffentlichen Elektrotankstellen etwa 98 Prozent. Oder anders gerechnet: Es wurden bereits etwa 980 öffentliche Stellplätze für die konventionellen Pkws vernichtet.

Lorenz Flemming, Hamburg

Abwarten, was geschieht...

19. Juni: Asyl­streit: Was Merkel bis Ende Juni schaffen muss

Dass der Bundesinnenminister Horst Seehofer keinen Bruch mit der Schwesterpartei CDU will, hat er wiederholt klar und deutlich in einem Interview zum Ausdruck gebracht. „Der Grundkonflikt ist, dass es seit drei Jahren keine einheitliche europäische Lösung in der Flüchtlingspolitik gibt. Die Zuwanderung haben wir immer noch nicht in den Griff bekommen“, betonte der Innenminister im BR (Bayerischer Rundfunk). Zum Grundgesetz fehlt ein differenziertes Einwanderungsgesetz in Deutschland und der EU. Altbundespräsident Gauck warnte jüngst in der BZ (Berliner Zeitung) vor einer Überfremdung in Deutschland. In den nächsten zwei Wochen wird sich auf europäischer Ebene so schnell nichts ändern. Bundeskanzlerin Merkel sollte dem Innenminister Seehofer in der Flüchtlingspolitik freie Hand lassen und die nächsten Wochen und Monate abwarten, was geschieht.

Rita Humpke, Hamburg

Der Verbraucher ist mächtig

9. Juni: Eine Woche ohne Plastik. Abendblatt-Redakteur Heiner Schmidt verbannt Kunststoffverpackungen aus seinem Leben. Die Bilanz

Jedes nicht gekaufte und wieder weggeworfene Stück Plastik ist ein Tropfen weniger im Plastikmeer und „oh Wunder“, es ist nicht schwierig, weniger Plastik zu benutzen. Dank Herrn Schmidts plastikfreier Woche haben wir angefangen genau hinzuschauen, wo wir noch mehr auf Plastik verzichten können und sind erstaunt, wie langsam die gelbe Tonne sich füllt. Bioprodukte wurden vor ca. 20 Jahren belächelt, jetzt sind sie fester Bestandteil in unserem Konsumverhalten. Der Verbraucher ist mächtig und kann das Plastikmeer erfolgreich austrocknen, wenn er denn will.

Sabine Andersen, Harburg

Wohin geht die Reise?

19. Juni: Wir müssen die Menschen un­ter­brin­gen, die Frau Merkel geholt hat. Wie gestaltet man das Wachstum Hamburgs am klügsten?

Wo war eigentlich die SPD in den Jahren 2013 bis 2017 im Bund und in den Kommunen und seither? Scheinbar geschlossen auf einer einsamen Insel. SPD-Fraktionschef Kienscherf macht es sich doch ein wenig zu einfach, wenn er Angela Merkel vorhält, sie habe „Menschen geholt“, die man nun in Hamburg unterbringen müsse. Gleichzeitig regieren und opponieren geht nicht. Interessanter ist jedoch die Frage nach der Qualität des „Wachstums“, also der stetig steigenden Einwohnerzahlen in Hamburg. Wer kommt eigentlich hierher und sind die „Zuzügler“ aktiv an der gesunden kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung unserer Stadt beteiligt? Die städtische Infrastruktur, Schulen, kommunale Einrichtungen, Wohnungen, öffentlicher Nahverkehr, Straßennetz u. a., halten jedenfalls ersichtlich nur mit Mühe dem zu beobachtenden Wachstum stand. Es wird überall voller und dichter, auch wenn Hamburg immer noch eine grüne Großstadt ist. Gruselig muten die Vorschläge des Stadtentwicklungsexperten an: „Zurückdrängen des Autos“, welches anscheinend der Quell allen Übels ist, „kein Platz für Einfamilienhäuser“, stattdessen 35-qm-Appartements für Jeden. Wollen die Hamburger das überhaupt? Wohin die Reise geht, blieb offen, eine „Patentlösung“ hatte keiner der Beteiligten. Hamburgs Zukunft bleibt spannend.

Klaus Wenzel, per E-Mail

Orientierung ist erforderlich

19. Juni: Neues Schulfach für Ham­burg. „Berufs- und Studienorientierung“ wird ab August in gymnasialer Oberstufe unterrichtet – und auch benotet

Viele Erstsemester für ein Ingenieurstudium kennen die Anforderungen nicht, die auf sie zukommen, weil sie in der Schule nicht, jedenfalls nur unzureichend darüber informiert wurden. Wer ein Ingenieurfach studieren will, muss seine Fächerauswahl beim Übergang in die Oberstufe festlegen, insbesondere Mathematik und Physik. Mangelnde Kenntnisse können nicht im Laufe des ersten Semesters nachgeholt werden. Beim oder ab dem Übergang in die Oberstufe ist deshalb eine Orientierung über die Studienanforderungen erforderlich. Idealerweise von Angehörigen der Unis und Hochschulen. Wer mit sechzehn Jahren reif für das Wahlrecht ist, muss auch reif für seine spätere Studien- und Berufswahl sein.

Dr. Friedrich Weinhold, Norderstedt

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