Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. Dezember 2017

| Lesedauer: 6 Minuten

Große Freude in Altona

23.-26. Dezember: ,Danke, dass Sie an uns denken‘. 8000 Weihnachtspäckchen gingen an Bedürftige in Hamburg

Auch in diesem Jahr war die Freude unserer Kundinnen und Kunden wieder riesengroß, als ihnen ein Päckchen mit Leckereien, die sie sich sonst nicht „nebenbei“ leisten können, überreicht wurde. Es fielen sinngemäß Worte wie „das heb’ ich bis Heiligabend auf, dann habe ich etwas zum Auspacken“ und bei manchem „Danke“ wurden die Augen feucht. Stellvertretend für unsere Kundinnen und Kunden möchte ich hiermit allen an der Aktion Beteiligten herzlich danken für die liebevoll gepackten Päckchen, mit denen sie Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, eine Weihnachtsfreude bereiten.

Birgitt Eggert,

Lebensmittelausgabestelle in Altona-Nord

Hohe Bevölkerungsdichte in BRD

23.-26. Dezember: ,Wir können nicht alle Sehn­süchte erfüllen‘. Vizekanzler Sigmar Gabriel im Interview

Die Feststellung, dass Deutschland durch die guten Lebensbedingungen seiner Bewohner für andere zu einem Land der Sehnsucht wie die USA geworden ist, darf uns schmeicheln. Dass wir aber dadurch nun auch wie die USA ein Einwanderungsland sind, geht an einer wichtigen Realität vorbei. Und diese ist die Bevölkerungsdichte. Während die in den USA auch jetzt nur 27 Bewohner auf einen Quadratkilometer beträgt, sind es bei uns 229. Im europäischen Vergleich dazu sind es in Frankreich 103 und in Polen 123, um nur unsere Anlieger mit gleichartiger Geografie zu nennen. Dass die heutige Bevölkerung in dem 1918 und 1945 um ein Drittel verkleinerten Deutschland durch Millionen aus dem eigenen Land „Umverteilte“ von 60 auf 82 Millionen gestiegen ist, spürt man sofort, wenn man eine Fahrt auf unserer Autobahn in Frankreich fortsetzt. Wir stehen alle Nase lang im Stau und sitzen in überfüllten und dauernd verspäteten Zügen. Durch die Zahl der Nutzer leidet die Verkehrsinfrastruktur: Ausgeleierte Schienen, Weichen und Signale, Autobahnbrücken wie über dem Nord Ostseekanal, die gerade 40 Jahre lang halten. Fazit: Politisches Asyl ja, aber mit dem Slogan „wir sind ein Einwanderungsland“, sollte man nicht auch noch auf anderen Kontinenten werben.

Helmut von Binzer, Hamburg

Fehlplanung beim Umsteigen

23.-26. Dezember: Strecke der neuen U5 Ost steht fest

In den 60er-Jahren wurde die U2 nicht über Sternschanze geführt, sondern über Schlump. Die Folge: Wer von Eimsbüttel nach Altona will, muss am Schlump in die U3 und Sternschanze in die S-Bahn umsteigen. Das Gerenne kann man sich jeden Tag ansehen. Bei der U5 macht man nun denselben Fehler noch einmal: Wer von Bramfeld oder Steilshoop in Zukunft zum Flughafen will, der fährt bis Sengelmannstraße, steigt dann um in die U1, fährt bis Ohlsdorf, läuft treppab und treppauf, um dann endlich mit der S-Bahn zum Flughafen zu kommen. All das nur, weil man am Rübenkamp keine Verbindung mehr von der U5 auf die S-Bahn bauen will.

Götz Gerhardt, per E-Mail

Ein Schildbürgerstreich?

Nun soll die U5 Ost, die seit über 100 Jahren bestehende S-Bahn-Strecke kreuzen – ohne Umsteigemöglichkeit. Ein Schildbürgerstreich? Der Lenkungskreis unter Staatsrat Rieckhof führt verkehrliche Gründe an. Es gäbe zu wenig Umsteigepotenzial. Vielleicht geht ja die vom Bürgermeister Scholz aus politischen Gründen ersonnene Streckenführung an den Bedürfnissen der Bürger vorbei? Und wenn der Staatsrat die Ersparnis beziffern kann, dürften bereits heute halbwegs tragfähige Kostenschätzungen für das Projekt vorliegen, die uns Bürgern aber bewusst vorenthalten werden. Die richtige Bewährung für die U5-Planer steht noch aus. Im Interesse der Bürger ist zu hoffen, dass die U5 zunächst komplett durchgeplant wird, bevor der erste Spatenstich erfolgt – am besten ist es aber, wenn auf die U5 zu Gunsten einer Stadtbahn für weite Teile Hamburgs verzichtet wird.

Lutz Achilles, Hamburg

U-Bahn-Netz auf Ecstasy

Ein engmaschiges Schnellbahnnetz mit vielen Umsteigeknoten würde einen leistungsfähigen und gegen Störungen unempfindlichen öffentlichen Nahverkehr schaffen. Die U5 ohne Umstieg am Rübenkamp und die U4 ohne Baumwall ähneln aber eher dem, was eine Spinne auf Ecstasy abliefert.

Mathias Bölckow, Hamburg

Hamburger sind nicht aus Zucker

22. Dezember: Trotz Mil­­lio­­nen-In­­ve­s­ti­tio­­nen: Weniger Radfahrer in Hamburg

Es ist ein Trugschluss, aus den gesunkenen Zahlen der Radverkehrszählung eine verfehlte Verkehrspolitik abzuleiten. Der Grund ist vielmehr in einer unzureichenden Methodik bei der Datenerhebung zu suchen. Wer Verkehrsstärken an nur einem Tag im Jahr zählt, der wird niemals Ergebnisse erzielen können, die für das gesamte Jahr repräsentativ sind – viel zu groß sind die Schwankungsbreiten. Hinzu kommt der Einfluss von Baustellen, der auf diese Weise auch keine Jahresvergleiche oder gar Rückschlüsse auf Trends zulässt. Hingegen viel spannender ist die wesentlich aufwendiger betriebene Ermittlung der Anteile verschiedener Verkehrsmittel im Rahmen der Studie „Mobilität in Deutschland“, die im Sommer des Jahres 2018 veröffentlicht werden soll und auch detaillierte Aufschlüsselungen in Hamburg enthalten wird. Diese wird wesentlich eindrucksvollere Einblicke in den Wandel des Mobilitätsverhaltens der Hamburger bieten. Wer offenen Auges durch die Stadt fährt, wird feststellen, dass der Radverkehr gestiegen sein muss. Das wird vor allem deutlich, wenn man sieht, dass die Aufstellflächen für Radfahrer an Kreuzungen mittlerweile zu klein sind, an Stellen, wo sie bis vor einem Jahr noch ausreichten. Übrigens ein Phänomen, dass sich noch in den vergangenen Wochen beobachten ließ. Trotz Dunkelheit, Kälte und Regen. Wir Hamburger sind schließlich nicht aus Zucker.

Nico Thies, Hamburg

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