Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 5. Mai 2018

Etwas mehr Verständnis, bitte

4. Mai: Platzt das Bündnis für die ka­tho­li­schen Schulen? Erzbistum schließt Staatsrat und Politikerin von Verhandlungen aus. Schulgenossenschaft droht mit Abbruch

Mir fehlt es zunehmend an Verständnis, warum die sogenannte Schulgenossenschaft immer gleich medial so empört reagieren muss, wenn in einer Verhandlungssituation normale Vorgänge passieren. Auch wenn sie sich als Schulretter aufspielen, haben sie doch bis jetzt außer dem Gewinn maximaler Aufmerksamkeit nicht viel bewirkt. Ich habe daher großes Verständnis für die Verantwortlichen des Erzbistums, die zunächst vertraulich sondieren möchten, ob und von wem sie sich in ihren autonomen Strukturen beraten lassen wollen. Die Schulgenossenschaft wäre gut beraten, sich etwas stärker zurückzunehmen und dem Erzbistum mit mehr Verständnis zu begegnen.

Dr. Robert J. Degenhardt, Hamburg

Hamburg grünt ohne Blumen

4. Mai: Grüne Spaßinsel für die Ha­fen-City. Am Sonnabend wird der neue Park im Baakenhafen eröffnet. Vorab sah sich auch der Bürgermeister schon mal um

Hamburgs Grün ist eine Wüste. Ich habe selten so viele sterile grüne Flächen gesehen wie in Hamburg. Kaum erscheint mal eine hübsche bunte Wildblume, da rauschen lärmende und stinkende Rasenmäher heran und machen die raren Blumen einen Kopf kürzer. Wozu ein Golfrasen, wo doch in der Stadt dieser Sport kaum möglich ist? Dann bitte gleich einen Kunstrasen ausbringen, da spart man immerhin die regelmäßigen Mähkosten. Blumen erfreuen doch die allermeisten Menschen. Außerdem sind sie überlebenswichtig für Insekten, deren Bestand bundesweit laut NABU in den letzten Jahren dramatisch geschrumpft ist. Und davon leben auch die Singvögel, die gerade jetzt ihre Jungen füttern müssen. Macht Hamburg doch wieder bunter und sauberer! Einfach die Samen von Wildblumen ausbringen und nur noch zwei- bis dreimal im Jahr mähen.

Dr. Hinrich Bäsemann, Hamburg

Abschiebung, ohne Wenn und Aber

3. Mai: Flücht­linge ver­hin­dern Ab­schie­bung und 200 Migranten verhindern Abschiebung eines Kongolesen

Anscheinend haben unsere Politiker schon wieder vergessen, warum sie abgewählt wurden und die AfD so groß wurde. Es ging um die Flüchtlingspolitik. Glaubt denn irgend jemand, dass die Leute, wenn sie den deutschen Sozialstaat kennen gelernt haben, wieder ausreisen? Ich frage mich weiterhin, wer denn ihre Heimat wieder aufbaut? Die Alten, die nicht fliehen konnten? Bei uns in Deutschland waren es überwiegend die Trümmerfrauen. Genauso müssen in Ellwangen alle beteiligten Personen, welche sich bei der Abschiebung gegen die Polizei gestellt haben, ohne wenn und aber sofort abgeschoben werden. So etwas spricht sich sofort herum, und es wäre Ruhe bei weiteren Abschiebungen. Das wäre mal ein Signal, welches jeder Bürger verstehen würde und nicht das Rumgeeiere der deutschen Behörden. Aufnahmeländer gibt es genug. Muss nur über die Entwicklungshilfe geregelt werden. Funktioniert garantiert. Allerdings wird die Lobby der Anwälte dagegen sein, weil denen viel Geld durch die Lappen geht. Wie viele Anwälte sitzen eigentlich im Bundestag?

Uwe Zimmermann, Hamburg

Plaza-Gebühr ist angemessen

2. Mai: Elb­phil­har­mo­nie nimmt Eintritt für die Plaza ... aber vorerst nur bei Gruppen mit mehr als sechs Personen. Zutritt für Einzelbesucher soll gratis bleiben

Ich bin Hamburger und mache mit meiner Frau gerne Städtereisen. Egal ob in Paris, Rom oder in anderen schönen europäische Städten, überall kosten Besichtigungen etwas – und ich zahle das selbstverständlich. Zum einen müssen Gebäude unterhalten werden, zum anderen reguliert das natürlich auch den Zulauf. Der durch die weltweite Nachfrage nach Sehenswürdigkeiten bestehende Andrang würde sich drastisch verstärken, wäre alles kostenfrei. Das gilt auch für die Sehenswürdigkeiten im schönen Hamburg, wenngleich das viele Hamburger vielleicht anders sehen. Auch wenn die Elbphilharmonie mit unseren Steuergeldern finanziert wurde, heißt das doch nicht automatisch, dass der Eintritt frei sein muss. Wir waren auch schon auf der Plaza, es waren auch viele Touristengruppen dort und ich fand das schon sehr voll. Für ausländische Urlaubergruppen halte ich deshalb eine Gebühr unbedingt für angemessen. Ich kann die Beschwerden gegen die Gruppengebühr nicht verstehen, zumal für Besucher, die nicht als Gruppe kommen ja kein Eintritt anfällt.

Jürgen Krüger , per E-Mail

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