Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 31. März 2018

Segenswünsche für Bürgermeister

29./30. März: Glück­wün­sche und Attacken nach der Wahl. Peter Tschentscher erhielt Zuspruch von Parteifreunden von der Opposition gab es Kritik

Einem neuem Bürgermeister sagt oder sendet man Glück- und Segenswünsche für gutes Gelingen zum Wohle unserer Stadt. Das negative Gehabe aus der Opposition ist traurig, rückwärtsgewandt und spießig, wenn es denen denn wirklich um die Stadt geht. Auch wenn ich nicht SPD wähle: Möge Gottes Segen ihn begleiten, persönlich und für das Gemeinwohl.

Delf Schmidt, per E-Mail

Gut informiert ohne Instagram

29. März: Alle 90 Tage Daten löschen. Der Facebook-Skandal: Was er uns lehren sollte

Die Entwicklung europäischer Alternativen zu Facebook ist schon deshalb wünschenswert, weil es immer fatal ist, sich in die Abhängigkeit eines einzigen riesigen Konzerns zu begeben. Das gilt sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen. Und, man sollte es kaum glauben, aber noch gibt es ein Leben ohne Facebook, Instagram und Co. Trotzdem ist man umfassend informiert und verpasst rein gar nichts.

Doris Holzmüller-Meyenbörg, per E-Mail

Gigantische Fehlinvestition

28. März: Studie: Schwere Zeiten für Hamburger Reedereien

Nach dem Ergebnis der in der heutigen Ausgabe veröffentlichten Studie (große Containerschiffe verlieren an Bedeutung, es werden eher kleinere Schiffe benötigt) sollte die umstrittene Elbvertiefung schleunigst abgesagt werden. Hier droht offenbar eine gigantische Fehlinvestition. Als Steuerzahler ist die Rechnung für mich ohnehin nicht nachvollziehbar. Wie soll es sich sowohl gesamtwirtschaftlich (also nicht nur für Hamburg) als auch hinsichtlich der Umweltbilanz lohnen, 100 Kilometer Elbe für Containerriesen sehr teuer und mit hohen Folgekosten zu vertiefen, wenn es doch seit einigen Jahren nur 200 Bahnkilometer entfernt einen Tiefwasserhafen gibt, der nicht ausgelastet ist? Hier erwarte ich als steuerzahlender Bürger, dass sich die betroffenen Bundesländer abstimmen und kooperieren.

Thomas Meier, Hamburg

Vorteile Milieuschutz?

27. März: Die Frau, die im Schim­mel­haus wohnen muss. 75-Jährige plant altersgerechten Neubau in Blankenese. Doch die Behörde stellt sich quer

Auch ich wohne in den Elbvororten und versuche mit den Anwohnern unserer Straße eine zu massive Bebauung von Grundstücken in unserem kleinen Weg zu verhindern. Der Bauausschuss genehmigt allerdings in geheimer Sitzung fragwürdige Befreiungen von den Bestimmungen des geltenden Bebauungsplans mit dem Ergebnis, dass auf dem ersten Grundstück nun kein Einfamilienhaus steht, sondern neun Wohnungen gebaut werden. Wenn nun die verbleibenden Häuser unter Milieuschutz gestellt werden, weil die vielen Bauaktivitäten in der Nachbarschaft die Umgebung ändern, so stellt sich mir die Frage: Soll das Milieu für die Käufer der völlig überteuerten Wohnungen erhalten werden? Ohne die fragwürdigen Befreiungen vom Bebauungsplan wäre eine städtebauliche Erhaltungsverordnung gar nicht notwendig. Alle unter diese Verordnung fallenden Grundstücksbesitzer müssen also für Fehlentscheidungen des Bauausschusses im Bezirk Altona bezahlen, während einige sich eine goldenen Nase verdienen.

Sybille Pietzcker, per E-Mail

Platz freimachen für junge Leute

27. März: John Neumeier: Der 79-Jährige verlängert seinen Vertrag als Chef des Hamburg Balletts bis 2023

Als Opern-und Ballettbegeisterter Hamburger bin ich dazu verurteilt, mein Leben lang John-Neumeier-Ballette anzusehen, denn seit über vierzig Jahren gibt es in dieser Stadt keine Alternativen. Nun wird der Vertrag nochmals um fünf Jahre verlängert, obwohl Herr Neumeier im achtzigsten Lebensjahr steht. Es ist mir unverständlich, dass der Platz nicht für eine jüngere Person freigemacht wird. Es muss doch möglich sein, einen adäquaten Ersatz zu finden.

Hans-Holger Schmidt, per E-Mail

Gehälter wirken demotivierend

24./25. März: Ta­ges­ver­dienst: 57.931,50 Euro. Das Rekordgehalt des SAP-Chefs Bill McDermott

Die Dax-Chefs haben das Leistungsprinzip ad absurdum geführt, wonach jeder, der wirklich arbeiten will, auch etwas erreichen kann. Es ist, als stammten sie von einem anderen Planeten, auf dem Feudalismus herrscht. Es kommt bei ihnen auch nicht auf Leistung an, sondern auf den Vergleich mit anderen. Nach dem Motto: Mein Konto ist größer als deins. Wenn es aber auf die Größe und nicht auf die Leistung ankommt, dann werden viele junge Menschen demotiviert. Die hohen Einkommen der Manager sowie die einiger Banker und Fußballspieler sind auch ein Zeichen des Zerfalls unserer Grundwerte. „Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.“ (William Shakespeare, Hamlet)

Rolf Wassermann, per E-Mail

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