Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 25. Januar 2018

Die SPD zerlegt sich selbst

23. Januar: SPD verliert nach Parteitag weiter in Wähl­er­gunst

Meines Wissens haben wir, die Bürger, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages neu gewählt. In einer repräsentativen Demokratie sind einzig und allein diese Abgeordneten legimitiert, unsere Rechte und Interessen als Wähler und Bürger wahrzunehmen. Warum nun die nicht vom Volk gewählten Delegierten eines SPD-Parteitags und/oder die SPD-Mitglieder in einer Befragung über das Zustandekommen einer Regierung entscheiden dürfen, ist mir absolut ein Rätsel. Die von der SPD propagierte „Basis-Demokratie“ geht mir und sicherlich auch vielen anderen Bürgern allmählich auf die Nerven. Wenn denn die SPD absolut kein Regierungsbündnis mit der Union eingehen wollte oder will, hätte sie es doch vor der Wahl aufgrund der damaligen Vorhersagewerte klar sagen können und müssen. So sind wir als Wähler doch getäuscht worden, oder? Die jetzt von den Jusos angestoßene Aktion „Tritt ein, sag nein“ ist an Dummheit nicht zu überbieten und ein absoluter Skandal. Ein derartiges Verhalten wird der Wähler nicht mehr tolerieren. Die SPD ist dabei, sich selbst zu zerlegen und der weitere Niedergang dieser einst stolzen Partei wird leider nicht mehr aufzuhalten sein. Möge hoffentlich die AfD nicht davon profitieren.

Dieter Buchholz, Hamburg

Menschen sind soziale Wesen

23. Januar: Selbst ab­kas­sie­ren –​der neue Trend. Zahl der SB-Kassen wächst kräftig – auch in Hamburg

Was für ein Albtraum wenn man bedenkt, dass das nur einen Punkt der menschenlos werdenden Welt aufzeigt. Ich denke da an selbstfahrende Busse, Auslieferroboter usw. Menschen sind soziale Wesen. Diese Entwicklung sollte nicht noch hofiert werden. Nicht alles was machbar ist, muss auch so umgesetzt werden. Das dabei noch Arbeitsplätze vernichtet werden, ist allen Befürwortern anscheinend nicht bewusst.

Doris Schulze, per E-Mail

Wenn Bahnhof Altona schließt...

23. Januar: Neue Pläne für den Haupt­bahn­hof. Bike+Ride-Station mit bis zu 700 Stellplätzen und die Bahnhofsmission sollen in Gebäude über dem Gleis 14 einziehen

Die partielle Überbauung des Gleises 14 für die Räumlichkeiten der Bahnhofsmission und die Einrichtung eines Fahrradparkhauses für 700 Räder (in der Niederlanden würde man gleich 7.000 Räder einplanen) wird an den Kapazitätsengpässen auf dem Hamburger Hauptbahnhof überhaupt nichts ändern. Leider werden sich diese noch verschärfen, wenn der Fern- und Regionalbahnhof Altona aufgegeben wird, weil dann alle Passagiere aus dem Westen direkt zum Hauptbahnhof durchfahren und sich nicht mit einem nochmaligen Umsteigen mit Bahnsteigwechsel in eine S-Bahn zum dann neuen Bahnhof Diebsteich zwängen werden. Pläne für eine substanzielle Kapazitätserweiterung des Hauptbahnhofs liegen seit langem auf dem Tisch u.a. vom Fahrgastverband Pro Bahn und der Bürgerinitiative Prellbock Altona. Diese sehen neben der Schaffung zusätzlicher Abgänge von der Steintorbrücke, auch zusätzliche Treppenabgänge von der Altmannbrücke vor, damit der Bahnhof zu Fuß schneller erreichbar ist und die Fahrgäste sich gleichmäßiger auf den Bahnsteigen verteilen. Ferner soll das Durchfahrtgleis 9 zu einem neuen Bahnsteig ausgebaut werden. Zusätzlich lassen sich durch den Abbruch des Luftschutzbunkers zwischen Gleis 14 und dem Wallringtunnel zwei neue Bahnsteigkanten schaffen, an denen die aus Bremen und Lüneburg kommenden Züge halten könnten. Zudem könnte durch die Wiedereröffnung des Tunnels zwischen den Fernbahngleisen und der U-Bahnstation der U1 und U3 die Passagierströme deutlich entzerrt werden. Dann kann der Hauptbahnhof auch mehr Passagiere als bisher bewältigen. Einer wachsenden Stadt wie Hamburg sollte es wert sein, den Bahnfahrgästen einen freundlichen Empfang zu bescheren, anstatt sie auf Körperfühlung über den Südsteg zu schieben.

Michael Jung, Hamburg

Die treuen Fans sind müde

23. Januar: Ich bin stolz, wieder hier zu sein

Jedes Mal die gleichen Texte: Der neue Trainer ist stolz auf sein neues Amt beim „großen HSV“. Jetzt werden die Ärmel hoch gekrempelt, zweimal täglich Training. Ach so? Das haben der Vorgänger und der Vor-Vorgänger auch gesagt. Erstmal im Amt, hat man die Rente inclusive großzügiger Abfindung doch schon garantiert. Wer soll sich da anstrengen? Es haben sich doch allesamt an den Zustand gewöhnt. Die treuen Fans, die das Desaster seit Jahren mit erleiden, sind müde sich das anzuhören und auch noch anzuschauen. Die haben für ihre Eintrittskarte gearbeitet und manch einer weiß nicht, wie lange er noch seinen Job behält und was dann kommt. Anders als die gestopften Spieler, Trainer, Vorstand. Ich sag nur eins „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen“. Solange dieses System nicht durchbrochen wird, erhofft sich der Fan doch bald den Abstieg, damit endlich mal eine Konsequenz erfolgt und die Zitterpartien ein Ende haben. Da kann Herr Kühne noch so viele Millionen rein stecken und es kann schlau geschnackt werden. Bei der Einstellung und Motivation des Spielers fängt es an!

Antje Claussen, per E-Mail

Egoismus und Rücksichtslosigkeit

24. Januar: Mord auf dem Schulflur

Bei der Vielzahl der Krimis auf allen TV-Sendern, bei Spielfilmen und Videospielen, die nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von Jugendlichen gesehen werden und wo Brutalität zur Tagesordnung gehört, müssen wir uns nicht wundern, dass die Menschheit verroht und die Hemmschwellen sinken. Dazu passt auch eine Gesellschaft, die nur auf Äußerlichkeiten ausgerichtet ist und Egoismus und Rücksichtslosigkeit gelebt werden. Es bedarf grundlegender Änderungen der Erziehung in Familien und Schulen, um dem Begriff Menschlichkeit wieder eine Bedeutung zu geben.

Bernd Mucksfelde, per E-Mail

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