Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 7. Februar 2018

Gefahren vorübergehend beseitigt

6. Februar: CDU fordert vier Millionen Euro jährlich für marode Gehwege

Jahr für Jahr melde ich über „Melde-Michel“, dass in unserer Weygandtstraße hochstehende, kippelnde Gehwegplatten eine Gefahrenquelle darstellen. Entweder wird mir mitgeteilt, dass kein Geld oder keine Leute vorhanden sind, das Budget erschöpft ist oder kein Handlungsbedarf besteht, obwohl Fotos vorliegen. Erst als ich mich an eine Lokalzeitung wendete und diese sich für ein Richten der Gehwegplatten einsetzte, wurden einige Gefahrenquellen beseitigt. Jetzt kippeln die nächsten, der Frost drückt sie hoch. Es sind nicht nur die Baumwurzeln, vielmehr ist es auch das Begleitgrün. Das im Sommer wild und sehr dicht zwischen den Gehwegplatten wuchert. Auch Randsteine sind abgesackt. Und wen kümmert’s?

Gudrun Schuch-Nehrke, per E-Mail

Der HSV zerlegt sich selbst

6. Februar: Der HSV vor der Zer­reiß­probe

Ganz Fußball-Deutschland wartet darauf, dass sich der HSV selbst zerlegt und endlich absteigt. Mit diesen unzähligen Aufsichtsräten und Funktionären, die sich in der Vergangenheit wichtig gemacht haben, schafft es der HSV bestimmt. In der „Sympathietabelle“ ist der HSV ja bereits ganz unten angelangt. Wann hatte der HSV zuletzt Erfolg? Mit Dr. Wolfgang Klein, Günter Netzer und Ernst Happel, diese drei haben das Geschehen bestimmt und keine Wichtigtuer aus dem Hintergrund. Und in ähnlicher Konstellation haben andere Vereine auch heute in der Bundesliga Erfolg. Wenn beim HSV in dieser Form so weiter gearbeitet wird, dann darf man sich auch nicht wundern, dass bald vielleicht nur noch 20.000 Zuschauer ins Volksparkstadion kommen, dann vielleicht in der zweiten Liga mit einer kompletten Neuaufstellung in der Vereinsführung.

Peter Ramcke, Glinde

Parteien ohne Visionen

5. Februar: Die Gro-Ko als Groteske. Erfolgreiche Verhandlungen bedeuten noch keine erfolgreiche Regierungsbildung

Die alte Volkspartei SPD ist inzwischen zu einem Hühnerhaufen mutiert und wirkt völlig aus der Zeit gefallen. Und die CDU ist unter Merkel komplett entkernt zu einem alternativlosen Kanzlerinnen-Abnickverein verkommen. Wo sind die Visionen, wo ist der Aufbruch? Wer greift die wirklich wichtigen Themen auf, die Deutschland und die Deutschen beschäftigen? Bildung, Infrastruktur, Digitalisierung, Steuersystem. Stattdessen verbeißt sich die Linke am Nachzug von Flüchtlingen und Merkel klammert sich verzweifelt an die Macht. Armes Deutschland.

Niko Clauder, Hamburg

Ungenügende Kontrolle im Bus

Seit geraumer Zeit stelle ich fest, dass die Fahrkartenkontrolle von vielen Busfahrern nicht mehr ordnungsgemäß durchgeführt wird. Bei Einführung dieser Kontrollregelung wurde das Einsteigen an den Ausstiegstüren von den Busfahrern regelmäßig beanstandet und das nachträgliche Vorzeigen der Fahrkarte verlangt. Mittlerweile ist dies eine seltene Ausnahme geworden, eine recht eigenwillige Form der Busbeschleunigung. Besonders ärgerlich ist es, wenn Fahrgäste im fortgeschrittenen Lebensalter, die ordnungsgemäß vorne einsteigen und ihre Fahrkarte vorzeigen, feststellen müssen, dass die freien Sitzplätze oftmals schon von „Hinteneinsteigern“ besetzt worden sind. Da darf man sich nicht wundern, wenn die Gutwilligen nicht länger die Dummen sein wollen. Wer die ohnehin nur ungenügenden Kontrollmaßnahmen selbst vernachlässigt, hat kein Recht über die Zunahme von Schwarzfahrten zu klagen.

Enrick Lange, Hamburg

Faire und gesunde Arbeit für alle

2. Februar: Be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men – eine Illusion

Ein guter Beitrag zu einer wichtigen Debatte. Denn es stimmt ja: Wir brauchen Ideen für unsere soziale Sicherheit im 21. Jahrhundert, und zwar jenseits der neoliberalen Privatisierungsideologie, nach der jeder für sich privat vorsorgt, so gut er kann – und wer es nicht kann, weil sie oder er nur wenig oder mittelmäßig verdient, hat eben Pech gehabt. Leider, das zeigt Rose gut auf, ist das Bedingungslose Grundeinkommen nicht die Alternative zur Privatisierung, für die viele Anhänger sie in ihrer Verzückung halten. Es muss stattdessen weiterhin darum gehen, individuelle Risiken und Bedarfe solidarisch abzusichern, vor allem aber: Die Arbeitswelt der Zukunft politisch so zu gestalten, dass auch in der Digitalisierung jede und jeder an sicherer, gesunder und fairer, kurz guter Arbeit teilhaben kann. Das Bedingungslose Grundeinkommen verlegt den Fokus stattdessen auf Ersetzung von Arbeit statt Gestaltung von Arbeit - das wäre fatal.

Sönke Klages, Hamburg

Grundeinkommen ist überfällig

Genau diese konservative Haltung ist es, die vor allem junge Menschen abschreckt, sich mit sozialdemokratischen Werten zu identifizieren. Mit Argumenten aus dem vergangenen Jahrtausend versucht der Autor die Realisierbarkeit einer Vision zu widerlegen, die längst von seriösen Instituten belegt ist. Das Grundeinkommen ist nicht nur machbar, sondern auch überfällig und angesichts der Sackgasse Finanzmarkt und Sozialstaat auch notwendig. Was bitte schön ist ungerecht an der Idee, dass jeder Bürger einer Staatengemeinschaft exakt den gleichen bedingungslosen Betrag erhält, der im Übrigen durch die Umsatzsteuer – den Konsum der Dazuverdienenden und Vermögenden – finanziert wird? Wäre es im Gegenteil nicht eine bessere Gesellschaft, wenn Ehrenämter, Mütter und Pflegende eingeschlossen, endlich auch bezahlt würden und weniger attraktive Jobs durch Anreize wie höhere Gehälter aufgewertet werden würden? Solange die SPD keine innovativen Konzepte für morgen vertritt, sondern sogar diskreditiert, bleibt sie leider die Partei von gestern.

Heidi Goch-Lange, Hanstedt

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