Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 23. April 2018

Platt lesen ohne Lexikon

21./22. April: Titelseite op platt

Trotz nicht nur positiver Berichte und nicht nur wegen des guten Wetters war es eine Freude, heute die Titelseite zu lesen – ohne Lexikon. Und ich habe auch etwas Neues gelernt, das Wort des Tages ist für mich: Verkehrsdootendienstleister. Gern einmal wieder.

Jutta v. Berenberg, Hamburg

In die Pflege investieren

21./22. April: Spahn fängt als Ge­sund­heits­mi­nis­ter an

Dass Herr Spahn die Rücklagen angehen will, ist sehr kurzfristig gedacht. Es sind Rücklagen, damit Geld da ist, wenn die Einnahmen nicht so hoch sind. Wenn Herr Spahn der Meinung ist, die Kassen würden zu viel Geld anhäufen, dann wäre es doch besser, es würde in die Pflege investiert werden. Den dort Beschäftigten, den zu Pflegenden sowie den Einrichtungen würden vernünftige Investitionen mehr helfen.

Natascha Althoff, per E-Mail

Genderisierung nervt

21./22. April: Leserbrief der Woche: Gender – kein Problem

Und die Genderisierung nervt doch. Allein schon das Wort. Und Worte ändern gar nichts an der „Werteordnung“, an Benachteiligungen im wirklichen Leben. Natürlich muss man sich weiter für die Gleichstellung einsetzen, aber man sollte keine Energie auf mehr oder weniger lächerliche Worthülsen verschwenden. Was bitte hat die Wertschätzung der Kindererziehung (ein Kernthema der Ungleichbehandlung) durch die Mütterrente mit einem Lied zu tun, das aus einer Zeit stammt in der diese Wortwahl üblich war? Mutter Erde, Vaterland, Leserbriefschreiberinnen – wem nützt das? Ich bevorzuge die realen Verbesserungen wie Mütterrente oder die Bildung von Mädchen in technischen Berufen zu fördern.

Marion Mielke, per E-Mail

Zwei Geschlechter sind nicht genug

Wenn man die Gedanken der Autorin konsequent zu Ende führt, müsste Sprache künftig nicht nur auf zwei Geschlechter abstellen, sondern auch die Menschen berücksichtigen, die sich keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen. Das englische Kürzel LGBTQ steht sinnbildlich für diese Ziele (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer). Bei der Londoner U-Bahn ist man vor einiger Zeit nach entsprechenden Interventionen der LGBTQ-Vertreter dazu übergegangen, Ansagen an die Fahrgäste nicht mehr zu beginnen mit der Anrede „Ladies and Gentleman“ sondern mit „Hello everybody“. Nun mag das in diesem Einzelfall noch gehen, auch wenn die neue Anrede wesentlich unpersönlicher klingt als die alte. Aber man stelle sich mal einen Fachartikel oder einen Roman vor, der genderneutral geschrieben werden soll. Daran wird jeder Autor scheitern. In der Schule unserer Kinder ist man den Weg gegangen, bei schulinternen Publikationen ein Vorwort zu platzieren, in dem stand, dass die nachfolgenden Texte nur mit einem Genus geschrieben, aber selbstverständlich alle gemeint sind. Das hat den Texten ausgesprochen gut getan und dieser Weg löst auch das LBGTQ-Problem.

Bernd Plath, Hamburg

Nach Schnelsen lieber im Pkw

21./22. April: Um­stei­gen? Ja, aber...

Stimmt schon. Wenn ich in die City will, nutze ich die U-Bahn. Von Berne bis Jungfernstieg 28 Minuten. Das ist mit dem Pkw nicht zu schaffen, ganz abgesehen von der – teuren – Parkplatzsuche. Allerdings Donnerstag, von Berne nach Schnelsen, Wördemannsweg, Auto abholen. In Berne acht Minuten warten, umsteigen Wandsbek-Gartenstadt, gleicher Bahnsteig, ohne Verzögerung. Umsteigen Barmbek, Bahnsteigwechsel und vier Minuten warten. Umsteigen Schlump, eine Etage tiefer, fünf Minuten warten. Hagenbeks Tierpark, Bus 281, acht Minuten warten. In Summe eineinhalb Stunden, ganz abgesehen von der massiven Unbequemlichkeit. HVV ja, dort wo es passt, aber so? Dann doch lieber im Stau mit dem Pkw.

Gerhard Maack, Hamburg

Katholische Schulen ausbauen

20. April: Senat ver­öf­fent­licht neue Schul-Liste

Die Liste zeigt eindrucksvoll die Integrationsleistung, die an katholischen Schulen geleistet wird: Häufig in sogenannten sozial benachteiligten Stadtteilen gelegen, verzeichnen sie einen hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Dies wird aber an den jeweiligen Standorten als Bereicherung verstanden und gelebt, anstatt als Last abgetan zu werden. Ihr Erhalt ist im Interesse der ganzen Stadt. Fatalerweise sollen nun gerade die Schulen mit der ausgeprägtesten Integrationsleistung durch den Schließungsbeschluss des Erzbistums aufgegeben werden, zum Beispiel die Domschule St. Marien (St. Georg) mit 80,5 Prozent, die Katholische Schule Neugraben mit 85,3 Prozent oder die Katholische Schule Altona mit 77,1 Prozent. Es bleibt zu hoffen und weiterhin zu unterstützen, dass das Erzbistum mit Hilfe der Stadt Hamburg, der Schulgenossenschaft und den Schulleitern, Lehrern, Eltern und Schülern die 21 Standorte erhalten und ausbauen wird. Hamburg braucht mehr, statt weniger von ihnen.

Felix Vogelpohl, Mitglied Elternrat der Sophienschule, Barmbek

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