Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 29. Mai 2018

Aggressive Radler

28. Mai: Zum Schutz der Radler: Senat will Au­to­fah­rer verstärkt kon­trol­lie­ren

Kontrollen der Verkehrswege und ihrer Nutzer sind wichtig. Als Fußgänger ist man sich seines Lebens nicht mehr sicher. Leider ist die Bedrohung durch Fahrradraudis alltäglich geworden. Auch als Autofahrer erlebe ich täglich die extreme Aggressivität der Radler. Verkehrsregeln werden nicht eingehalten und gefährden alle Beteiligten. Ja, Kontrollen sind wichtig, Zielgruppe sollten jedoch die Radler sein, nicht zuletzt, um sie vor sich selbst zu schützen.

Patricia Bürger, per E-Mail

Autofahrer am Pranger

Es gibt wohl keine Woche, in der die Autofahrer nicht von Ihnen als die Schuldigen von Verkehrsunfällen und Verkehrsverstößen an den Pranger gestellt werden. Der rot-grüne Senat hat sich die Autofahrer als die rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer auserkoren. Über das verkehrswidrige Verhalten der Fahrradfahrer spricht niemand. Der rot-grüne, Fahrradfahrer verliebte Senat vergisst, wer ihm die Steuereinnahmen beschert.

Alexander Thom, per E-Mail

ADFC vertritt eine Minderheit

Zum wiederholten Mal stellen Sie die Aussagen es ADAC und des ADFC in Berichten und Interviews als gleichwertig gegenüber. Der ADAC vertritt in diesem Land über 20 Millionen Mitglieder, der ADFC vertritt 165.000 Mitglieder. Also weniger als ein Zehntel. Und genau so verhält es sich auch mit dem Verhältnis zwischen Auto und Fahrradfahrern in dieser Stadt: Eine kleine Minderheit von „Dauerradlern“ steht einer gewaltigen Mehrheit von Menschen gegenüber, die überwiegend durch das Auto mobil sind. Es ist dies also der Versuch einer Kleingruppe, ihre Vorstellungen gegen die Bedürfnisse der großen Mehrheit dieses Landes durchzusetzen. Auch wenn die Grünen in dieser Stadt an der Regierung beteiligt sind, sollten Sie diese Tatsache in der Berichterstattung vielleicht nicht ganz aus den Augen verlieren.

Philip Düwel, per E-Mail

Auch die Radler kontrollieren

Wir haben in Hamburg eine Verkehrslage, die keinem gerecht wird. Die Straßen werden um den Radweg schmaler, die Autos parken auf Rad- und Gehwegen, die Fußgänger müssen sich zwischen parkenden Autos und Radfahrern hindurchschlängeln. Ich erlebe jeden Tag beim radeln, dass es sehr viele militante Radfahrer gibt, die sich an keine Verkehrsregeln halten, auf der verkehrten Seite fahren und wenn es bergab geht, sind 25 km/h keine Seltenheit. Deshalb: Nicht nur die Autofahrer müssen stärker kontrolliert werden, sondern auch die Radler. Ich fahre trotzdem gerne Rad, bewusst vorsichtig und mit Helm.

Renate Petersen, Pinneberg

Tempo 30 in Wohngebieten

Ich kann die Argumente der Tempo-30-Gegner, dass die Kfz dann in die Wohngebiete ausweichen, nicht nachvollziehen, da dann dort ja auch Tempo 30 gilt. Desweiteren soll ja auf den richtig großen Straßen, wie Kieler Straße oder Eiffestraße Tempo 50 bestehen bleiben, dieses dann aber streng und regelmäßig kontrolliert werden. Zur Erinnerung, bei Tempo 30 halbiert sich der Bremsweg und sollte die Unversehrtheit unserer Mitmenschen dieses nicht wert sein? Dass die Kontrollen wirklich verstärkt werden, möchte ich bezweifeln, da doch die Polizei ständig beklagt, dass sie dafür keine Kapazitäten hat.

Carlos Dabelstein, per E-Mail

Kein Handy in der Staatsoper

28. Mai: Endlich ein Konzert ohne Röcheln und Räuspern

Jetzt wäre es noch wünschenswert darum zu bitten, die Smartphones und Handys auszustellen, wie das in der Staatsoper selbstverständlich ist. Dort greifen die Platzanweiserinnen ein, wenn während der Vorstellung fotografiert wird. Nicht so in der Elphi: Dort wird hemmungslos während der Konzerte gefilmt, fotografiert und Mails versandt. Auf den teuer bezahlten Plätzen haben Musikliebhaber, die sich auf das Konzert konzentrieren möchten, einiges auszuhalten und stoßen auf so gut wie kein Verständnis. So wird einem mancher Konzertbesuch ziemlich verleidet. Wie Sie schreiben: Musik braucht Stille und Konzentration, um sich entfalten zu können.

Ulf Matthiesen, per E-Mail

Mediealer Weltzugang mit Handy

26./27. Mai: Große Be­ne­fiz-Le­sung mit Rum­pel­röschen. ,Kinder helfen Kindern‘-Botschafter Christian Berg liest aus seinem neuen Märchenbuch

Ehrlich gesagt: Mich als begeistertem Leser von echter Literatur regt es auf, dass Sie den Konsum von Fast-Food-Lektüre über den Mediengebrauch Ihrer Kinder stellen, obwohl die vielleicht Artikel aus Südamerika über die Umweltzerstörung der Urwälder lesen oder eine Petition gegen Kriegstreiberei Trumps teilen. Oder historische Welten in Spielen erkunden. Oder Geschichten lesen. Haben Sie sich mal überlegt, dass Ihren Kindern das Smartphone ebenso einen „medialen Weltzugang“ öffnen kann wie die historischen Bücher Ihnen? Dass das Smartphone bei Ihren Kindern die gleiche Funktion erfüllt, wie der Historische Roman Ihnen? Vor 50 Jahren wurde mit dem Comic das Ende der Zivilisation eingeläutet, nun wird dem Smartphone diese Funktion zugewiesen. Vor 300 Jahren wurden Romanleser als Fahnenflüchtige vor der Wirklichkeit bezeichnet. Das Buch ist vielleicht tot, die Geschichten sind es nicht. Sie leben, wie sie in Höhlenmalereien der Steinzeit, in mittelalterlichen Minnen, romantischen Weisen und naturalistischen Dramen lebten, heute in „historischen Romanen“. Sie bezeichnen das Smartphone ihrer Kinder als „viereckige Geräte“, ist ihr Buch rund? Was ist mit dem, der Bücher auf dem Reader liest? Geht es Ihnen um das Gerät, um die äußere Beschaffenheit des Mediums oder um die in ihm enthaltene irreale Welt?

Sascha Wöllert, Buenos Aires

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