Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 15. März 2018

Heimat beginnt beim Nachbarn

14. März: Was ist heute Heimat? Wie können, müssen und dürfen Bewahrung und Erneuerung miteinander austariert werden?

Was Heimat bedeutet, ist rasch gesagt: Heimat ist da, wo man dich kennt. Sie beginnt also direkt in der Nachbarschaft. Guten Tag sagen, kleine Plaudereien auf der Straße, zum Geburtstag gratulieren oder vielleicht sogar ein Straßenfest organisieren, bei dem sich alle mal zwanglos kennenlernen. Diese Rezepte haben bei uns wunderbar funktioniert und unsere Straße zur Heimat gemacht. Wichtigste Zutat: Ausreichend Zeit, Herz und Hirn investieren. Und den Ruhestand nicht als rasende Rentner verbringen.

Gabriele Heise, Hamburg-Uhlenhorst

Ausgleich schaffen für Anwohner

14. März: Gewinne ab­schöp­fen! Fluggesellschaften, die zu spät sind, gehören bestraft

Es geht tatsächlich um nicht mehr als einen Interessensausgleich. Das Thema zieht sich schon lange hin und die Mühlen der Behörden mahlen langsam. Eine Gewinnabschöpfung durch die Umweltbehörde ist schon seit langem fällig und dürfte den Billigfluggesellschaften Schmerzen bereiten. Am Ende bleibt jedoch nicht nur die Frage: Warum passiert das erst jetzt? Vielmehr ist es interessant, ob auch die betroffenen lärmgeplagten Anwohner aus dieser Gewinnabschöpfung einen adäquaten Ausgleich erhalten. Die augenscheinlichen Opfer dieser skrupellosen Gesellschaften dürfen als Hauptleidtragende nicht vergessen werden.

Detlef Miethe, per E-Mail

Herzrasen vom Fluglärm

Auch in Bergstedt kann der Lärm erschreckend unangenehm sein, insbesondere wenn der Pilot viel zu früh runterkommt und der Flieger sich fast in meiner Wäsche im Garten verfängt. Zuwinken kann ich ihm nicht, da ich mir wegen des ohrenbetäubenden Lärms die Ohren zuhalte und mein Herz vor Schreck rast. Und was haben die Anwohner eigentlich davon, wenn wegen zu später Landungen und Abflüge Zuschläge, höhere Kosten und Strafzahlungen erhoben werden? Rein gar nichts, außer dass die Nachtruhe dahin ist und ein unausgeschlafener Tag beginnt. Die Diskussionen drehen sich immer nur um Profit, die betroffenen Menschen sind Nebensache.

Silvia Bergmann, per E-Mail

Zu viel Schickimicki am Neuen Wall

14. März: Warum Lä­den in der City leer stehen. Makler suchen für zahlreiche Flächen neue Mieter. Vor allem größere Geschäfte sind schwer zu vermieten

Für mich ist es tatsächlich eine gute Nachricht, dass die Gewerbemietenblase in der Alt- und Neustadt vielleicht doch einmal zum Platzen kommt. Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, gibt es kaum noch Geschäfte, in denen ich als Otto Normalverbraucher mal in der Mittagspause meine Bedürfnisse nach Waren des täglichen Bedarfs stillen kann. Fast alles ist nur noch Schickimicki, wobei die sogenannten „Business Improvement Districts“ die schlimmsten Bereiche überhaupt sind. Für mich sind Neuer Wall und Hohe Bleichen das wirtschaftliche Äquivalent von ökologischen Totflächen à la Golfrasen. Es gibt einfach fast nichts, was mich noch am Warenangebot interessiert. Und ist es dann ein Wunder, dass ich abgesehen von Lebensmitteln fast alles online kaufe? Ich brauche keine Flagship-Stores von „Plünnen“-Marken und anderen Möchtegern-Edel-Artikeln, die sich nur russische Oligarchen und arabische Scheichs leisten können. Deshalb freue ich mich auf den Moment, wenn durch eine „Krise“ vielleicht mal wieder normale Läden zu bezahlbaren Quadratmetermieten in die Innenstadt einziehen können. Je eher (und je mehr), desto besser.

Till Neumann, per E-Mail

Mehr Gelassenheit, bitte

13. März: Kundin bleibt Kunde – Klägerin un­ter­liegt im For­mu­lar­streit

Ich würde mir bei diesem Thema etwas mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein wünschen. Ob Kunde, Verbraucher oder Bürger – für mich handelt es sich hier ganz klar nicht nur um männliche, sondern selbstverständlich auch um weibliche Personen. Gerade in der heutigen Zeit, wo Vieles in der deutschen Sprache ver- und gekürzt wird, passt die in seiner Rede immer wiederkehrende Anrede „Liebe Bürgerinnen und Bürger“ unseres Noch-Bürgermeisters so gar nicht ins Bild. Es wirkt auf mich gezwungen, verkrampft, steif und langatmig. Und da wir Deutschen so gerne Anglizismen in unsere Sprache übernehmen, sollten wir auch konsequent sein und uns an der englischen Sprache ein Beispiel nehmen.

Sylvia Nitze-Schröder, per E-Mail

Armes Deutschland!

13. März: Die Na­tio­nal­hymne schwes­ter­lich im Mut­ter­land

Es hat den Anschein, dass wir in unserer schönen Republik keine anderen Probleme oder zu viel Geld haben. Es werden Millionen Euro an Steuergeldern sinnlos verprasst für weiblich quotierte Straßennamen, Unisex-Toilettentüren, gendergerechte Spielplätze oder emanzipierte Ampelweibchen. Armes Deutschland, du hast Sorgen.

Peter R. Lester, per E-Mail

Lieber kleine Feste feiern

9. März: Als­ter­ver­gnü­gen vor dem Aus. Der Veranstalter befürchtet zu hohe Kosten für Terrorabwehrmaßnahmen

Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, vielleicht ist die Zeit der großen Volksfeste wie Alstervergnügen und Hafengeburtstag, auf denen es fast nur um Essen und Trinken geht, vorüber. Kleinere, innovativere Veranstaltungen könnten an ihre Stelle treten. Das belastet die Stadt und die Bewohner vor Ort weniger und es wäre mehr Qualität und Eigenart möglich. Darüber sollte mal nachgedacht werden.

Jutta Kodrzynski, Hamburg

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