Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 25. April 2018

Saubere Parks in Kanada

23. April: Warum der Müll am Grill-Wochenende liegen blieb. Am Ende der Son­nen­tage türmt sich der Abfall auf Hamburgs Grün­flä­chen

Und jedes Jahr wieder das gleiche Spiel: Rücksichtslose Mitmenschen, die in den Hamburger Parks und an den Elbufern grillen, es sich gut gehen lassen und danach ihren Unrat zurücklassen. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, wie man erst das ganze Grillzeug und die Getränke hinschleppt, es aber nachher nicht mehr schafft, dass was nicht in den Magen gelangt ist, einfach wieder mit nach Hause zu nehmen, um es dort zu entsorgen. Ganz nach der Mentalität „na und, da kommt doch nachher jemand, der räumt den Dreck dann weg“. Einfach entsetzlich so ein Verhalten. Ich würde mir wünschen, es gäbe Strafen wie in den USA oder Kanada. Wer dort wegen „littering“ erwischt wird, kann mal locker 500 bis 1000 Dollar auf den Tisch legen. Das System scheint gut zu funktionieren, ich habe jedenfalls keine Parks gesehen, in denen tonnenweise Müll rumliegt.

Guido Näpelt, Winsen (Luhe)

Kindisches Verhalten

Beim Lesen des Artikels drängt sich bei mir der Begriff „verkehrte Welt“ auf. Da schleppt man Massen von Gepäck auf die grüne Wiese und zurück bleibt am Ende nur ein Bruchteil übrig, nämlich der Abfall. Und den kann man nicht in die leer gewordenen Behälter füllen und wieder mit nach Hause nehmen? Und die Müllabfuhr entschuldigt sich auch noch, dass sie nicht sofort „Gewehr bei Fuß“ stand. Räumt man Kindern ewig hinterher, lernen sie das Aufräumen nie.

Sylvia Nitze-Schröder, per E-Mail

Müll wieder mitnehmen

Der Müll und die Stadt – und seine Bewohner. Ein Dauerthema, was Bände spricht. Es gibt Tage, da mag man keinen Fuß vor die Tür setzen, so eklig sieht es in weiten Teilen der Stadt und seiner näheren Umgebung aus. Die Grillsaison ist nur eine weitere, jährlich stattfindende Entwicklungsstufe neben Veranstaltungen jeder Art, welche geradezu magische Wirkung zur privaten Müllentsorgung im öffentlichen Raum anregen. Ein Teil der Lösung wird fast am Ende des Artikels, also quasi nebenbei, erwähnt, nämlich Mitgebrachtes wieder mitzunehmen. Grundsätzlich dominiert jedoch die Einstellung, dass dafür die öffentliche Hand zuständig ist. Wieso eigentlich? Nicht höhere Gebühren für alle sind die Lösung, sondern das persönliche Verursacherprinzip. Ein Blick nach Paris hilft vielleicht. Dort werden Wildpinkler und Müllverursacher direkt und umgehend zur Verantwortung gezogen. Ein Weg dorthin, dass eine Stadt nicht zum Himmel stinkt.

Andreas Scholz, Hamburg

Vorhandene Energie nutzen

23. April: Streit um die Fernwärme eskaliert. Die Fronten zwischen Stadt und Vattenfall sind verhärtet. Es geht um Hunderte Millionen Euro

In Moorburg steht eines der modernsten und damit saubersten Kohlekraftwerke. Auch ich bin dagegen, so ein Kraftwerk heute noch zu bauen. Es ist aber nun mal da. Daher sollte man nicht die bei der Kohleverbrennung entstehende Wärme in die Luft blasen oder ins Wasser leiten. Beides ist sehr umweltschädlich. Den Ausstieg aus der Kohleenergie befürworte ich, aber man sollte dabei über die Grenzen Hamburgs hinwegsehen und anderswo entsprechende Kraftwerke stilllegen. Mit dieser Blockierung sinnvoller Nutzung vorhandener Wärmeenergie sind in Hamburg die Grünen für mich nicht mehr wählbar.

Rainer Beckmann, per E-Mail

Der HSV braucht noch ein Wunder

23. April: Die Steh­auf­männ­chen aus Hamburg. Der abgeschriebene HSV macht den Abstiegskampf mit dem 1:0 gegen Freiburg wieder spannend

Aufgeschoben, nicht aufgehoben. Das kann nur das Fazit nach dem schmeichelhaften Erfolg gegen Freiburg sein. Die entscheidenden Begegnungen gegen Wolfsburg und Frankfurt sind Auswärtsspiele und nach den bisher in der Fremde gezeigten Leistungen müsste schon wieder ein mittelschweres Wunder geschehen, sonst heißt es unwiderruflich „Ade Bundesliga“ für den Dino. Pikante Fußnote: Beide Trainer der nächsten Gegner waren schon als Spieler bzw. Trainer in Hamburg tätig und einer dieser beiden wird dem Urgestein der Liga mit Sicherheit den Todesstoß versetzen.

Martin Wucherpfennig, per E-Mail

Alte Positionen aufgeben

21./22. April: Das Dilemma der Christ­de­mo­kra­ten. Nach dem Umfrage-Absturz auf 16 Prozent: Welche Machtoption hat die Partei für die Bürgerschaftswahl?

Solange einige führende CDU-Parteimitglieder ihren verbalen „Amoklauf“ gegen Fahrradfahrer nicht einstellen und stattdessen endlich einmal eine moderne Verkehrspolitik betreiben, die ihren Namen verdient, solange ist die CDU in Hamburg nicht wählbar. Wer Velorouten zugunsten von Parkplätzen opfern will, wer Prüfaufträge verabschieden möchte, ob man den Harvestehuder Weg nach dem Wegzug des Konsulats wieder für den Autoverkehr öffnen kann, der hat nicht ansatzweise verstanden, was eine moderne, lebenswerte Metropole ausmacht. Die CDU wäre gut beraten, bei der Verkehrspolitik alte, überkommene Positionen zu verlassen und sich für eine moderne, bedarfsgerechte Radinfrastruktur einzusetzen. Auch CDU-Wähler möchten mit dem Fahrrad sicher zur Arbeit kommen können. Es gibt genügend andere Felder, auch in der Verkehrspolitik, mit denen sich eine CDU von den Grünen und der SPD abgrenzen kann. So könnte man sich ja für einen nördlichen Autobahnring, einen zügigen Ausbau der Hafenquerspange, einen richtigen Ausbau der Bahnverbindung Hamburg-Hannover anstelle des unsäglichen Bahnprojekts „Alpha-E“ und die schnelle Realisierung der Elbvertiefung einsetzen. Das würde dem Wirtschaftsverkehr wirklich nutzen. In der Stadt wird der schon längst von Lastenrädern erledigt.

Michael Söchtig, Hamm

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