Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. November 2017

Für die Bahn gilt: Safety first

30. Oktober: Neuer Sturm, neues Chaos: Fernzüge fallen weiter aus. Das Versagen der Bahn

Zum Artikel kann ich nur bemerken, dass die Bahn zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln in Deutschland gehört und die Beförderung im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis ausweist. Mit Betriebsstörungen verursacht durch Unwetter haben auch andere Verkehrs-mittelanbieter zu kämpfen. Das Einstellen des Zugverkehrs in der Fläche bei einem Unwetter dieser Größenordnung unterliegt nun mal dem Bundesbahnbeförderungsgesetz. Dieses wird sich nicht ändern, egal wie sich die Eigentumsverhältnisse bei der Bahn gestalten. Es gilt „Safety first”. Ich denke, der überwiegende Teil der betroffenen Bahnfahrer sieht das gelassen.

Hermann Pries, per E-Mail

Ist die DB übervorsichtig?

Der Werbeslogan der DB „Alle reden vom Wetter – wir nicht!“ galt anscheinend nur zur Zeit der Dampf- und Dieselloks. Heute muss der Slogan wohl geändert werden in „Wir fahren bei jedem Wetter, außer bei Hitze, Sturm, Frost und Schnee“. Es ist schon erschreckend, wie der Bahnverkehr durch moderne Technik immer mehr eingeschränkt wird. Dabei wäre es doch sinnvoll, wenn die Autofahrer bei schlechtem Wetter oder gefährlichen Straßenverhältnissen auf die sicheren Verkehrsmittel wie Bahn oder Bus umsteigen. Das Gegenteil ist aber inzwischen der Fall. Ist die Deutsche Bahn möglicherweise zu übervorsichtig geworden? Ich habe bisher nicht gehört, dass in unseren Nachbarländern der Zugverkehr bei Sturm eingestellt wurde.

Klaus Kuttrus, Seevetal

Wieder ein seelenloser Glaskasten

27. Oktober: Abriss von Traditionshaus in der City

Soso, der Entwurf von Herrn Teherani soll noch nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Warum wohl nicht? Weil wahrscheinlich wieder ein austauschbarer seelenloser Glaskasten in die Stadt gepflastert wird. Warum muss denn überhaupt dieses schöne alte Backsteinhaus abgerissen und wieder jahrelang eine Baustelle ohne Not in mitten in der Stadt errichtet werden? Kann nicht mal etwas, was fertig ist, auch fertig bleiben? Müssen wir Bürger immer und überall nur von einer Baustelle in die nächste stolpern?

Walter Spremberg, per E-Mail

Eine Entlastungslinie ist nötig

30. Oktober: Ver­kehrs­be­hörde plant keine S32 mehr im Süden. Warum die S32 nicht bis Harburg fährt

Als meine Frau und ich vor drei Jahren nach Hamburg zogen, ernteten wir nur Kopfschütteln, weil wir unsere Wohnung im Bezirk Harburg nahmen. Wir konnten das nie verstehen, weil es sich im Hamburger Süden sehr gut leben lässt – wenn man nicht öfter in die Stadt will oder muss. Wir aber arbeiten beide nördlich der Elbe, und das wird zunehmend zur Last. Vor einem Jahr haben wir bewusst unser Auto abgeschafft und uns damit vollständig dem ÖPNV ausgeliefert. Heute zweifeln wir, ob das eine gute Idee war. Es gibt vom Süden her eine S-Bahn-Trasse und eine Metronom-Trasse. Dazu genau eine Buslinie, die den Sprung über die Elbe schafft. Die Betreiber können 20 Wagen an die S-Bahn anhängen. Wenn die Strecke mal wieder aus unterschiedlichen Gründen gesperrt wird, fahren überhaupt keine Wagen. In der gleichen Sekunde sind die Metronom-Züge hoffnungslos überlastet und fahren zu null Prozent pünktlich, wenn überhaupt. Eine Entlastungslinie ist mehr als nötig, macht aber nur wirklich Sinn, wenn es zusätzliche Trassen gibt, die genutzt werden können.

Gerd Donner, Eißendorf

Keine zusätzlichen Gebühren

28. Oktober: CDU gegen Sau­ber­keits­kon­fe­ren­zen. Streit um Rei­ni­gungs­ge­bühr für Straßen – der Senat lenkt ein

Ich find es grundsätzlich beschämend, dass die Stadt zur Lösung dieses Problems den Bürger erneut zur Kasse bitten will. Erziehung zur Sauberkeit zu Hause und auch auf den öffentlichen Straßen muss bereits in der Familie, in den Kitas und in der Schule immer wieder vermittelt werden. Einmal im Jahr zu „Hamburg räumt auf“ aufzurufen ist nicht genug. Der Erfolg der Aktion ist ja immer recht mäßig, obwohl die veröffentlichten Teilnehmerzahlen hoch erscheinen. Meine Beobachtungen im Stadtteilbereich Eimsbütteler Chaussee in Richtung Stresemannstraße sind da nicht erfreulich. Obwohl es einige Bürger gibt, die die Straße vor Ihrem Haus regelmäßig sauber halten. Wir denken, es sollte über Nachbarschaftsinitiativen zu Aktionen wie „Wir halten unsere Straße sauber“ oder so ähnlich versucht werden, mehr Bewusstsein für dieses Problem zu schaffen. Mit einer weiteren Gebühr wird dieses Problem von der falschen Seite angepackt. Und wer seine Straße schon jetzt regelmäßig sauber hält, würde auch noch bestraft. Wer so Politik macht, muss sich nicht über Politikverdrossenheit wundern. Wir fordern: Keine zusätzlichen Straßenreinigungsgebühren.

Jürgen Boos, Adriana Heyder, Hamburg

Markantes Mahnmal in der Kritik

25. Oktober: Neuer Ärger um grünen Bunker. Politiker fordern Auf­klä­rung im Bun­ker-Streit

Der Bunker an der Feldstraße ist eines der markantesten Mahnmale gegen Nationalsozialismus und Krieg. Seine eindrucksvolle Wirkung darf auch und gerade in Zeiten des zunehmenden Rechtspopulismus und -radikalismus nicht verunklart werden. Die knappen Abstimmungen der Bezirksabgeordneten sowie die heftige Kritik von AnwohnerInnen und DenkmalschützerInnen haben gezeigt, dass das Projekt politisch hochumstritten ist. Da nun anscheinend die üblichen Investorenspiele beginnen, sollte die Gelegenheit genutzt werden, die Planung noch einmal grundsätzlich in Frage zu stellen.

Kristina Sassenscheidt, Vorsitzende Denkmalverein, per E-Mail