Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. März 2018

Finanziers der Großkonzerne

28. Februar: Erste Diesel-Fahrverbote in Hamburg. Und: Die Au­to­in­dus­trie haftet. Unternehmen müssen Diesel nachrüsten - und zur Rechenschaft gezogen werden

Danke für die klaren Worte. Werden wir Normalbürger von den Politikern und Konzernbossen nur noch verarscht? Ich bin unfassbar wütend über die ganze Diskussion Umweltschutz und Abgaswerte. Da werden teure Autos verkauft an uns Verbraucher, mit dem Hinweis der Umweltverträglichkeit. In Wirklichkeit werden wir belogen und betrogen. Jetzt sollen wir diesen Betrug auch noch

deckeln und bezahlen. Die Autoindustrie hat Milliarden verdient und ist nicht in der Lage, bessere (nicht teurere und größere) Autos zu liefern? Womit haben die Chefs ihr Geld verdient? Sind wir Normalbürger nur noch die Finanziers der Banken und Großkonzerne? Ich habe es so satt! Was hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln?

Renate Soetebeer, per E-Mail

Verbrennungsmotoren reduzieren

Die Reduzierung der Diskussion um Fahrverbote auf Dieselfahrzeuge erweckt den Eindruck als wären Benziner eine saubere Alternative. Aber ist dem wirklich so? Moderne Dieselfahrzeuge wurden in Europa und den USA mit Rußpartikelfiltern ausgestattet, was die Emissionen reduziert hat. Nach Messungen des Schweizer „Paul Scherrer Instituts“ geben Benziner bei 22 Grad Celsius zehnmal mehr, und bei sieben Grad Celsius sogar 62-mal mehr Feinstaub ab, als Dieselfahrzeuge. Jedoch ist dies keine Heiligsprechung neuer Dieselfahrzeuge. Denn es kommt darauf an, welche Emissionen berücksichtigt werden. So emittieren neuere Dieselfahrzeuge zwar weniger Feinstaub, dafür aber noch deutlich mehr Stickoxide als Benziner. Man kann also wählen zwischen Motoren, die weniger Feinstaub abgeben (Diesel), oder solchen, die weniger Stickoxide abgeben (Benzin). Beides ist gesundheitsgefährdend. Um die Luftbelastung in unseren Städten zu reduzieren, muss die Zahl der Autos mit Verbrennungsmotor massiv reduziert werden. Es wird Zeit, dass Politik und Wirtschaft die Weichen in Richtung Elektroauto stellen.

Michael Pfeiffer, per E-Mail

Jetzt auf Internethandel setzen

Nun haben es die sogenannten Umweltverbände geschafft, dass ich für meinen Teil verstärkt auf Internethandel setze und die Hansestadt Hamburg meiden werde, auch wenn es zurzeit nur zwei Straßen sind. Der Anfang ist gemacht. Zum besseren Verständnis, ich fahre ein Fahrzeug, das nicht betroffen ist.

Wolfgang Baur, Hetlingen

Übergangsregelungen schaffen

Es ist schon verwunderlich, wie sich das Bundesverwaltungsgericht über die Entscheidungen einer Bundesbehörde stellt. Das Kraftfahrtbundesamt hat allen Fahrzeugen, die heute am Straßenverkehr teilnehmen, die Zulassung erteilt. Ein Fahrverbot, so es sich denn durchsetzen, kontrollieren und bei Zuwiderhandlung sanktionieren ließe, kommt einer Enteignung gleich. Es ist nirgends auch nur im Ansatz erwähnt, auf welcher Grundlage von existierenden Gesetzen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts getroffen wurde. Ausnahmeregelungen zu eventuellen Fahrverboten sind nicht kommuniziert. Kontrollen werden von zuständigen Stellen als schwierig oder nicht durchführbar bezeichnet. (...) Ich denke , dass wir für alle Fahrzeuge die momentan auf deutschen Straßen per Zulassung durch das Kraftfahrtbundesamt fahren dürfen, einen Bestandsschutz haben müssen. Es sollten zumindest Übergangsregelungen geschaffen werden. Für alle neu zugelassenen Fahrzeuge müssen dann neue Regelungen erlassen werden, die uns dem Ziel eines geringeren Schadstoffausstoßes näher bringen. Als Möglichkeiten sehe ich hierfür eine Begrenzung des Gesamtgewichtes von PKW und eine Obergrenze für Hubraum und Leistung, auf 2000 ccm und max. 150 PS, unabhängig von der Art des Kraftstoffs. Es ist nicht notwendig Fahrzeuge mit 400 oder 600 PS zu bauen oder zu fahren, noch ist es erforderlich im Stadtgebiet einen tonnenschweren SUV zu fahren.

Peter Vogel, per E-Mail

Umweltfreundlich unterwegs

Ich fahre an fünf von sieben Tagen mit dem Rad zur Arbeit, zum Einkaufen, zu Verabredungen, sommers wie winters, bin überdurchschnittlich umweltfreundlich unterwegs. Aber am Wochenende möchte ich frei sein, Einkäufe oder Ausflüge mit meinem Diesel zu erledigen. Wie will die Politik hierauf antworten?

Elisabeth Treve, Hamburg

...auf Kosten der Verbraucher

Wer zieht eigentlich die deutsche Automobilindustrie für ihren Betrug und die Verbrechen zur Rechenschaft? Die deutsche Auto-Lobby lacht sich schlapp, machen Milliarden Gewinne auf Kosten der

Verbraucher. Und „der kleine Mann“ soll mal wieder zahlen? Nein! Die Bundesregierung sollte umgehend eine Möglichkeit schaffen, Gewinne per Gesetz von den Auto-Konzernen abzuschöpfen, die betrogen haben. Die Gelder sollten dann für Nachrüstungen oder Anschaffung von umweltfreundlichen Neufahrzeugen genutzt werden.

Thorsten Hoff, per E-Mail

Einfache Rechnung

24. Februar: Gegen die Wand. Die Jagd auf den Diesel schadet vielen – aber kaum einer wagt den Selbstzünder zu verteidigen

Die Rechnung ist eigentlich einfach und einleuchtend: Durch die sofortige Umrüstung aller alten Dieselfahrzeuge auf Kosten der Autoindustrie als Verursacher würde eine zeitnahe enorme Luftverbesserung in Hamburg erzielt werden. Anders als z. B. ein Mini-Fahrverbot in ca. drei Straßen. VW hat gerade wieder Milliardengewinne eingefahren. Ein Verzicht auf den ca. zwei Prozent anteiligen Kreuzfahrtschiffsverkehr, wie von mancher Seite ersehnt, würde dagegen wenig bringen, da immer noch ca. 98 Prozent Hafenverkehr bleiben, auf die wir als Hafenstadt wohl kaum verzichten können.

Annelie Kirchner, per E-Mail

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