Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 11. Mai 2018

Ursache und Wirkung

8. Mai: Ban­ken­chef sieht jede vierte Filiale von Schlie­ßung bedroht

Das ist Volksverdummung, was der Herr Peters da betreibt, indem er absichtlich Ursache und Wirkung durcheinanderbringt. Die Banken bauen seit Jahren Serviceleistungen ab, schließen Filialen und drängen ihre Kunden mit allen Mitteln ins Online-Banking, weil sie so ohne Arbeitsleistungen Geld verdienen können. Und nun stellt der „Bankenchef“ die freche Behauptung auf, weil die Mehrzahl der Kunden Online-Banking mache, seien die Filialen nicht mehr ausgelastet und müssten deshalb geschlossen werden. Für wie dumm hält Herr Peters seine Kunden eigentlich? Dieser Zustand wurde von den Banken vorsätzlich herbeigeführt!

Wolfgang Brocks, Geesthacht

Menschliches Leid verhindern

8. Mai: Drama an der Os­ter­stra­ße: Lkw überrollt junge Mutter auf Fahrrad

Die Nachricht, dass eine junge Mutter von einem abbiegenden Lkw überrollt und getötet wurde, hat mich tief erschüttert. Zum wiederholten Male ist eine Radfahrerin/ein Radfahrer beim Abbiegen von einem Lkw überrollt und getötet worden. Leider werden wir den Verkehr nicht, wie es eine Leserbriefschreiberin heute vorgeschlagen hat, so regeln können, dass niemals Fußgänger/Radfahrer und abbiegende Autos gleichzeitig Grün haben, denn grundsätzlich darf man bei Grün geradeaus fahren oder links oder rechts unter Beachtung des Vorranges von Fußgängern und Radfahrern als Autofahrer abbiegen. Zwei Dinge müssen aber ganz dringend geschehen: Zum einen müssen auf gefährlichen großen Kreuzungen noch deutlich mehr als bisher Abbieger-Ampeln mit Pfeil eingeführt werden, die das Abbiegen nur bei grünem Pfeil gestatten, während Fußgänger und Radfahrer dann zwingend „Rot“ haben. Die Zahl der so ausgestatteten Kreuzungen muss deutlich erweitert werden. Zum anderen müssen endlich sämtliche Lkw verpflichtend innerhalb einer kurzen Zeit mit technisch ja bereits vorhandenen Abbiege-Assistenten ausgestattet werden, die den „toten Winkel“ im Blick haben und entweder den Lkw automatisch bremsen oder ein deutliches Warnsignal geben, wenn der Fahrer nicht selber sofort auf die Bremse tritt. Dieses kann viele Menschenleben retten und menschliches Leid verhindern. Neben den Hinterbliebenen der getöteten Menschen müssen auch die betroffenen Lkw-Fahrer, selbst wenn sie keine strafrechtliche Schuld treffen sollte, ein Leben lang mit der seelischen Last leben, einen Menschen getötet zu haben.

Marc Eichenherr, per E-Mail

Anarchie im Straßenverkehr

Der ADFC fordert Tempo 30. In Hamburg gibt es viele Tempo-30-Zonen, keiner hält sich daran, Konsequenzen gibt es keine. Hamburg setzt seit Jahren vergeblich auf Aufklärung und Überzeugungsarbeit im Straßenverkehr, trotzdem herrscht „Anarchie“, jeder macht was er will, Sanktionen folgen keine. Selbst die Polizei blinkt nicht mehr beim Wechsel der Spur oder beim Abbiegen. Bitte liebe Radfahrer, fahrt langsamer und vorausschauender, kein Autofahrer hat euch „auf dem Schirm“, lieber einmal länger warten, solange, bis Hamburg eine Radlerstadt ist, auch wenn das noch lange dauern wird.

Monika Kraja, per E-Mail

Thema für alle Verkehrsteilnehmer

9. Mai: Radfahrer fordern ,endlich Kon­se­quen­zen‘. Wut nach dem tödlichen Unfall in Eimsbüttel

Als Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger ist meine Sicht zu vergleichbaren Unfällen eine andere, als sie fast täglich geschildert wird: Experten fordern Tempo 30, Radfahrer fordern „endlich Konsequenzen“ – nur, hätten diese Maßnahmen (auch im vorliegenden Fall) geholfen? Ein befreundeter Feuerwehrmann in Berlin sieht diese Dinge differenzierter. Dass ein Lkw-Fahrer beim Abbiegen Radfahrer übersieht, ist traurig, aber mit allen technischen Mitteln nicht 100-prozentig zu verhindern. Dass ein Radfahrer einen neben ihm stehenden LKW übersieht, ist dagegen kaum vorstellbar. Und dennoch passieren diese Unfälle immer wieder. Vielleicht ist dieser erneute tragische Unfall ja Anlass, das gesamte Thema „Radfahren“ umfassender zu betrachten und für die Zukunft im Sinne aller Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen.

Hans Uwe Marschner, Hamburg

Stundenlang außer Haus...

9. Mai: Die besten Muttertagsgeschenke

Vielen herzlichen Dank für Ihren wunderbaren Artikel. Ich habe so herzhaft gelacht und mich (meine Söhne sind 10 und 8) gleichzeitig in Ihren Sätzen wiedergefunden. Ganz besonders Ihr Ratschlag, sich stundenlang außer Haus aufzuhalten, ließ mich an so manchen Sonntag zurückdenken, den mein Mann mir so geschenkt hat.

Nina Hansen, per E-Mail

Die Schlaumeier aus dem Off...

8. Mai: Bittere Verluste für CDU und SPD. Nach der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein sind die beiden großen Parteien geschwächt

Nun melden Sie sich wieder, die Schlaumeier aus dem Off. Ehemalige Minister und Staatssekretäre wissen nun ganz genau, dass Ralf Stegner die Schuld an der Wahlniederlage der SPD bei der Kommunalwahl am vergangenen Wochenende trifft. Als sie selbst noch Regierungsmitglieder waren, sind sie nicht durch besondere Strahlkraft in Erinnerung geblieben. Andreas Breitner ist sogar vor seiner politischen Verantwortung in die besser bezahlte Wohnungswirtschaft geflüchtet. Und der Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) hat ihre selbst ernannte Publizität als Herausforderin von Andrea Nahles als Bundesvorsitzende der SPD auch nichts genützt. Die SPD musste sogar ihren Platz zwei in Flensburg an die Grünen abgeben. Ralf Stegner hat Recht, wenn er nach dem Desaster gelassen bleibt. Aber es wird für die SPD im Land viel zu tun geben.

Eckart Kuhlwein, Ammersbek

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.