Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 30. Mai 2018

Picknick ohne Plastikgeschirr

29. Mai: Europäer sollen weniger Plastik verwenden. Ein­weg­ge­schirr, Trink­halme und Stäbchen könnten vom Markt ver­schwin­den

Vor noch gar nicht so vielen Jahren gab es im Lebensmittelgeschäft Papiertüten. Vor einiger Zeit wurden diese bei Edeka wieder bereitgestellt. Warum kann dies nicht auch in anderen Geschäften wieder eingeführt werden? Natürlich sind Plastiktüten praktischer, aber Gift für uns alle. In meiner Kindheit gab es kein Plastikgeschirr (von Tupperware einmal abgesehen) – und trotzdem gab es Feiern, man fuhr zum Picknick und aß unterwegs. Milch wurde in Glasflaschen angeboten oder man kaufte sie direkt beim Bauern, übrigens heute immer noch im ländlichen Bereich möglich. Naschkram gab es lose zu kaufen, abgepackt in Papiertüten. Ganz auf Plastik verzichten, wird wohl nicht möglich sein, aber an ganz vielen Stellen kann es abgeschafft werden. Um auf dem Wochenmarkt mit eigenen Behältern einkaufen zu können, muss erstmal wieder das Lebensmittelschutzgesetz geändert werden. Möglich ist vieles, man muss es nur wollen und unterstützen.

Anke Petersen, Reinbek

Strohhalm hilft bei Parkinson

Hat irgendjemand schon einmal daran gedacht, dass es auch viele Menschen gibt, denen ein Strohhalm beim Überleben hilft? Bei vielen Behinderungen, in Krankenhäusern nach Operationen und ganz besonders bei Menschen, die an Parkinson leiden, ist ein Strohhalm unbedingt notwendig. Er erleichtert die Aufnahme von Flüssigkeiten aller Art und sichert dem Menschen die benötigte Flüssigkeitsmenge zum Überleben. Wie einfach ist es doch aus einem Strohhalm zu trinken, wenn meine Hände schon stark zittern. Bei allen Umweltgedanken ist eine völlige Abschaffung von Stroh- und Trinkhalmen etwas, was man jemandem, der darauf angewiesen ist, niemals antun darf.

Detlef Riedel, Hamburg-Ohlsdorf

Mehr Rücksichtnahme

28. Mai: Zum Schutz der Radler: Senat will Au­to­fah­rer verstärkt kon­trol­lie­ren. Mehr Blitzer und mehr Ab­schlep­per

Wir brauchen kein Umdenken der Politik, wir benötigen einfach nur mehr Rücksichtnahme untereinander. Wenn das geschehen ist, dann kann die Politik mit der Arbeit beginnen.

Jürgen Geißler, Hamburg-Wilhelmsburg

Fahrräder töten keine Menschen

Dass Menschen und Umwelt gleichermaßen unter Abgasen leiden und dass Lärm krank machen kann, ist ja bekannt. Unaufmerksame, rücksichtslose, telefonierende, Alkohol trinkende Fahrradfahrer mag es auch geben, aber diese bewegen keine Maschinen, die bis zu Hunderten von Pferdestärken haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fahrradfahrer bei einem Unfall einen Autofahrer verletzt oder gar tötet, geht in Richtung null. Fazit: Autopannen werden immer weniger, deshalb musste aus einem Pannenhilfe-Verein zwangsweise ein Pro-Auto-Verein werden, der den Wahnsinn von 500 PS und 300 km/h pro Stunde Höchstgeschwindigkeit volksnah erklären kann. Es geht ja um Arbeitsplätze. Sind rund 3500 Verkehrstote jährlich deswegen klaglos hinzunehmen?

Axel Pabst, per E-Mail

Die Kehrseite der Technik

28. Mai: Science-Fic­tion auf dem Acker. Die Landwirtschaft wird revolutioniert

Bei all der Euphorie für die Technik sollte man nicht die Kehrseite vergessen: Die kleinen Landwirte verschwinden und Agrarfabriken werden gefördert. Die Landschaft wird den Maschinen angepasst, also monotoner: riesige Felder, wenige Bäume, Büsche und Blumen. Schon heute gibt es Landstriche, in denen Fasane und Hasen verschwunden sind, weil sie keinen Platz mehr in den großen Feldern finden. Überdüngung und Nitrate im Grundwasser werden auch durch die neuen Maschinen nicht abgeschafft, denn die Ausmagerung und Ausnutzung des Boden ist gerade in der maschinellen Landwirtschaft üblich. Um den größtmöglichen Gewinn aus dem Boden zu ziehen, muss gedüngt und gespritzt werden. Die neue Technik ist verlockend, aber dann sollen sich landwirtschaftliche Verbände auch zu den Folgen bekennen und diese mittragen: höhere Trinkwasserkosten, größere Abnutzung und Zerstörung von Straßen, Verlust der Artenvielfalt. Die Folgen des „Immer mehr“ für die Gemeinschaft sehen wir schon jetzt, der Nutzen von größeren Maschinen für die Landwirte muss sich erst noch erweisen.

Rüdiger Ramm, per E-Mail

Die heilige Kuh Wachstum

26./27. Mai: Spare in der Zeit... so hast du in der Not. Aber wir geben mehr für Kaffee to go aus als für die Al­ters­vor­sorge

Ansprüche und Jammern wachsen proportional. HaJo Schumacher spricht aus, was meine Generation weiß, aber für sich behält: Die Ahnen haben für die Zukunft gelebt und geschuftet, heute zählt die Gegenwart und zu viele konsumieren sogar, was sie noch nicht erarbeitet haben. Ansprüche werden raffiniert geweckt und verselbstständigen sich – lösen sich von den materiellen Realitäten. Die heilige Kuh des Systems heißt Wachstum, aber das verzehrt, worauf die zukünftigen Generationen ein Recht hätten. Es wird Zeit für eine mutige Systemkritik.

Uwe-Carsten Edeler, Hamburg

Gruß aus Schilda

24. Mai: Hamburger Die­sel-Fahr­ver­bote treten am 31. Mai in Kraft

Nun ist es bewiesen, die Schildbürger stammen aus Hamburg. Beweis: Ihre Nachfahren haben zum 31. Mai das Diesel-Fahrverbot für zwei Straßen in Hamburg beschlossen und glauben tatsächlich, dass sich dadurch die Luft in ganz Hamburg verbessern lasse. Für diese Glanzleistung müsste man den Umweltsenator mit dem Schildbürger-Orden auszeichnen.

Knuth Johansson, Hamburg

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