Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 11. April 2018

Europäische Kasse plündern

10. April: Klare Mehr­heit für Or­ban: die Folgen der Ungarn-Wahl. Die Partei des EU-kritischen Ministerpräsidenten konnte 134 Sitze auf sich vereinigen

Der politisch Interessierte reibt sich wieder einmal verwundert die Augen: In der Hoffnung, dass Herr Orban für seine antieuropäische Haltung und dauerhafte Missachtung europäischer Werte vom Wähler abgestraft und in die Opposition geschickt wird, kommt er mit einer für ihn komfortablen Zweidrittelmehrheit und somit außerordentlich gestärkt aus der Wahl heraus. Desgleichen in Polen: Der Name Europäische Gemeinschaft sagt bereits, um was es hier geht, nämlich das Leben der Völker in Europa nach einem gemeinsamen Wertekanon und gemeinsamen Moralvorstellungen. Wenn aus diesen beiden Ländern jedoch seit geraumer Zeit massiv gegen europäisches Recht verstoßen wird – und besonders diese beiden Länder unter „gemeinsam“ lediglich verstehen, die europäische Kasse zu plündern – sollten sich Orban und Duda entschließen, auch gemeinsam aus der EU wieder auszutreten. Sie wollen diese Gemeinschaft nur zum Kassemachen und zur Durchsetzung ihrer ureigensten Interessen nutzen und dafür ist in unserer Gemeinschaft kein Platz.

Thomas Fuhrhop, per E-Mail

Dank an die Stadtreinigung

10. April: Hamburgs Müllof­fen­sive – jetzt wird auf­ge­räumt. 440 neue Mitarbeiter, Bußgelder für Verschmutzer und eine App für die Bürger

Die genannte App, mit der man Müllecken fotografieren und an die Stadtreinigung schicken kann, findet man im App-Store unter „Stadtreinigung Hamburg“. Ich habe sie schon öfter benutzt, um Glasscherben auf Radwegen zu melden, damit man sich keinen Platten fährt. Das funktioniert sehr gut und die Radwege waren oft schon am nächsten Tag wieder sauber. Dafür vielen Dank an die Stadtreinigung.

Burk Arrenberg, Hamburg

Super Mülloffensive

Super Offensive, ich bin begeistert. Ich liebe Hamburg und ich liebe meine Stadt sauber – für mich und auch für Freunde aus anderen Städten, die zu Besuch kommen. Danke!

Penny Kallmorgen, Hamburg und Bali

Erstmalig gemischte Klassen

7./8. April: Der lange Kampf um die Ge­samt­schu­len

Mit großer Freude habe ich den Bericht über die erste Gesamtschule in Hamburg gelesen. Ich war eine der Schülerinnen, die diesen Start damals miterlebte. Mir ist das geschilderte Chaos gar nicht so in Erinnerung. Unsere damalige Lehrerin Frau Ilse Jacobs war sehr liberal, hatte Zeit für Gespräche und wirkte nicht überlastet. Einer der älteren Lehrer, Herr Steiner, den wir seinerzeit im Werkunterricht hatten, scheute sich jedoch nicht, auch mal ein umfangreicheres Schlüsselbund nach Störenfrieden zu werfen. Eine Ohrfeige habe ich aber in meiner ganzen Schulzeit nie bekommen. Das wirklich Außergewöhnliche stellte sich auf ganz anderer Ebene dar: Bis zu diesem Zeitpunkt gab es an der Schule nur reine Jungen- und Mädchenklassen und die nun gemischten Klassen waren mir sehr suspekt.

Marina Todt, per E-Mail

Untertitel lenken ab

9. April: Regisseur findet Un­ter­ti­tel besser als Syn­chron­fas­sun­gen

Ich finde die Synchronisierung eine echte Errungenschaft und plädiere unbedingt dafür, sie beizubehalten. Es ist großartig, die über Jahrzehnte vertrauten Synchronstimmen von Robert De Niro, Robert Redfort und anderen zu hören. Kino ist zunächst ein visuelles Ereignis, wovon die Untertitelung mit der Fokussierung auf das Lesen der in unterschiedlicher Geschwindigkeit eingeblendeten Texte extrem ablenkt. Ich will nicht mitlesen, zumal mir auch bei der Untertitelung nicht unbedingt hochwertige Übersetzungen angeboten werden. Mein Englisch ist durchaus geeignet, Filmen mit Untertitelung zu folgen. Es lenkt mich aber immer vom Sehen und Erfassen ab.

Andreas Scholz, Hamburg

Falschparker rigoros abschleppen

6. April: Handelskammer fordert mehr Parkplätze. Neue Führung sieht dringenden Handlungsbedarf

Das Zweite-Reihe-Parken findet vor allem durch Lieferverkehr statt, weil die Parkflächen für das eingeschränkte Halteverbot für Be- und Entladen durch Dauerparker belegt sind. Falschparker müssen hier rigoros abgeschleppt werden. Grundsätzlich ist der Kammer zuzustimmen, wenn sie mehr Parkplätze fordert, denn viele sind durch Sondernutzung wie switchh, Elektroladesäulen und dem Neubau von Fahrradwegen verschwunden. Vor allem fehlt der Stadt aber ein Verkehrskonzept, in dem nicht nur Luftreinhaltung und neue Fahrradwege dominieren, sondern auch der Verkehr flüssig gehalten wird und den steigenden Kraftfahrzeugzahlen in der Stadt angemessene Parkplatz-Regelungen geboten werden.

Peter Meyer, per E-Mail​

Krasser Widerspruch

Diese Forderung der Handelskammer steht im krassen Widerspruch zum Verhalten ihrer eigenen Mitglieder: Es ist immer wieder zu beobachten, dass Firmen, auch die, die der Handelskammer angehören, ihren Mitarbeitern Firmenwagen zur Verfügung stellen, die diese mit nach Hause nehmen können. Abgesehen davon, dass diese Firmen dadurch enorm an Flächen im Betrieb einsparen, werden dadurch die Stellmöglichkeiten in den Wohnbezirken für eigene Fahrzeuge der Bewohner erheblich verknappt. Außerdem verlagern Firmen ihre Betriebsflächen auf den angrenzenden öffentlichen Verkehrsplätzen auch dadurch, dass sie bei ihnen in Arbeit befindliche Fahrzeuge vor ihren Betrieben auf den Straßen parken lassen.

Uwe Huntenburg, Reinbek

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