Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 10. Februar 2018

Hamburger Weltstadt-Logik

9. Februar: Der Elbtower – das Vermächtnis des Olaf Scholz

Hamburger Weltstadt-Logik à la Scholz: Wertvolle Grünflächen dem Wohnungsbau opfern, aber die Verkehrspolitik so aufrechterhalten, dass die Immissionen (und vermutlich auch die Quadratmeterkosten) im geplanten Elbtower zu hoch sind, um darin Wohnungen anzusiedeln. Büroraum hat Hamburg wahrlich genug. Ein komplett überflüssiges und architektonisch noch nicht mal besonders gelungenes Vorhaben.

Annette Bopp, Hamburg

Keine hanseatische Zurückhaltung

Wenn unsere Stadt irgendetwas ganz sicher nicht braucht, ist es ein derart monströses, protziges Gebäude. Mit hanseatischer Zurückhaltung hat so ein Wolkenkratzer, der das Stadtbild schlicht verschandeln wird, nicht das Geringste zu tun. Aber Hauptsache, Möchtegern-Stadtplaner Scholz setzt sich sein Denkmal und irgendwelche Investoren füllen sich die Taschen. Ein Trauerspiel.

Sven Kanter, Hamburg

Charmante Handelsstadt Hamburg

Prinzipiell sieht der Elbtower ja ganz gut aus und nun das Aber: Mit seiner Höhe von 235 Metern verschandelt ein weiteres Gebäude die Silhouette der Stadt Hamburg. Diese Größe ist nicht schön, allenfalls modern und nicht alles Moderne passt dorthin! Minimiert auf die Größe des Marco-Polo-Tower würde es gut in die HafenCity passen, aber damit kann natürlich keine Aufregung und vor allem kein Gewinn bei Architekten und Co. erzielt werden. Nichts gegen moderne Bauten, aber in Maßen und der Stadt angepasst. Hamburg ist auch dann eine Weltstadt, wenn sie sich nicht futuristisch erneuert, sondern den Charme einer Handelsstadt erhält. Hamburg muss nicht Dubai, Hongkong oder Las Vegas nacheifern.

Anke Petersen, Reinbek

Ergebnis ist Sozialismus-Light

8. Februar: SPD bekommt die wich­tigs­ten Mi­nis­te­rien – stimmt Basis zu?

Was für ein Ergebnis der Koalitionsverhandlungen. Der Juniorpartner bekommt die wichtigsten Ministerien, der unbeliebteste und unfähigste Politiker wird Außenminister – der doch unter Merkel nicht mehr mitregieren wollte – und die CSU darf sich um das wichtigste Anliegen, die Flüchtlinge, kümmern. Und die CDU? Na ja, Frau Merkel bleibt Kanzlerin, die Posten und die Rente sind gesichert und in Deutschland wird sich weiterhin nichts bewegen ... wo ist die Handschrift der CDU? Das Ergebnis lässt eher Sozialismus-Light erwarten.

Jens Noritz, per E-Mail

Wenig Verständnis für Demokratie

9. Februar: Gabriel beklagt ,respektlosen Umgang ‘

Herr Gabriel zeigt, dass er wenig Verständnis für Demokratie hat: Der Wählerwille inklusive des Abrutsches der Partei des Herrn Gabriel, hat dazu geführt, dass neue demokratisch gewählte Mehrheiten im Parlament zu einer veränderten Personallage für die neue Regierung führen. Insoweit ist die Nominierung des für das internationale politische Parkett, wegen seiner Erfahrungen in der EU wahrscheinlich auch sehr gut geeigneten Abgeordneten Schulz, wahrscheinlich gar nicht so verkehrt, wie er glauben machen möchte.

Uwe Huntenburg, Reinbek

Diversifikation gegen Einheitsbrei

6. Februar: Wirt­schaft lehnt weiteren Feiertag für den Norden ab

Nach der Lektüre dieses Artikels ist es mir geradezu unbegreiflich, dass Länder wie Baden-Württemberg und Bayern noch nicht bankrott sind – bei der Flut an gesetzlichen und kirchlichen Feiertagen, die dort herrscht. Besonders interessant fand ich auch, dass Herr Tschirch Urlaub und Feiertage gleichsetzt. Erfahrungsgemäß schaden Urlaubstage dem hiesigen Handel nicht unbedingt, das Gegenteil ist wohl eher der Fall. Gegen die wachsende Bedrohung durch den Online-Handel wird ein Feiertag weniger vermutlich nichts ausrichten, da wäre etwas mehr Diversifikation im bestehenden Einheitsbrei des Einzelhandels die bessere Strategie.

Beate Hagemann, per E-Mail

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