Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 3. April 2018

Grundeinkommen zugestehen

29. März: Wie die SPD Hartz IV loswerden will

Das aktuell diskutierte „Solidarische Grundeinkommen“ für Langzeiterwerbslose verwischt nicht den Begriff „Hartz IV“ mit dem Stigma, das den Betroffenen in unwürdiger Weise anhaftet. Wer ist eigentlich solidarisch? Die Mehrheit unserer Bevölkerung jedenfalls zurzeit nicht. Langzeiterwerbslose allerdings schon, denn sie sind die Ausgegrenzten, damit etwa zwei Drittel der Lohn- und Gehaltsbezieher ein auskömmliches Salär überwiesen werden kann. Also, die Gesellschaft sollte den Langzeiterwerbslosen ihre Solidarität erweisen und ihnen ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ zugestehen! Die durch „Hartz IV“ verängstigte Arbeitnehmerschaft würde danach befreiter ans Werk gehen und mit Zuversicht der digitalen Entwicklung begegnen.

Gerhard Rehder, Geesthacht

Recht und moralische Pflicht

31. März: Gaza: Tote und Hunderte Verletzte bei Protesten

Schade, die Palästinenser hatten jahrelang ihre Chance, und sie haben fast alle Möglichkeiten vernichtet. Die moderaten palästinensischen Ingenieure, die ich vor etlichen Jahren als Freunde und Kollegen kennenlernte, als ich für mehrere Jahre im Nahen Osten leben und arbeiten durfte, wollten nicht in die Politik gehen. Stattdessen kamen in Gaza von islamistischen Hasspredigern aufgehetzte Hamas-Extremisten an die Macht. Israel hat das Recht und auch die moralische Pflicht, gegen feige Gewalttäter aus dem Gaza mit aller Härte vorzugehen.

Erwin Chudaska, Leer/Ostfriesland

Lebensraum wird vernichtet

31. März: Rettet die Bienen!

Statt sich ernsthaft Gedanken zu machen, wie wir die Bienen retten können, vernichten Politiker in Hamburg-Nord wieder den Raum von Bienen. Wieder gibt es Pläne, eine Kleingartenkolonie mit Tradition und Artenvielfalt zu zerstören. Die Stadtparkerweiterung würde wieder Rasenfläche, Versiegelung und einfachste Begrünung bedeuten. In der Kolonie jedoch existieren Lebensräume für viele Tiere, auch für Bienenvölker. Seit Jahrzehnten sind Bienen in das urbane Leben integriert, finden hier und weiter fort Nektar und bestäuben unsere

Nahrungspflanzen. Politikerinnen und Politiker, die auch diesen Platz der Bienen zerstören, müssen sich vor unseren Enkeln jetzt schon verantworten.

Antje Kretzmann, Hamburg

Kein Umweltbewusstsein

Diesen Artikel sollten sich alle Hamburger Politiker genau einprägen. Besonders unsere Kleingärten mit vielen Imkern sind Biotope, für Bienen, Insekten, Kleintiere und Nistplätze für Vögel. Immer mehr Kleingärten werden jedes Jahr versiegelt, meistens für den Wohnungsbau. Durch die Versiegelung entsteht immer mehr Hochwasser. Auch der Artikel vom 24.03.2018: Der Stadtpark soll vergrößert werden, zeigt, dass unsere Politiker immer noch kein Umweltbewusstsein entwickelt haben. Unsere Politiker sind immer noch unsensibel, wenn es darum geht mit der lebenswichtigen Natur umzugehen. Statt Gartenflächen zu erhalten, soll ein Grill- und Spielplatz darauf entstehen. Zum Grillen würden sich die stadtparknahen, ökologisch leblosen Rasenflächen, der Bürostadt City-Nord besser eignen. Die Grillbegeisterten auf der Stadtparkwiese, benutzen die bewachsenen Randgebiete leider eher als Toilette und produzieren Tonnen von Müll. Ich könnte mir vorstellen, dass der Goldbek-Kanal, dann auch als Mülldeponie genutzt wird.

Florine Kohlmayr, per E-Mail

Trotz Protest geschlossen

28. März: Hamburg baut gleich sieben neue Schulen

Vor über 20 Jahren wurde im Bezirk Altona das Ernst-Schlee-Gymnasium (ESG) trotz der Proteste von Eltern, Lehrern und Schülern nach mehr als 125-jährigem Bestehen durch die Schulbehörde aufgegeben und geschlossen. Schon damals haben wir weitblickend und in Kenntnis der innerhalb der nächsten Jahrzehnte wachsenden Schülerzahlen für den Erhalt der Schule demonstriert. Zwischenzeitlich wurden die umliegenden Gymnasien – auch wegen der Schließung des ESG – baulich massiv erweitert und platzen trotzdem aus allen Nähten. Und nun fehlen wieder zwei Gymnasien in Altona. Und uns fehlen die Worte! Welch großartige Planungsleistung. Wäre es dann nicht angebracht, das Ernst-Schlee-Gymnasium wieder neu zu eröffnen? Immerhin war Ernst Schlee ein weithin hoch geachteter Reformpädagoge. Im Namen von gewiss vielen Ehemaligen wünschen sich das:

Ellen Pfohl, Rolf Böge, Wolfgang Waßmund, per E-Mail

Verantwortungslos gearbeitet

31. März: Jus­tiz-Pan­­ne: Ver­ge­wal­ti­ger ist frei

Wie arbeiten denn in Hamburg die Beamten? Es gibt eine Terminvorlage und schon wird nichts vergessen. Oder sollte der Termin vergessen werden? Wie können die Beamte so verantwortungslos arbeiten? Es müssen endlich Köpfe rollen!

Almut Meier, per E-Mail

Die Stadt Hamburg schaut zu...

31. März: Saga erhöht Stell­platz­mie­ten deutlich

Wen wundert dies? Die Saga, die sich schon lange davon verabschiedet hat, ein soziales Wohnungsunternehmen zu sein, verkauft seit längerem Wohnungen aus ihrem Bestand, die nicht mehr der Sozialbindung unterliegen. Das bedeutet nichts anderes, als das der Weg frei wird, die Mieten nach erfolgtem Kauf kräftig zu erhöhen. Dabei handelt es sich um Wohnungen, die teilweise durch Schimmelbefall „kontaminiert“ sind. Und die Stadt bzw. die SPD, deren Leute ja auch im Vorstand „untergebracht“ wurden, schauen gelassen zu.

Kerstin Hass, per E-Mail

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