Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 12. März 2018

Eigenes Profil

10. März: Der zweite Scholz

Die im genannten Artikel getroffenen Ausführungen halte ich in verschiedenen Aspekten für nicht fair beziehungsweise unzutreffend. Es muss doch auch Herrn Tschentscher zugestanden sein, eigenes Profil zu entwickeln, ohne von vornherein stark zu bezweifeln, ob er sich in seinem Regierungsstil von Herrn Scholz klar unterscheiden wird. Jedenfalls erscheint es mir wesentlich besser, Hamburger Staatsgeschäfte weiter mit ruhiger Hand und kluger Gelassenheit gelenkt zu wissen, als den nöligen, oft populistischen Herrn Trepoll in dieser Verantwortung zu sehen. Zudem hätte Erwähnung finden dürfen, dass Frau Leonhard und Herr Dressel kleine Kinder haben. Sie stellen aktuell die Familie in den Vordergrund. Schließlich, liegt der Aussage des Artikels nicht auch ein deutlich strengerer Beurteilungsmaßstab an die Vorgehensweise der SPD zugrunde, als gegenüber der CDU angewandt?

Volker Deising, per E-Mail

Erster Bürgermeister

10. März: Peter Tschentscher – und plötzlich Bürgermeister

Dass ein Finanzsenator überraschend Erster Bürgermeister wird, ist in Hamburg nicht ungewöhnlich. Das geschah schon 1965 mit Herbert Weichmann, als Paul Nevermann wegen einer Affäre zurücktreten musste. Auch damals gab es andere Kandidaten: Innensenator Helmut Schmidt, Wirtschaftssenator Helmut Kern und Bürgerschaftspräsident Herbert Dau. Man verständigte sich schließlich für ein Jahr bis zur nächsten Bürgerschaftswahl auf Weichmann, um einen Finanzsenator loszuwerden, der, wie mir Kern erst vor drei Jahren sagte, als Finanzsenator zu knickrig war und kein Geld rausrückte. Wörtlich: „Dass der sich so entwickeln würde, konnten wir nicht ahnen.“ Weichmann war sechs Jahre im Amt und hochgeschätzt.

Achim Zimmerling, per E-Mail

Neubau am Klosterwall

9. März: Senat be­schließt Abriss der City-Hoch­­häu­­ser

Möglich, dass es – wie die CDU meint – weder aus denkmalpflegerischer noch aus städtebaulicher Sicht eine Notwendigkeit für den Abriss gibt. Aus ästhetischer aber allemal. Die Dinger sind und waren schon immer potthässlich, wie vieles was da in den 1950ern und 60ern von den Architekten gemurkst worden ist. Nicht ohne Grund sind viele Gebäude aus der Ära längst wieder abgerissen worden. Und das ist gut so.

Jörg Ökonomou, Hamburg

Ein staatliches Organ, das sich nicht an seine eigenen Regeln hält, hat jegliche Autorität verspielt. Offenbar geht es um zu viel Geld, als dass ein Rest von Scham noch ausreichen würde, diese Posse zu verhindern. Zudem scheinen die Verantwortlichen immer noch nicht verstanden zu haben, wo die Gründe für die Erosion staatlicher Glaubwürdigkeit liegen. So erzeugt man Wutbürger. Und wen die dann wählen, kann man ganz rechts in der Bürgerschaft sehen. Ich staune über so viel Arroganz. An Dummheit mag ich noch nicht glauben.

Andreas Kaluzny , per E-Mail

Danke an das Hamburger Abendblatt für diesen Artikel, der die Absurdität des Vorgangs schonungslos offenlegt: Die gesamte Argumentation, die seitens des Senates für einen Neubau am Klosterwall spricht, ist aus den Fingern gesogen und hält weder einer fachlichen noch einer rechtlichen Prüfung stand. Die Konsequenz, mit der Scholz und Co. dieses Projekt trotzdem vorantreiben, ist insofern nur noch mit Vetternwirtschaft zu erklären. Vollends grotesk wird das Ganze, wenn Frau Stapelfeldt ausführlich erklärt, warum der City-Hof eben doch keine Schrottimmobilie ist – und trotzdem unbedingt abgerissen werden muss. Das öffentliche Interesse, welches angeblich für einen Abriss spricht, entpuppt sich wieder einmal als reine Propaganda. Die Hamburger sollten sich gegen diese Veräppelung wehren!

Christoph Duwe, Hamburg

Bankrotterklärung der Polizei

9. März: Mes­ser­ste­che­rei, Be­läs­ti­gun­gen – Polizei greift am Jung­fern­stieg durch

Eine erneute Bankrotterklärung der Polizei und Politik! Die Gefährderansprachen werden sicherlich ordentlich Eindruck auf unsere Gäste gemacht haben. Dafür dürfen wir normalen Bürger, also diejenigen, die hier schon länger leben, wie es im Politsprech heißt, von Scheinwerfern bestrahlt und von Kameras beobachtet werden. Vielen Dank für nichts.

Walter Ruhse, per E-Mail

Endlich wird das Thema, das nicht erst seit 2016 existiert, hochgebracht. Es war wohl kein Platz mehr unter dem Teppich, unter den gern derartige Fälle, häufig als Einzelfälle verharmlost, gekehrt werden. Vielleicht lohnt es sich nach Gründen für diese Versammlung finsterer Gestalten zu suchen? Könnte es das kostenlose und rund-um-die-Uhr offene und verfügbare WLAN sein? Nicht nur ich (76 Jahre) meide den Jungfernstieg ab dem späten Nachmittag und im Dunkeln allemal seit Langem und rate jedem, insbesondere Mädchen und Frauen, ebenfalls davon ab, sich in diese ansonsten schönste Gegend Hamburgs zu begeben. Eine No-go-Area mitten im schönsten Teil Hamburgs. Was für eine Empfehlung für Einwohner und Besucher. Was sagen denn die Restaurants am Anleger zu so einer Beeinträchtigung ihres Geschäftes?

Herbert Nölting, per E-Mail

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