Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 10. April 2018

Verbot auch für Medikamente

9. April: Neuer Anlauf für Ta­bak-Wer­be­ver­bot in Deutsch­land. Groko-Gesundheitspolitiker fordern besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen

Das Verbot sollte auch für frei verkäufliche Medikamente angewandt werden. Die tägliche Berieselung durch Werbung in den Medien verleitet zum Kauf und fördert Abhängigkeiten. Der Warnhinweis „Zu Risiken und Nebenwirkungen...“ täuscht eine Herstellerverantwortung vor. Wir brauchen weniger Diskussionen, dafür mehr gründliches politisches Handeln.

Rita Humpke, Hamburg

Wahrzeichen weiße Wolke

7. April: Fern­wärme-Rückkauf vor dem Aus? Drastischer Werteinbruch des Netzes könnte die Übernahme durch die Stadt verhindern

Die Begründung der Grünen ist schon merkwürdig: Weil Energie aus Kohle verdammungswürdig ist, darf die Abwärme daraus nicht für Fernwärme genutzt werden. Abgesehen davon, dass es sich um eines der modernsten und damit saubersten Kohlekraftwerke handelt, nehmen wir lieber in Kauf, dass eine weiße Wolke als weiteres Wahrzeichen jeden, der von Süden Hamburg besucht ins Auge sticht. Die Botschaft: Seht her, wir verschwenden sogar Energie, um damit zu beweisen, wie umweltfreundlich wir sind.

Jürgen Schmidt, per E-Mail

Potthässlicher Neubau

5. April: ,Syltum‘ soll Puan Klent ein­zig­ar­tig machen. Neues Konzept für das Schullandheim auf Sylt

Ich kenne das Schullandheim Puan Klent gut und finde es schön, dass es dort weitergeht. Nur das angedachte „Syltum“ passt gar nicht. Das ist potthässlich! Wenn dort ein Neubau hinkommt, dann bitte passend zur Dünenlandschaft und den schon bestehenden Bauten. Der Neubau soll doch ansprechen und nicht die Anlage verschandeln.

Gisela Fiedler, Hamburg

Naive Kammerführung

6. April: Han­dels­kam­mer fordert mehr Park­plätze. Neue Führung bewertet erstmals den Senat und sieht dringenden Handlungsbedarf

So, so, das ist also die Vision der mittlerweile nicht mehr ganz neuen Führung der Handelskammer. Und das in einer Stadt, die in den vergangenen 20 Jahren gerade dadurch an Attraktivität gewonnen hat, dass sie Platz für Menschen geschaffen hat. Wer in diesen ersten Frühlingstagen rausgeht, erlebt, dass die Innenstadt, der Eppendorfer Baum oder auch die Osterstraße voll sind mit fröhlichen Menschen, die flanierend oder in Straßencafés sitzend das urbane Leben genießen. Und dabei ihr Geld ausgeben. Wer wie ich als Kammermitglied den Kammerpräsidenten über die Zeit beobachtet, wundert sich immer wieder über die Naivität dieses Mannes. Das fing mit dem unhaltbaren Versprechen zur Abschaffung der Kammerbeiträge an und setzt sich bis zu solchen Statements fort. Diese Naivität ist nicht besser geworden, seit ihm eine Nanny zur Seite steht. Wie auch, ist sie doch mit den Hamburger Verhältnissen so vertraut wie ein Bergsteiger mit der christlichen Seefahrt. Leider hat die Naivität der aktuellen Kammerführung eine große Gemeinsamkeit mit der Arroganz der abgewählten: Sie reflektiert nicht und sie weigert sich, dazuzulernen. Keine guten Aussichten für Hamburgs Wirtschaft.

Gottfried Unterweger, Hamburg

Auf den Punkt gebracht

5. April: In Wis­sen­schaft in­ves­tie­ren. Uni braucht nun konkretes Sanierungsprogramm

Der Kommentar von Insa Gall bringt es treffend auf den Punkt, denn wenn es dem rot-grünen Senat wirklich mit einem starken Wissenschaftsstandort ernst ist, wie es derzeit verkündet wird, dann muss spätestens zum großen Geburtstag der Universität Hamburg im nächsten Jahr ein Masterfinanzierungsplan für die nächste Dekade stehen. Schließlich befindet sich Hamburg nicht im luftleeren Raum, sondern in einem intensiven Wettbewerb um die besten Köpfe mit anderen Metropolen, gerade was die entscheidenden Zukunftsbranchen wie zum Beispiel im Rahmen der Digitalisierung betrifft, wo es im Übrigen nicht nur auf IT-ler, sondern ebenfalls kreative Geisteswissenschaftler ankommt. Deshalb tun alle in der Bürgerschaft vertretenen Parteien gut daran, jetzt gemeinsam Nägel mit Köpfen zu machen, zumal es ein sehr gutes Zeichen zum Jubiläum wäre, wenn nach hundert Jahren endlich das Misstrauen seitens der Eliten der Stadt gegenüber der Leistung der Hochschulbeschäftigten durch Respekt und Anerkennung für deren alles andere als schlechte Arbeit ersetzt wird.

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

Lkw-Maut in Hamburg aussetzen

4. April: Fahrverbot-Dilemma: Dieselautos auf Umwegen. Was bringt es für Luftreinheit, Straßen an Messstationen zu sperren?

Glaubt Senator Kerstan wirklich, dass die Schadstoffe an den Einfahrtverbotsschildern, die er so eilig drucken lassen will, halt machen werden und auf den 600 Metern, die für alte Dieselfahrzeuge gesperrt werden sollen, die Luft plötzlich reiner sein wird? Was für ein Unsinn. Ich habe vor einiger Zeit mit einer Eingabe an die Bürgerschaft dafür geworben, die Lkw-Maut auf Hamburger Gebiet auf den Autobahnen auszusetzen, damit die Lkw wieder auf der Autobahn um Hamburg herumfahren, anstatt durch die Stadt zu fahren. Solche Maßnahme würde zu einer Verbesserung der Luftreinheit in der Innenstadt führen und den innerstädtischen Verkehr entlasten. Da aber die Fahrverbote eine ideologisch geprägte Signalwirkung haben sollen, war auch die Antwort auf meine Eingabe einfach nur Unsinn und ohne jede Substanz. Als Wähler habe ich wohl lediglich die Chance bei der kommenden Bürgerschaftswahl etwas zu verändern.

Peter Vogel, Hamburg

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