Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 12. Juni 2018

Falsches Signal für Kriminelle

11. Juni: Ver­däch­ti­ger Ali B. gesteht Mord an Susanna. 20-Jähriger muss in Untersuchungshaft. Debatte über Umgang mit straffälligen Asylbewerbern

Gratulation an alle Beteiligten, die zur schnellen Rückführung des mutmaßlichen Mörders der Susanna F. beigetragen haben. Es wäre aber wohl besser gewesen, der Täter wäre im Irak vor Gericht gestellt und abgeurteilt worden. In Deutschland wird er Jugendstrafe erhalten, psychologisch betreut werden und im Vergleich zu einem irakischen Gefängnis wie im Hotel leben. Wahrscheinlich wird er auch noch einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen, damit die Restfamilie wieder nach Deutschland kommen kann. Wer schützt uns vor Politikern, die Gesetze verabschieden, die einen Asylbewerber erst nach einer dreijährigen Haftstrafe (auch summiert) endlich ausweisen? Was ist das für ein Signal an mutmaßliche Gewalttäter und Kriminelle?

Heinz-Robert Blum, per E-Mail

Einwanderungsgesetz ist nötig

Jeder Asylbewerber, der hier mit dem Gesetz in Konflikt gerät, müsste wissen, dass er damit sofort jedes Recht auf Asyl verliert. Im Übrigen brauchen wir keinen 63-Punkte-Plan von Herrn Seehofer, sondern endlich ein ganz klares Einwanderungsgesetz wie in Kanada oder Australien.

Gitta Uther, Seevetal

Smartphone für alle

11. Juni: Die Karte, die keiner mehr will. Die Gesundheits-E-Card wird zum Auslaufmodell

Es ist ja schön, dass versucht wird, Alternativen zu suchen. Jedoch sollte man auch an die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger denken. Müssen die sich jetzt ein Smartphone kaufen, um eine App herunterzuladen, um bei ihrem Arzt vorstellig werden zu können? Oder löst sich dieses Problem dann biologisch? Ich denke, die großen Player haben das Thema schon längst auf dem Schirm und die bundesrepublikanische Regierung schaut mal wieder mit dem Ofenrohr ins Gebirge, weil sie nicht in die Puschen kommen. Man muss es als Normalsterblicher nicht wirklich verstehen, dass so ein Projekt aus purem Eigennutz der einzelnen Interessensvertreter an die Wand gefahren wird. Anstatt das große Ganze zu sehen, wurde und wird kleinteilig agiert, nur um die eigenen Pfründe zu sichern. Dass dann die ganz großen Weltkonzerne plötzlich auf den Markt kommen, die sich einen feuchten Kehricht um Einzelinteressen scheren und den Markt mit ihren Produkten – sprich Apps – einfach aufrollen, werden wir alle noch erleben.

Jörg Thyroff, Hamburg

Warum dauert das so lange?

9./10. Juni: Nach ,Bahn-Gip­fel‘ zur Marschbahn: Strecke nach Sylt soll besser werden

Deutschland ist eine der führenden Industrienationen der Welt. Und da muss man lesen, dass ein kompletter zweigleisiger Ausbau der Marschbahn zwischen Niebüll und Klanxbüll, 14 Kilometer lang, selbst bei optimalem Verlauf mindestens zehn Jahre dauern würde, erfahrungsgemäß also länger. Das sind somit bestenfalls 1,4 Kilometer pro Jahr oder 117 Meter pro Monat, bei Standard-Schienenlängen zwischen 30 Meter und 180 Meter und dass durch die platte nordfriesische Marsch, d.h. ohne Tunnel, Brücken, Weichen, Kurven und Oberleitungen, einfach nur so geradeaus. Zum Vergleich: Der Bau der transkontinentalen Eisenbahn in den USA mit einer Länge von 2846 km benötigte zwischen 1865 und 1869 gerade einmal vier Jahre, und das nur mit Spitzhacken, Schaufeln und Pferdefuhrwerken. Die ICE-Trasse zwischen München und Berlin als ungleich komplexeres Projekt mit über 600 km Länge, 22 Tunneln und 29 Brücken wurde in (nur) 26 Jahren erbaut. Hätte man den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem gleichen Tempo betrieben, dann würden heute wahrscheinlich immer noch Trümmerfrauen in den Städten ihr Werk verrichten. Warum nur dauern in Deutschland derartige Vorhaben immer so lange?

Klaus Krämer, Eckernförde

Der Verbraucher zahlt

8. Juni: Bud­nikow­sky-Chef fordert Soko gegen La­den­dieb­stahl. Mehr als zwei Millionen Euro Schaden für Drogeriekette allein durch Banden

Die Forderung des Herrn Wöhlke nach Hilfe zur Diebstahlverhinderung entbehrt jeder Grundlage. Das Inventurmanko von bis zu 1,5 Prozent vom Umsatz ist längst eingepreist und in der Kalkulation enthalten. Woher nimmt Herr Wöhlke die Gewissheit, dass sein Verlust von 0,5 Prozent vom Umsatz nur durch Ladendiebstahl entsteht? Wie hoch ist der Verlust durch Mitarbeiterdiebstahl bzw. Bearbeitungsfehler beim Wareneingang sowie bei der Preisauszeichnung? Die Warenpräsentation im Einzelhandel ist eher eine Aufforderung zum Diebstahl: unbewachte Außenverkäufe, Riesenladenfläche mit minimaler Besetzung und nicht gesicherte Ware. Das Problem der bandenmäßigen Ladendiebstähle könnte unter anderem durch eigene, am Eingang postierte, schwerpunktmäßig, eingesetzte Sicherheitskräfte gelöst werden. Unser Budni sollte seine Hausaufgaben machen und nicht eigene Fehler, unter anderem ungebremste Expansion und ewige Sortimentsausweitung mit immer geringeren Margen auf den Verbraucher abzuwälzen.

Rolf Loose, Reinbek

Lieber Farago als Mogo

11. Juni: 20.000 Biker und ganz viel Gänsehaut. 35. Motorradgottesdienst: Besinnung im Michel, ein beeindruckender Konvoi - und ein Unfall mit zwei Verletzten

Ausgerechnet die Kirche, die sich für die uns anvertaute Schöpfung einsetzen sollte, ist Veranstalter dieser Lärm- und Abgas-Großveranstaltung. Der Mogo sollte abgeschafft werden und dafür ein Farago (Fahrrad-Gottesdienst) eingeführt werden.

Günter Pingel, per E-Mail

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