Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 23. Dezember 2017

| Lesedauer: 5 Minuten

Investitionen in Infrastruktur nötig

22. Dezember: Trotz Mil­lio­nen-In­ves­ti­tio­nen: Weniger Radfahrer in Hamburg

Hilfe, trotz Milliarden Investitionen stehen Autofahrer immer noch im Stau. Hamburgs Prestigeprojekt zur „Autostadt“ ist gescheitert. So könnte die Schlagzeile auf der Titelseite lauten. Eine gute Idee und ein wichtiges Projekt werden hier in Frage gestellt, weil eine Statistik vier Prozent weniger Radfahrer an einer Stelle in Hamburg gemessen hat. Schnell sind dann die alten Argumente hervorgezogen, dass Hamburg keine Fahrradstadt ist, das Wetter zu schlecht und die Wege zu weit. Aber diese Argumente sind bei genauer Analyse einfach falsch. Das Vorurteil Wetter trifft auf Hamburg nicht zu. Mit neun bis zwölf Regentagen im Monat liegt der genau im Durchschnitt für Deutschland. In Kopenhagen regnet es gar bis zu 18 Tage im Monat. Die Distanzen sind auch kein Argument. Es verlangt ja keiner, dass alle Pendler von Lübeck auf das Fahrrad umsteigen sollen. Die meisten Wegstrecken liegen in Hamburg bei unter zehn Kilometer und für längere Wege gibt es die Alternative des E-Bikes. Diese haben übrigens Verkaufszahlen von den die E-Autos nur träumen können. Mit diesen Argumenten dürfte es im Übrigen in Hamburg keine Cabrios geben, Sie wissen das schlechte Wetter. Ein Sportwagen ist auch keine gute Investition, da man nur die ersten fünf Sekunden bis zur nächsten Ampel schneller ist. Zuletzt stellt die tägliche Suche nach dem Parkplatz die SUV-Anhänger vor fast unlösbare Aufgaben. Trotzdem fahren immer mehr Autos dieser Kategorien durch die Stadt oder stehen zusammen im Stau. Wenn 2017 eines gezeigt hat, dann dass das Auto keine Antwort auf die kommenden Herausforderungen einer wachsenden Stadt ist. Als Radfahrer fordere ich keinen Wandel zu einer autofreien Stadt, aber eine Investition in die Infrastruktur gemessen an dem Verkehrsaufkommen.

Stephan Klöckner, per E-Mail

Inschrift ist passend und ehrwürdig

18. Dezember: Ein neuer Name für das Völ­ker­kun­de­mu­seum

Könnte es sein, dass akademische Kreise keine deutschen Bezeichnungen im Bereich Ihrer Tätigkeiten mehr mögen? Oberschulen wurden zu Gymnasien, Mittelschulen zu Realschulen, Hochschulen zu Akademien, und statt Erdkunde und Gemeinschaftskunde stehen heute Geographie und Politik auf dem Stundenplan. Der durch Selbsterklärung für wirklich jeden verständliche Begriff Völkerkunde wird nicht mehr gemocht, denn schließlich gibt es dafür ja das griechische Fremdwort Ethnologie, mit dem ein Großteil der Bevölkerung sicher nichts anfangen kann. Da der Begriff „Volk“ nun mal dicht am kontaminierten „völkisch“ steht, meinen viele, er sei zu meiden. Über dem Reichstag steht aber immer noch „Dem deutschen Volke“ und das ist nicht altbacken sondern ehrwürdig, genauso passend und ehrwürdig, wie die Inschrift über dem Völkerkundemuseum.

Wolfgang Ahrens, Norderstedt

Politik braucht klare Linie

20. Dezember: Schule verlegt Weih­nachts­feier

Beim Lesen des Artikels wurde ich erst einmal unheimlich wütend und stellte mir vor, mein Kind würde in einem muslimisch geprägten Land zur Schule gehen. Man stelle sich vor, ich würde gegen den Ramadan klagen, weil ich mich in der Ausübung meiner Religion verletzt fühle. Solange die Gerichte und die Politik unsere Kultur mit Füßen treten und die leiseste Kritik schon als ausländerfeindlich gilt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn unser Land immer weiter nach rechts abdriftet. Der Bürger braucht seitens der Rechtsprechung und der Politik eine klare Linie. Es wird Zeit, dass dieses Rumgeeiere der Regierung aufhört. Niemand bezieht mehr Stellung. Das ist nicht gut.

Michael Remmers, per E-Mail

Verfehlte Verkehrspolitik

22. Dezember: U5 kommt in Nordvariante ohne ,Barmbeker Beule‘

Die Entscheidung war vorherzusehen, da Hamburg bei dieser Variante Geld sparen kann. Wichtiger wäre aber gewesen die U5 näher an die Einkaufsstraße Fuhlsbüttler Straße heranzuführen und an der S-Bahn-Station Rübenkamp eine Umsteigemöglichkeit zu schaffen. Also wieder mal ein Beispiel verfehlter Hamburger Verkehrspolitik. So holt man die Autofahrer nicht von der Straße und bewegt sie zum Umsteigen.

Matthias Christen, per E-Mail

Einrichtung für Gemeinschaftssinn

21. Dezember: Ist Puan Klent noch zu retten?

Das darf nicht mit einem Fragezeichen versehen sein. Puan Klent muss gerettet werden. Diese wunderbare Einrichtung ist für viele Generationen eine ganz wichtige Erlebniswelt. In Puan Klent haben viele Generationen Gemeinschaftssinn kennengelernt. Das muss auch für die nächsten Generationen erhaltenswert bleiben.

Rainer Neumann, Hamburg

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