Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 3. Februar 2018

Unvergessliche Erinnerungen

2. Februar: Puan Klent – wie es jetzt weitergeht

Anhaltende Erinnerungen an Puan Klent hat nicht nur Hamburgs Schülerschaft. Besonders beliebt waren die Ferienaufenthalte, die von den Jugendverbänden und Sportvereinen durchgeführt wurden. Drei Wochen Gemeinschaftserleben, Natur, Tanz, erste Liebe, Baden, Nordsee, Kultur … Unvergesslich! Und auch für „normalverdienende“ Familien war und ist das Jugenderholungsheim Puan Klent ein Ort für den einzigartigen Familienurlaub auf der Promi-Insel Sylt.

Peter Braasch, per E-Mail

Kein kritischer Austausch möglich

31. Januar: Streit um Ge­denk­stätte in Stadt­hö­fen

Ist für unseren Kultursenator eine Ausstellungsfläche von rund 70 qm in einer privat geführten Buchhandlung eine öffentliche Gedenkstätte? Schon beim Betreten des Ladens ist man potenzieller Kunde. Und wo will Herr Brosda dort einen „kritischen Austausch“ führen? Ganz abgesehen davon, dass ein Ort, an dem über Jahre systematisch Menschen gefoltert und ermordet wurden, keines kritischen Austausches bedarf, sondern einer öffentlichen würdigen Stätte zum Gedenken an die Opfer. Hier ist die Freie und Hansestadt Hamburg gefordert, unter deren Herrschaft damals diese Verbrechen begangen wurden.

Lore Wieprecht, per E-Mail

Warum nur in der HafenCity?

31. Januar: Retter der Nach­bar­schaft

Dieses (kostenlose) Angebot gibt es ausgerechnet nur in der HafenCity, wo die Bewohner sicherlich die Mittel hätten, kostenpflichtige Dienstleister zu beauftragen. Ein solches Angebot, ob nun gratis oder nicht, fehlt ansonsten überall in der Stadt. Es gibt zwar sogenannte „Haushüter“ (die tatsächlich einhüten), aber wenn es nur darum geht, z. B. bei Abwesenheit die Blumen zu gießen, den Briefkasten zu leeren, „nach dem rechten zu sehen“ usw. – dafür bietet sich bis jetzt niemand an.

Jochen Ebert, per E-Mail

Engagement ist gefragt

29. Januar: Wie Hamburgs CDU die ka­tho­li­schen Schulen ret­ten will

Sicherlich hätte die Informationspolitik und die Einbindung betroffener Personen seitens des Erzbistums deutlich optimaler verlaufen können. Dennoch darf den Verantwortlichen unterstellt werden, dass sie sich die Entscheidung über die Schulschließungen sicherlich nicht leicht gemacht haben. Wenn Katholiken nun mit Kirchenaustritt drohen, schütten sie das Kind mit dem Bade aus. Dann kommen als nächstes die Schließungen der katholischen Krankenhäuser, Altenheime und weiterer karitativer Einrichtungen. Mehr denn je sind jetzt engagierte Katholiken gefragt, die vielfältigen Herausforderungen in der Diaspora angesichts knapper Kassen zu meistern.

Dr. Robert J. Degenhardt, Hamburg

Grundschule als Großbaustelle

1. Februar: 35.000 Grund­schul­leh­rer gesucht

Die Grundschule ist eine besonders wichtige Bildungseinrichtung, weil sie die Grundlagen für den gesamten weiteren Bildungsweg legt. Da sollte man doch annehmen, dass mit dieser Institution und ihrem Personal so sorgsam wie möglich umgegangen wird. Statt für eine solide Grundbildung in ruhiger Lernatmosphäre zugunsten einer immer heterogeneren Schülerschaft mit gut ausgebildeten, motivierten und angemessen bezahlten Lehrern zu sorgen, haben übermotivierte Reformideologen unterstützt von karriereorientierten Gewerkschaftsfunktionären die Grundschule zu einer experimentellen Großbaustelle gemacht. Gut gemeinte, aber leider unterfinanzierte und überhastet eingeführte und nicht ausreichend evaluierte Reformkonzepte, wie beispielsweise die Inklusion oder die Ganztagsschule haben Lehrer und Schüler einem Dauerstress unterzogen, der ein erfolgreiches Lehren und Lernen erschwert. Hinzu kommen in vielen Schulen immer mehr Schüler, deren mangelnde soziale Kompetenz und Lernmotivation zu chaotischen Zuständen in den Klassen führt. Wer das in der ARD ausgestrahlte Video „Lehrer am Limit“ über die vergeblichen Bemühungen einer Lehrerin, einen geordneten Unterricht durchzuführen gesehen hat, weiß, was gemeint ist.

Dr. Gerold Schmidt-Callsen, per E-Mail

...trotzdem ein schöner Abend

1. Februar: a-ha als Kam­mer­mu­sik

A-HA, so-so, sie können’s noch. Unspektakulär, unprätentiös, weniger Technik und langsamer – eine gute Wahl und ganz anders als früher. Die musikalische Idee hat überlebt. Und wie! Man konnte es von der Bühne hören und den freudigen Kommentaren der Nachbarschaft während des Konzertes entnehmen. Die Freude wurde dennoch ein wenig getrübt. Trotz gewählter Worte der Hallenansage, dass die Band für die Menschen und nicht für die Smartphones spiele, mussten wir uns bemühen, dieser leuchtenden Konkurrenz zu trotzen. Mehr Spektakel direkt vor uns, als auf der Bühne. Diese Geräte sind im Alltag vielleicht auch nützlich, deren Nutzer in Konzerten ein Übel. Es war trotzdem ein schöner Abend.

Detlef Lange, Hamburg

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