Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 19. April 2018

Jobkonzepte für die Zukunft

18. April: Die Wut der Ta­xi­fah­rer

Die Wut der Taxifahrer kann ich gut verstehen. Es ginge mir an ihrer Stelle wohl genauso. Andererseits: Neue Entwicklungen lassen sich höchstens verlangsamen, selten jedoch aufhalten. Die Digitalisierung wird in Kürze die ganze Transportbranche erfassen. Neben autonom fahrenden Pkw, Lkw und Bussen werden wir im Hafen irgendwann das erste vollautomatisch gesteuerte Schiff sehen. Der Ball liegt bei den Berufsverbänden, etwa beim Taxifahrer-Verband. Anstatt Protest zu organisieren sollten sie für ihre Mitglieder zukunftsfähige neue Jobkonzepte ausarbeiten.

Wolf Achim Wiegand, Blankenese

Bedürfnisse ändern sich

Das Gejammer der Taxiunternehmer empört mich. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Unternehmer haben die Möglichkeit, die Zukunft ihres Unternehmens zu gestalten. Autonomes Fahren kommt nicht über Nacht, wird aber in einigen Jahren Standard sein. Jammerlappen und Weggucker sind dann arbeitslos. Andere haben die Zukunft gestaltet und werden mit Transportdienstleistungen weiter gutes Geld verdienen. Handel heißt Wandel! Bedürfnisse ändern sich.

Gerd Scheunemann, Elmshorn

Radfahrer leben gefährlich

17. April: Hamburgs Polizei warnt vor Geister-Radfahrern. ADFC: Oft ist die schlechte Infrastruktur schuld

Radfahren macht mich oft wütend und der Artikel auch. Ich komme zum Beispiel vollbepackt vom Einkaufen, muss ich da die vielbefahrene Straße überqueren und das Rad über den Bordstein hieven? Oder muss ich auf der „richtigen“ Seite 500 Meter entgegengesetzt fahren, um an der Ampel die Straße zu überqueren? Oder darf ich die nähergelegene Ampel benutzen, aber halt auf der verkehrten Seite? In Volksdorf darf man auf einer Einbahnstraße in die entgegengesetzte Seite fahren. Was nicht oft möglich ist, weil da gehalten wird, um auf einen Parkplatz zu warten. Oder es wird gehupt, weil es nicht ersichtlich ist, dass man hier fahren darf. Radfahrer sind ein Störfaktor für Autofahrer, werden leicht übersehen und leben gefährlich.

Renate Schreiber, per E-Mail

Radweg endet auf Kreuzung

Ich fahre seit gut 40 Jahren quer durch Hamburg Fahrrad und kann die vielen Studien dazu bestätigen: Das Fahren auf dem linken Radweg ist um ein vielfaches gefährlicher als auf dem rechten. Und dies übrigens unabhängig davon, ob dies beim jeweiligen Radweg verboten oder durch Verkehrszeichen erlaubt oder sogar vorgeschrieben ist. Umso unverständlicher ist, dass die Straßenverkehrsbehörde in vielen Straßen die Nutzung des linken Radweges oder Geh- und Radweges anordnet, sogar bei Velorouten. Der absolute Gipfel diesbezüglich ist die Veloroute 10 südlich der Norderelbbrücken. Bei der Querung der Prielstraße geht die Verkehrsdirektion wie selbstverständlich davon aus, dass die Radfahrer unerlaubt den linken Radweg nutzen. Dort ist eine Ampel angebracht. Wer regelkonform auf der rechten Fahrbahnseite fährt, steht ohne Ampel oder Verkehrszeichen plötzlich mitten auf einer großen, ampelgeregelten Kreuzung zwischen schnellen, schweren Lkw. Die Kreuzung wurde im letzten Jahr gebaut. Die Verkehrsdirektion möge also vor allem ihre eigenen Mitarbeiter diesbezüglich schulen.

Mathias Bölckow, Hamburg-Wilhelmsburg

Gender-Sprache verweigern

17. April: Die Genderisierung nervt. Zwischen Mutterland und Vatersprache: Hört auf mit dem Quatsch!

Wie gut, dass Sophie Laufer es so klar auf den Punkt bringt: Mit dem Gender-Deutsch wird unsere Sprache verhunzt, ohne dass sich im wahren Leben dadurch etwas verbessert. Macht einfach mit dem „Neusprech“ nicht mehr mit, und lasst es euch von niemandem verordnen.

Dr. Hans Kaufmann, Hamburg

Ist Hamburg noch lebenswert?

16. April: Politiker warnen: Al­to­na­ wird zu dicht bebaut

Nicht nur das Holstenquartier wird zu dicht bebaut, auch die Neue Mitte Altona und Lokstedt, so dass man sich von Fenster zu Fenster die Hand geben kann. Die Konsequenz aus dem Hamburger Brand von 1842 war, mit großem Abstand zwischen den Häusern zu bauen, damit das Feuer nicht wie in den Gängevierteln auf Nachbargebäude überspringen kann. Aber jetzt sind die Wohnungen knapp und in einem ohnehin schon dichtbesiedelten Stadtstaat gibt es natürlich kaum noch Grundstücke. So kehrt man jetzt zur Zeilenbauweise zurück, und der wohlweisliche Abstand zwischen den Häusern wird kurzerhand als Baulücke umdefiniert. „Verdichtung“ ist angesagt. Und alles, was nicht Hochhaus ist, wird aufgestockt, was die Statik hergibt. Damit sinkt die Lebensqualität für alle Einwohner. Wer hat eigentlich ein Interesse daran, dass sich die Einwohnerzahl Hamburgs so massiv erhöht? Straßen, öffentliche Verkehrsmittel, Veranstaltungen, Gastronomie, Geschäfte, alles wird immer voller. Die Zeiten, als Hamburg noch lebenswert war, sind vorbei.

Jochen Ebert, per E-Mail

Weitere Pannen offen darlegen

17. April: Jus­tiz-Pan­ne: Keine Strafe für kurdische Schiff­sent­füh­rer

Die Panne wurde wahrscheinlich nur in der Öffentlichkeit bekannt, weil es sich bei der Entführung der Fähre um einen Fall handelte, der seinerzeit Schlagzeilen machte. Für diesen Tatbestand galt eine Verjährungsfrist von fünf Jahren. Bei vielen anderen Straftaten gibt es aber nur eine Verjährungsfrist von nur drei Jahren. Daraus ergibt sich die Frage: Wie oft kommt es bei weniger spektakulären Taten zu keinem Prozess, weil der Tatbestand der Verjährung eingetreten ist? In Hinblick auf Transparenz sollte sich der Hamburger Senat dazu äußern.

Gerd Plambeck, per E-Mail

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.