Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 14. Februar 2018

Anspruch auf einen Parkplatz?

13. Februar: St. Pauli wird zu Hamburgs größter Anwohner-Parkzone

Woher kommt nur die absurde Idee, dass Autofahrer Anspruch auf einen Parkplatz im öffentlichen Raum und das auch noch (nahezu) kostenfrei haben? Für jede andere Nutzung des öffentlichen Raums (Container …) werden Gebühren erhoben. Es soll sogar Länder geben, in denen der Kauf eines Autos nur mit Nachweis eines Stellplatzes möglich ist. Speziell St. Pauli ist doch auch gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden und viele Bewohner wären sicher froh, wenn der Autoverkehr reduziert würde.

Dr. Michael Heinrichowski, Hamburg

Besetzung der Ämter in der SPD

13. Februar: Die Entschlossene

Die permanenten Personalquerelen innerhalb der SPD legen den Eindruck nahe, dass sich diese Traditionspartei langsam aber sicher der Selbstauflösung nähert. Es wäre ein historischer Fehler, wenn die in Interviews in der Teeniesprache sich äußernde Andrea Nahles („bätschi, ab jetzt kriegen sie in die Fresse“) bereits jetzt zur Vorsitzenden bestimmt würde. Da die SPD so gerne über alles ihre Mitglieder abstimmen lässt, sollte das auch im Falle Nahles geschehen, sonst wäre ihr Rückhalt in der Partei fraglich. Bezüglich der Besetzung des Außenministerpostens sollte die SPD nicht den Fehler begehen und für dieses wichtige Amt eine in dieser Position gänzlich unerfahrene Person auswählen. Viel mehr sollte dieses Amt weiterhin der in der Bevölkerung beliebte und sich in diesem Amt bewährte Sigmar Gabriel wahrnehmen; für seine ungeschickte aber nachvollziehbare ärgerliche Äußerung gegenüber Martin Schulz hat er sich ja entschuldigt, daraus sollte ihm kein Strick gedreht werden.

Helmut Jung, Hamburg

Fingerspitzengefühl und Respekt

13. Februar: Tickets für Staatstheater zu günstig

Subventionierte Staatstheater stellen einen wichtigen Gegenpol zu den kommerziellen Musicaltheatern dar und frei werdende Friedhöfe sind wichtige öffentliche Grünflächen in einer sich verdichtenden Stadt. Genauso sind Rechnungshöfe ein wichtiges Organ der staatlichen Selbstkontrolle. Jedoch sollten sie ihre Möglichkeiten mit Fingerspitzengefühl nutzen und nicht in das Primat der Politik eingreifen. Dann wäre ihr Ansehen und Respekt schnell verspielt.

Peter Baasch, per E-Mail

Differenzierung ist nötig

Wenn der Rechnungshof meint, feststellen zu müssen, dass die „Staatstheater zu günstig“ seien, dann stellt sich die Frage, von welcher Zuschauerklientel er ausgeht. Selbst für überdurchschnittliche Einkommensbezieher sind Preise in den ersten beiden Platzgruppen etwa des Schauspielhauses zwischen 29 Euro und 56 Euro nicht unbedingt „Peanuts“. Oder ist er der Meinung, dass das Gros der an Theaterkultur Interessierten sich eben um die wenigen Karten der billigsten Kategorie zwischen neun Euro und 15 Euro streiten und Sicht-, Hörbehinderungen in Kauf nehmen sollte? Noch bedenklicher ist allerdings, dass der Rechnungshof bemängelt, dass über 50 Prozent der Besucher über reduzierte oder kostenlose Karten Eintritt erhalten. Dabei lässt er nämlich völlig unbeachtet, dass es ein großes Kontingent reduzierter Karten für Schüler, Studenten, Empfänger von Leistungen nach dem SGB II, Behinderte etc. gibt. Und das ist gut so! Differenzierung hätte gut getan. Hierbei hätten die Ausgabenwächter auch einmal überprüfen können, an wen die vielen Frei- und Steuerkarten so verteilt werden, an die Bezieher geringer Einkommen mit Sicherheit nicht. Da versorgt man sich eher untereinander, wie vermutet werden darf.

Ulrich Reppenhagen, per E-Mail

Nicht für das Parteien-Klein-klein

10. Februar: Un­ge­bremste Schuss­fahrt. Die Identitätskrise der SPD, der Absturz von Martin Schulz und das Peter-Prinzip

Es ist vollkommen überflüssig, nachzutreten, die Chronologie der Ereignisse spricht für sich. Als Martin Schulz sich – möglicherweise allen Warnungen und eigenen Bedenken zum Trotz – bereit erklärte, sich der eigenen Partei als Joker zur Verfügung zu stellen und einen Job zu übernehmen, den sonst niemand machen wollte, musste konsequenterweise sein Mantra „think big“ lauten, mit scheu-schüchternem und bescheidenem Auftreten hätte kaum jemand hingehört.

Einige Landtagswahlen und Fehlhandlungen später wird einmal mehr deutlich, dass Schulz für das Parteien-Kleinklein nicht der richtige Mann ist, seine zweifellos vorhandenen Qualitäten sollte er zukünftig (wieder) an anderer Stelle zum Einsatz bringen.

Claudia Domdey, Hamburg

Provision nach Leistung

13. Februar: Maklerprovisionen steigen um 80 Prozent

Die Diskussion um die Maklerprovision sollte einen realsitischen Blick auf die Leistungen eines Maklers berücksichtigen. Zunächst arbeitet er für den Verkäufer bis er einen Käufer hat, der die Konditionen akzeptiert. Danach ist der Makler überwiegend für den Käufer tätig, indem er alle Unterlagen zusammenstellt und den Notartermin für die Beurkundung organisiert. Insofern wäre eine Aufteilung der Provision meiner Meinung nach die gerechteste Lösung. Die Höhe der Maklerprovision mit z. B. 6,25 Prozent ist oft nicht gerechtfertigt.

Hans-Raimund Kinkel, Hamburg

Höhe der Courtagen überdenken

Es heißt immer, wer den Auftrag an den Makler erteilt, muss zahlen. Warum teilt man die Kosten nicht? Der Verkäufer, aber auch der Käufer geht doch zum Makler und beide beauftragen den Makler, für Sie tätig zu werden. Außerdem müsste man vielleicht mal die hohen Courtagen überdenken.

Gitta Uther, Seevetal

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