Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 28. Dezember 2017

| Lesedauer: 5 Minuten

Innehalten ohne Eitelkeiten

27. Dezember: Streit um Handelskammer: Der Ton wird noch rauer. Vizepräses Teichert wirft Altpräsides „Unwahrheiten“ vor - und bietet Debatte an

Was Hamburg jetzt am allerwenigsten benötigt, ist eine Fehde zwischen verfeindeten Wirtschaftsvertretern. Die Umsetzung der UN Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens, Beherrschung der Digitalisierung, der Migration und der sozialen Auswirkungen gelingen nicht mit „Weiter so“ und schon gar nicht wenn die Wirtschaft, die einen entscheidenden Beitrag zu leisten hat, ihre Kräfte zur Beschäftigung mit sich selbst oder mit einzelnen Persönlichkeiten verschwendet. Es stehen allen Sektoren der Stadt große Aufgaben bevor, die ein Höchstmaß an Konzentration, Umorientierung, großen Führungsqualitäten und Kooperation zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erfordern. Bitte Innehalten, alle Eitelkeiten beiseite legen und glaubwürdige Friedenssignale aussenden.

Helena Peltonen-Gassmann, Hamburg

Pippi Langstrumpf-Welt der FDP

27. Dezember: Es ging Merkel nie darum, Jamaika hin­zu­be­kom­men

Die Chuzpe des Herrn Kubicki ist schon bemerkenswert. Erst wird sich in die Büsche geschlagen, wenn Verantwortung gefragt ist. Dann wird anderen die Schuld dafür in die Schuhe geschoben und ein Lamento über die angeblich schädlichen Folgen einer neuen Großen Koalition angestimmt. Und schließlich werden wohlfeile personelle Ratschläge an andere, deutlich stärker gewählte Parteien ausgesprochen. Willkommen in der Pippi Langstrumpf-Welt der FDP, wo man sich die Welt macht, wie sie einem gefällt. „Warum Jamaika wirklich platzte“ kündigen Sie das Interview auf der Titelseite an. Ob die Darstellungen des Herrn Kubicki aber tatsächlich Bezug zur Wirklichkeit haben, daran darf man doch große Zweifel hegen.

Sven Kanter, Hamburg

Hamburg ist keine Fahrradstadt

22. Dezember: Trotz Mil­lio­nen-In­ves­ti­tio­nen: Weniger Radfahrer in Hamburg

Solange den Hamburgern nicht die Möglichkeit gegeben wird das Fahrrad den ganzen Tag mit in die Bahn des HVV zu nehmen, ist Hamburg weit von einer Fahrradstadt entfernt. Es gibt kein Argument gegen die Mitnahme. Wie zu meiner Kinderzeit könnte zum Beispiel ein extra Waggon für Fahrräder mitgeführt werden. Diese Möglichkeit motiviert, das Rad für die Rückfahrt von der Arbeit zu nutzen.

Angela Jessen, per E-Mail

Neues Konzept für Veloroute nötig

Der Rückgang an der Messstelle „An der Alster“ ist absolut nicht verwunderlich. Auf diesem gerade mal 1,5 Meter breiten, in beide Richtungen zu befahrenden und teilweise direkt an der Straße geführten Radweg zu fahren, ist im jetzigen Zustand des Radweges eine Zumutung und durchaus gefährlich. Zudem benutzen bei feuchtem Wetter viele Fußgänger, Jogger und Hundehalter den Radweg anstelle des matschigen Fußweges. Da ist es kein Wunder, dass Radfahrer aus dem Norden in Richtung City lieber die andere Alsterseite mit dem nun gut als Radfahrstraße ausgebauten Harvestehuder Weg auswählen. Fazit: Ein neues Konzept für die Führung der Veloroute entlang der Straße „An der Alster“ ist dringend erforderlich.

Peter-Lorenz von Gottberg, per E-Mail

Mit dem Bus im Dauerstau stehen

22. Dezember: U5 kommt in Nordvariante ohne ,Barmbeker Beule‘

Dass die Anbindung an die S-Bahnlinie S1/S11 am Rübenkamp damit ebenfalls entfällt, ist eine denkbar schlechte Lösung. Damit entfällt ebenfalls die Anbindung zum Flughafen und die östlichen Stadtteile sind weiterhin auf Buslinien angewiesen, die die meiste Zeit im Stau stehen. Die Busbeschleunigung im Bereich Steilshoop hat sich leider als Flop herausgestellt. Seit die geänderten Ampelschaltungen auf der Steilshooper Allee für Dauerstau sorgen, sind die Schleichwege durch Steilshoop ebenfalls dicht und die Busse stehen dort trotz bevorzugter Ampelschaltung an der Einmündung Steilshooper Allee / Eichenlohweg ebenfalls im Stau.

Uwe Terzenbach, Hamburg Bramfeld

Verkehrspolitische Ignoranz

Stolz verkündete Staatsrat Andreas Rieckhof die nun beschlossene Linienführung, die nicht Hartzloh und den S-Bahn Bahnhof Rübenkamp anbinden soll, sondern direkt zur Station Sengelmannstraße führen wird. Das ist eine massive verkehrsplanerische Fehlleistung mit weitreichenden Nachteilen für die künftigen Nutzer der U5. Zu dieser Entscheidung gehört schon eine massive Portion verkehrspolitischer Ignoranz zu behaupten, ein Gutachten hätte ergeben, dass nur wenige Fahrgäste am Rübenkamp zur S-Bahn umsteigen würden. Offensichtlich sind die vermeintlichen Gutachter davon ausgegangen, dass die mehr als 100.000 Bewohner der neu erschlossenen Stadtteile, überwiegend die City Nord als Ziel ansteuern würden und nicht die von der S-Bahn abgedeckten Stadtteile sowie auch dem Flughafen. Wieder einmal führt engstirniges, krämerhaftes Denken zu verkehrspolitischen Fehlleistungen, mit langfristig nachteiligen Folgen für die Bürger. Aber das hat wohl in Hamburg Tradition.

Bernd Appel, per E-Mail

Beispiel für gelungene Integration

27. Dezember: Autoposer gestellt: 630 PS, aber keinen Führerschein

Das ist doch einmal ein gutes Beispiel für gelungene Integration. Ein 24 Jahre alter Afghane fährt einen 630-PS starken AMG-Mercedes, geschätzter Wert 150.000 Euro oder mehr. Sicherlich mit harter Arbeit in dem Land, in dem wir gut und gerne leben, erworben. Mein Vater, der hier „bereits länger lebt“, konnte sich nach 45 Berufsjahren immerhin auch einen Kleinwagen leisten. Wir schaffen das!

Fritz Brocks, per E-Mail

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