Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 4. Januar 2018

Politiker tragen Mitschuld

3. Januar: Po­li­zis­ten und Helfer als Ziel­scheibe. Silvester war kein Ausnahmefall. Angriffe auf Beamte gehören zum Alltag. Was bringen schärfere Gesetze?

Wie weit ist diese Gesellschaft gesunken, dass sie derartige Anfeindungen – bis hin zur hohen Gewaltbereitschaft – an Personen zulässt, die für Sicherheit und Ordnung, zum Schutz von Gesundheit, Leben und Eigentum jedes Einzelnen zuständig und verantwortlich sind. Bisher ist es der überaus hohen Toleranzgrenze und guten Ausbildung der betroffenen Polizeibeamten und Hilfskräften zu verdanken, dass es nicht zu größeren Eskalationen gekommen ist, geschweige denn zum Schusswaffengebrauch. Wenn aber selbst politische Entscheidungsträger gegen Polizeieinsätze und die darauf folgenden Maßnahmen lauthals tönen und zu Protesten aufrufen, ist es nicht verwunderlich, wenn Krawallmacher und Genossen diesen Aufrufen folgen.

Jürgen Stauff, Hamburg

Gesellschaft läuft aus dem Ruder

Brauchen wir wirklich solche Silvester? Ein Teil der Gesellschaft ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Niemand hat etwas gegen ein organisiertes Feuerwerk im Hamburger Hafen oder sonst wo auf der Welt, aber solche Knallköppe braucht keine Großstadt. Die Pyrotechnik und der illegale Waffengebrauch wird immer gefährlicher. Die Ohnmacht des Rechtsstaats wird durch solche Verhaltenweisen erneut sichtbar.

Rita Humpke, Hamburg

Rauchentwicklung durch Raketen

3. Januar: Kräftiger Wind vertreibt Silvester-Feinstaub

Obwohl auch wir die Tradition schätzen, das neue Jahr durch farbenfrohe Silvester Feuerwerke zu begrüßen, sollte man jedoch auch den Umweltgedanken beachten, denn es entsteht jede Menge Feinstaub. So konnten wir zum Beispiel ein Gebäude in unserer unmittelbaren Nähe schon kurz nach Mitternacht am Neujahrsmorgen wegen der starken Rauchentwicklung durch Raketen überhaupt nicht mehr sehen. Vielleicht wäre ja weniger mehr? Nach dem Motto: Heute schon an Morgen denken. Denn wenn es tatsächlich stimmt, dass ganze 17 Prozent der jährlichen Feinstaubbelastung in Hamburg allein auf Silvester zurückzuführen ist, sollte man sich Gedanken machen.

Familie Paap, Hamburg

Böller-Wahnsinn seit Heiligabend

2. Januar: Ein Dach­stuhl­brand und schwere Böl­ler-Un­fälle. Fast 1000 Einsätze für die Feuerwehr in der Silvesternacht. Auf dem Kiez blieb die Lage unter Kontrolle

Wann hört endlich dieser Wahnsinn zu Silvester auf? Seit Heiligabend wird geböllert, viel Unfug damit gemacht und der Dreck bleibt liegen. Mein Verein hat die Auflage bekommen, das kleine Feuerwerk nach dem Laternelaufen von einem Pyrotechniker zünden zu lassen, dadurch entstehen Mehrkosten von 400 Euro. Zu Silvester darf Hans und Franz durch die Straßen ziehen, viel Lärm machen, zusätzlich noch einige Briefkästen sprengen und Rettungskräfte attackieren. Warum gibt es keine Partei und keinen Politiker, der endlich mal klar Stellung zu dieser Unsitte nimmt.

Siegfried Pillmann, Wandsbeker Kinder e.V.

Schlüssiges Konzept fehlt

2. Januar: Mieter sorgen sich zu Recht. Aber Kritik am Fernwärme-Konzept des Senats schießt über das Ziel hinaus

Leider irrt der Kommentator mit der Feststellung, dass der Umweltsenator schlicht seinen Job macht. Die Erhöhung der Heizkosten durch Veränderung der Erzeugung bei der Fernwärmeversorgung ist so nicht hinzunehmen. Leider gibt es kein schlüssiges Konzept für den Ersatz des Kraftwerks Wedel. Es besteht zum großen Teil aus Wunschträumen, da durch eine ideologiegetriebene Politik offenbar die Sachargumente ausgeblendet oder gar nicht untersucht werden. Da Wedel nicht allein durch regenerative Energien ersetzt werden kann, müssen andere Energieträger, z. B. Erdgas, hinzugezogen werden. Auch diese erzeugen CO2. Völlig unverständlich aber ist, dass die Prozessabwärme aus den stromintensiven Unternehmen Aurubis (Kupfer), ArcelorMittal (Stahl) und Trimet (Aluminium) zur Wärmeerzeugung herangezogen wird, während die Abwärme aus Moorburg sinnlos verpufft. Der Strom für die technischen Prozesse der Unternehmen kommt aus dem Kraftwerk Moorburg und sie bedürfen für die Auskopplung von Wärme der zusätzlichen Erhitzung. Sinnvoll wäre es doch in jedem Fall, eine CO2-Bilanz über beide Varianten (Südvariante des Senats) und Abwärmeauskopplung aus Moorburg zu machen. Die Variante mit der geringeren CO2-Belastung sollte dann gewählt werden.

Werner Berndt, per E-Mail

Widersinnige Entscheidung

Darauf muss man erst mal kommen: Erst erteilt man dem Kohlekraftwerk die Genehmigung und danach wird dem Kraftwerk knapp ein Drittel Effektivität durch Verzicht auf die entstehende Energie für die Fernwärme genommen. Es gibt genügend Argumente, die für oder gegen Moorburg sprechen, aber so, wie jetzt entschieden wurde, das geht gar nicht.

Harald Harms, Hamburg

Großer Schaden für Sylt

2. Januar: Streit um Won­ne­meyer-Schlie­ßung. Tourismus-Zentrale wirft dem Pächter des Sylter Strandlokals in Wenningstedt eine ,Kampagne‘ vor

Seit 40 Jahren sind meine Frau und ich Stammgäste auf Sylt. Wir bewundern den Qualitätsanstieg der gesamten Gastronomie. Dazu gehören auch an vorderster Stelle Sansibar, Gosch und Wonnemeyer. Starke Marken für ein starkes Sylt. Schade, jetzt wütet der Amtsschimmel in Wenningstedt. Von München bis Hamburg, ja selbst in New York: Die Gäste von Wonnemeyer können es noch nicht fassen. Wie kann man der gesamten Insel nur so schaden. Unfassbar.

Dieter Lukowski, Hamburg

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