Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 26. Januar 2018

Nie wieder Repräsentationsverein

25. Januar: Han­dels­kam­mer-Streit: Budni-Chef fordert Neuwahlen

Budni-Chef Cord Wöhlke sowie andere Großunternehmen fühlen sich also nicht mehr durch die Handelskammer vertreten. Dies war in der Vergangenheit das Privileg der überwiegenden zwangsverpflichteten Mehrheit der Handelskammermitglieder. Darüber sollten Herr Wöhlke und die anderen Wirtschaftsgrößen einmal nachdenken, wenn es um die zukünftige Ausrichtung der Handelskammer geht. Zu einem überwiegend elitären Repräsentationsverein sollte die Handelskammer sicher nicht wieder zurückkehren.

Klaus Schulze, Hamburg

Zuschuss aus den Nachbarländern

25. Januar: Schlick­men­gen im Hafen nehmen nicht ab. 2017 muss fast genauso viel Schlamm ausgebaggert werden wie im Jahr zuvor. FDP fordert schlüssiges Konzept

Dieser Schlick kommt zum großen Teil mit den Zuflüssen der Elbe aus den Nachbarländern. Das können wir nicht ändern, aber Zuschüsse zu den Entsorgungskosten fordern, damit der Elbefluss weiter flüssig bleibt.

Georg Schulz, per E-Mail​

Hilfe vom Heiligen Geist

24. Januar: Selbst­mord aus Angst vor der Pleite. Die katholische Kirche in Hamburg droht sich selbst zu zerstören

Herzlichen Dank möchte ich dem Verfasser für diese sachlich gut geschriebene kritische Zusammenfassung über das Vorgehen der katholischen Kirchenleitung in Sachen Schulschließungen sagen. Ich bete täglich zum Heiligen Geist, er möge kraftvoll durch die Hirne der Verantwortlichen fahren und diesen die arrogante Ignoranz austreiben, mit der sie die noch immer vorhandenen intelligenten Selbstreinigungskräfte in den Gemeinden verantwortungslos übergangen haben. Denn ich bin davon überzeugt, dass der Heilige Geist – auf den sich ja gerade die Kirchenleitung ständig beruft – in Hamburg genügend engagierte Fachleute aus den Gemeinden selbst zur Lösung der anstehenden Aufgaben berufen hätte. Vielleicht passiert das noch, es ist zu hoffen.

Adolf Galland, per E-Mail

Die Schule als zweites Zuhause

Liebes Erzbistum,

meine Klasse, die 7a des Niels-Stensen-Gymnasiums, kann ihre Entscheidung, das Niels-Stensen-Gymnasium zu schließen, nicht nachvollziehen. Für uns Schüler ist das NSG wie ein zweites Zuhause und niemand verlässt dieses freiwillig. Wir identifizieren uns mit unserer Schule. Unsere Lehrer und Schüler sind zusammengewachsen wie eine große Familie. Die Lehrer verstehen uns und bemühen sich um jeden einzelnen Schüler. Auch die Hilfsbereitschaft unter den Schülern ist sehr groß. Die Lehrer sind an dieser Schule sehr aufgeschlossen und man spürt, dass sie Spaß am unterrichten haben. Unsere Lehrer machen ihren Job mit Gefühl und nicht, weil sie es studiert haben oder das Geld brauchen. Man fühlt sich als Schüler hier immer ernst genommen. Daher bitten wir Sie, sich einmal in unsere Lage zu versetzen. Was würden Sie sagen wenn Ihnen Ihr Zuhause einfach, ohne Vorwarnung, weggenommen wird? Wir fordern sie daher auf, Ihre Entscheidung zu überdenken und zu überlegen, was für Sie ein Zuhause bedeutet.

Reika Olivier, Klasse 7a

Hervorragende Pädagogen

Mein letztes Kind hat letztes Jahr Abitur an der Sophie-Barat-Schule gemacht. Ich war lange im Elternrat der Sophie und in vielen schulischen Gremien und kenne nur zu gut die Vernebelungstaktik des Erzbistums und der Schulverantwortlichen. Dennoch sollte man die hervorragende pädagogische Leistung der meisten Lehrer und das außerordentlich gute Abschneiden der Schulen in den Abschlussjahrgängen hervorheben. Nochmals tausend Dank für den Artikel.

Dagmar v. Kügelgen, per E-Mail

Gottschalks taktischer Zug

24. Januar: HSV: Antrag auf Aus­schluss von AfD-Mit­glie­dern

Der HSV ist ein weltoffener Club, der sich klar gegen jede Form von Diskriminierung, Gewalt und Extremismus stellt. Der Club und seine Stiftung „Hamburger Weg“ sind schon seit langer Zeit Vorreiter für eine soziale Haltung und ein Höchstmaß an gesellschaftlicher Verantwortung. Ein Vorgehen gegen die Werte und Ideale des HSV werden schon immer verfolgt und geahndet. Das bei den Mitgliedern und bei Anträgen auf Mitgliedschaft Dinge abgefragt werden sollen, die nach Art. 3 unseres Grundgesetzes jedem völlig frei überlassen sind, ist abwegig und rechtlich unwirksam. Bei dem Antrag von Peter Gottschalk, Vorsitzender des HSV-Seniorenrats, handelt es sich um einen rein taktischen Zug.

Christof Marheinecke, Hamburg

Inakzeptabler Vorstoß

Ein Mitglied des HSV ruft allen Ernstes dazu auf, Anhängern einer demokratisch gewählten Partei, der AfD, die Zugehörigkeit zum Verein zu verwehren. Ein geradezu unglaublicher Vorgang in einem pluralistischen und demokratischen Land. Was für ein Staatsverständnis hat Herr Gottschalk eigentlich? Die AfD ist die drittstärkste Partei geworden bei der letzten Wahl. Sind alle ihre Wähler Rassisten? Auch wenn man nicht zu den Zielen dieser Partei steht, muss man doch wohl als aufrechter Demokrat ihre Existenz akzeptieren. Ein schlauer Mann hat mal den Satz gesagt: „Ich hasse, was Du sagst, aber ich will mein Leben dafür geben, dass Du es sagen darfst.“ Der Vorstoß von Herrn Gottschalk ist vollkommen inakzeptabel und in der politischen Streitkultur in Deutschland auch ohne Beispiel. Wo kommen wir hin, wenn politische Arbeit mit Sanktionen im öffentlichen Leben belegt wird. Das sind Methoden diktatorischer Staaten. Sollte das Präsidium des HSV diesem Vorschlag folgen, kann ich nur hoffen, dass sich alle demokratischen Bürger von dem Verein abwenden.

Mike Lasker, per E-Mail

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